Samstag, 10.05.2008

Rätselraten um Motoren

Betrugs-Verdacht gegen Ferrari

München - Es ist mal wieder soweit: Ein Team kristallisiert sich nach einigen Rennen als überlegen heraus - und schon macht sich der Verdacht breit, der Vorsprung wurde mit unerlaubten Mitteln erzielt.

ferrari, heck
© Getty

So ergeht es nun Ferrari. Die Überlegenheit der Roten vor allem beim Topspeed schürt bei der Konkurrenz den Verdacht, dass man in Maranello gegen das Verbot der Motorentwicklung verstoßen hat.

Das Fachmagazin "auto, motor und sport" berichtet von der Mutmaßung, dass sich Ferrari über den Winter unter dem Vorwand, Zuverlässigkeitsprobleme zu haben, an der Ölpumpe zu schaffen gemacht hat.

Der Vorwand deshalb, weil man laut Reglement nur bei Problemen an der Standfestigkeit an der Peripherie des Motors Kleinigkeiten verändern darf. Gleiches haben im Winter auch Mercedes und Renault getan, alles mit Genehmigung der FIA. Ferrari hatte jedoch 2007 keinen einzigen Motorschaden, woher also die Sorge um die Haltbarkeit?

"Bei uns flutscht es einfach besser"

Zudem sollen die Roten nicht nur Kleinigkeiten verändert haben, sondern durch Überarbeitung der Kolben und des Ölkreislaufs bis zu 25 PS gefunden haben - im engen Formel-1-Feld ein Quantensprung.

"Bei uns flutscht es einfach besser. Das Öl fließt schneller, bringt also mehr Leistung. Das hängt mit der neuen Ölpumpe am Motor zusammen", zitiert "Bild" den Teamchef eines der drei Rennställe, die mit Ferrari-Power unterwegs sind. Neben der Scuderia sind das Toro Rosso und Force India.

Alles im Rahmen des Erlaubten

Ferrari-Pressesprecher Luca Colajanni beteuert zwar, Ferrari habe alles im Rahmen des Erlaubten gemacht, doch das Misstrauen der Gegner besteht. Gerade vor dem Hintergrund, dass den Roten der Ruf anhaftet, vom Weltverband FIA bevorzugt behandelt zu werden.

Oft genug haben sich McLaren-Mercedes oder Renault geärgert, weil sie auf Druck von Ferrari Innovationen am Auto wieder ausbauen mussten. Letztes Beispiel war der Massendämpfer im Weltmeister-Renault von Fernando Alonso in der Saison 2006.

Entsprechend hellhörig wird die Öffentlichkeit, wenn es einen Verdacht gegen Ferrari gibt.

Rosberg nimmt Ferrari in Schutz

Mehr ist es zum jetzigen Zeitpunkt aber auch nicht. Ein Verdacht, ein Gerücht, ein Versuch zu erklären, warum Ferrari vor allem auf den Geraden einen deutlichen Vorteil hat.

Mit Schummelei oder gar Betrug muss das nicht zwingend etwas zu tun haben. "Man muss Grenzen ausloten, wenn man erfolgreich sein will", nimmt Williams-Pilot Nico Rosberg Ferrari in Schutz. "Wenn die das gemacht haben, dass ist das ihr gutes Recht. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen, die Ferrari Jahr für Jahr bringt."

In diesem Sinne auf einen fairen Saisonverlauf.

Alexander Mey

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