Motorsport, FIA, Max Mosley, Vertrauensabstimmung
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Formel 1: Nach der Vertrauensabstimmung

Dienstag, 03. Juni 2008

FIA-Chef Mosley bleibt

Paris - FIA-Chef Max Mosley hat die Vertrauensabstimmung nach seiner Verwicklung in einen Video-Sexskandal mit einer deutlichen Mehrheit gewonnen. Der Brite bekam in Paris 103 von insgesamt 169 abgegebenen Stimmen.

Der 68-Jährige erhielt 55 Gegenstimmen. Es gab sieben Enthaltungen, vier Stimmen waren ungültig. Dies teilte der Internationale Automobilverband FIA nach der etwa zweistündigen Sitzung und der anschließenden Auszählung der Stimmen mit.

Mosley hatte bei einer Niederlage seinen Rücktritt angekündigt, er führt die FIA seit 1993. Seine Amtszeit endet nun regulär im Oktober 2009. Vor der Sitzung hatte der australische Delegierte die Bedeutung der Entscheidung unterstrichen.

Bittere Niederlage für Kritiker

"Es geht nicht nur um eine Person, sondern um die gesamte Organisation mit einer Geschichte von 100 Jahren", sagte Gary Connelly vor rund 60 Journalisten, ohne sich vor der Versammlung auf ein Votum festlegen zu wollen.

Unter anderem Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, der ADAC und einige Formel- 1- Hersteller wie BMW und Mercedes hatten Mosleys Rücktritt bzw. Konsequenzen aus dem Skandal gefordert. Der ADAC hat sich als Reaktion auf die Entscheidung mit sofortiger Wirkung aus allen weltweit tätigen FIA-Gruppen zurückgezogen und wird das auch beibehalten, solange Mosley im Amt bleibt.

Auch der Präsident des niederländischen Automobil-Verbandes ANWB, Guido Van Woerkom, bedauert die Entscheidung und kündigt Konsequenzen an. "Ich bin zwar nicht sonderlich überrascht, aber dennoch sehr unglücklich", so der Niederländer, der offen gegen Mosley gestimmt hatte. Er will sich jetzt mit anderen Kritikern des FIA-Bosses treffen und über weitere Schritte beraten. Angeblich wollen er und weitere Verbände dem ADAC-Vorbild folgen und die Zusammenarbeit mit der FIA einstellen. 

Ganz andere Töne kommen unterdessen aus England - besser gesagt von der dortigen Motor Sport Association (MSA). "Wir akzeptieren die Entscheidung und denken, dass es nun Zeit ist, im Sinne des Sports wieder an einem Strang zu ziehen." Und: "Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der FIA als eines ihrer wichtigen Mitglieder."

Mosley bestreitet Nazi-Bezüge

Vor rund zwei Monaten hatte die britische Boulevardzeitung "News of the World" von einem Sex-Video berichtet, das den 68 Jahre alten FIA-Chef bei Sadomaso-Rollenspielen zeigt.

Seine Teilnahme stritt Mosley nie ab, wohl aber die ebenfalls von der Zeitung hergestellten Bezüge zum Nationalsozialismus bei den sexuellen Handlungen.


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