
MI5-Agent muss gehen
Agenten-Gattin in Mosley-Skandal verwickelt
London - Ein Geheimagent musste seinen Schreibtisch räumen, höchste britische Regierungskreise wurden informiert: Der Sexvideo-Skandal um FIA-Chef Max Mosley hat weitere Kreise gezogen.
Und der Präsident selbst warnte in einem vom Internationalen Automobilverband (FIA) veröffentlichten Brief vor den Folgen seiner drohenden Abwahl in knapp anderthalb Wochen. Ein vorzeitiges Ausscheiden aus seinem Amt bezeichnete er als "unverantwortlich".
Unterdessen berichteten britischen Medien eine Wochen vor dem Formel-1-Klassiker in Monaco von der Verstrickung des MI5-Agenten in den Skandal. Dessen Frau soll als Prostituierte die Sex-Orgie mit Mosley organisiert, gefilmt und dann an die Öffentlichkeit weitergeleitet haben.
MI5-Chef informiert Premierminister
Nach Informationen des "Sunday Telegraph" hat MI5-Chef Jonathan Evans Premierminister Gordon Brown und Innenministerin Jacqui Smith über die Verwicklung des Agenten informiert.
Evans habe jedoch betont, dass der Geheimdienst zunächst nichts von der Verstrickung seines Agenten oder dessen Frau in den Sexskandal gewusst habe, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Der Gatte der Prostituierten sei beim MI5 unter anderem mit der Beobachtung mutmaßlicher Terroristen und russischer Spione beschäftigt gewesen.
MI5 weist Verwicklung von sich
Er musste nach Bekanntwerden der Verwicklungen seinen Posten aufgeben. Der MI5 wies jegliche Verbindung zum Fall Mosley deutlich von sich. "Jedoch ist jeder Verdacht, dass der Geheimdienst daran beteiligt war, Mosley eine Falle zu stellen, völliger Nonsens", zitierte die "Sunday Times" einen hohen Regierungsbeamten.
Noch bleiben weiterhin die wahren Gründe dafür unbekannt, warum die Frau das Video drehte und an das Boulevard-Blatt "News of the World" gab. Die Zeitung berichtete darüber am 30. März und löste heftige Reaktionen, inklusive Rücktrittsforderungen, weltweit aus.
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