Blümchen für die Mutti

Von Alexander Mey
Montag, 12.05.2008 | 15:02 Uhr
karen, minier, coulthard, freundin
© Getty

München - Das Leben ist ungerecht, vor allem wenn man Hund ist und sich ausgerechnet während eines Autorennens auf eine Rennstrecke verirrt.

So geschehen während des GP2-Rennens in Istanbul, das einen streunenden Hund das Leben und Bruno Senna jede Menge Nerven kostete.

Da ging es in der Formel 1 schon versöhnlicher zu. Dort nahm man sich trotz allen Stresses die Zeit, die Mütter der Branche an ihrem Ehrentag zu würdigen.

Die besten Bilder aus Istanbul

Das und noch mehr Kurioses und Wissenswertes rund um den Türkei-GP in den Top 8.

Platz 8: Liebesgrüße aus der Lederhose

Es war das große Wochenende des Rubens Barrichello. Der Brasilianer hatte beschlossen, dass er in Istanbul seinen 257. Grand Prix fährt und damit neuer Rekordhalter ist - auch wenn das einige Statistiker anders sehen und ihm erst 255 Rennen zuschreiben.

Aber egal, gefeiert wurde trotzdem. Nicht unbedingt auf der Strecke, denn Platz 14 wird sich nicht unbedingt in sein Gedächtnis einbrennen. Aber ansonsten ging es rund. Erst auf dem Golfplatz, als Barrichello mit Riccardo Patrese, dem er den Rekord abgeluchst hatte, und ein paar anderen Weggefährten einige Bälle spielte. Dort bekam er dann auch eine Honda Fireblade und eine dazu passende adrette Lederhose geschenkt.

Am Abend gab es dann noch eine nette Dinner-Party, auf der Anekdoten über Barrichello zum besten gegeben wurden. Komisch: Die Story mit "Let Michael pass for he Championship" kam nicht vor...

Platz 7: Sind sie noch dran?

Bestimmt hätte Robert Kubica während seines einsamen und langweiligen Rennens auf Platz vier gerne etwas Gesellschaft gehabt, aber nicht einmal ein bisschen Small-Talk war dem Polen vergönnt.

Denn eine kaputte Funkanlage verhinderte, dass er seine Gedanken mit den Kollegen an der Box teilen konnte. Da war niemand am anderen Ende der Leitung, Kubica hätte genauso gut mit einer Parkuhr reden können.

Zum Trost sagte ihm dann sein Renningenieur, dass er, wenn er schon von niemandem gehört werde, wenigstens auf der Strecke gegen Hamilton kämpfen könne. Am Ende hatte Kubica 18 Sekunden Rückstand auf den Briten. Nicht einmal das funktionierte.

Platz 6: Vettel kann lange

Glückwunsch Sebastian Vettel! Angekommen! Okay, zwar nur als Letzter und mit einer Runde Rückstand, aber was soll's: angekommen! Das waren sage und schreibe 57 Rennrunden, ohne Unterbrechung, an einem einzigen Tag!

Warum das so toll ist? Ganz einfach: In den vier Rennen zuvor waren es insgesamt nur 40. Australien: Aus in Runde 1. Malaysia: Aus in Runde 40. Bahrain: Aus in Runde 1. Spanien: Aus in Runde 1. Da sind 57 Runden in der Türkei schon ein Saison-Highlight.

Platz 5: Der Gipfel der Peinlichkeit

PR-Termine gehören für Formel-1-Fahrer zum Job. Aber eins ist sicher: Wann immer McLaren Lewis Hamilton mal wieder irgendeinen Termin aufdrücken will, der irgendetwas mit Mythologie, schweben und Drahtseilen zu tun hat, Hamilton wird schreiend davonlaufen.

Der Brite schwebte nämlich in der Türkei bei einer Aufführung der Schlacht um Troja als strahlender Gott Apollo an Drahtseilen hängend auf die Bühne herab. Dumm nur, dass er in seinem Rennoverall mehr aussah wie ein Baby im Strampelanzug als ein Gott.

Prompt kürte die Londoner "Times" den Auftritt zu einem der lächerlichsten PR-Events aller Zeiten. Und auch Hamilton war die Sache endlos peinlich: "Das war mit das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Ich habe eigentlich ein cooles Image, da helfen solche Auftritte nicht wirklich."

Platz 4: Wasser marsch!

Schlimm genug, dass das Wetter in der Türkei ohnehin schon um Lichtjahre schlechter war als sonst überall in Europa. Doch ein übereifriger Putzteufel machte es vor dem ersten Freien Training am Freitag noch schlimmer.

Er wollte den Fahrern offenbar eine intensiv gereinigte Strecke übergeben und wischte deshalb noch einmal richtig feucht durch. Entsprechend nass war die Piste dann auch und verhinderte, dass zu Beginn vernünftige Zeiten gefahren werden konnten. Unser Tipp: Erst Gehirn einschalten, dann Strecke fegen.

Platz 3: Massa macht den Schumi

Zwischendurch einmal etwas Sportliches. Felipe Massa hat nun dreimal in Folge den Türkei-GP gewonnen. Das ist eine Konstanz, die man vom Brasilianer sonst nicht immer gewöhnt ist. Vielleicht denkt er auch deshalb daran, sich einen türkischen Pass geben zu lassen - die Piste meint es einfach zu gut mit ihm.

Die Highlights des Rennens bei SPOX.TV

Aber um den großen Schumi zu schlagen, muss Massa noch einmal wiederkommen. Denn der Deutsche war nicht nur der letzte Fahrer vor Massa, der dreimal in Folge den gleichen Grand Prix gewann, er blieb in Indianapolis zwischen 2003 und 2006 sogar viermal in Folge unbesiegt.

Platz 2: Armer Hund

Der Istanbul Circuit wurde auf einem Gebiet gebaut, auf dem sich früher viele streunende Hunde herumgetrieben haben. Die sollten nun eigentlich weg sein, waren sie aber nicht. Ein unglücksseliges Exemplar verirrte sich beim GP2-Rennen am Samstag ausgerechnet auf den schnellsten Abschnitt der Strecke und wurde von Bruno Senna mit rund 280 km/h - man kann es nicht anders sagen - platt gemacht.

Ein zweiter Hund überlebte den Ausflug unbeschadet, Senna selbst kam mit gebrochener Radaufhängung und dem Schrecken davon. "Es ist schon unglaublich, mit so etwas rechnet man doch nicht, wir sind doch hier nicht irgendwo in der Wildnis, sondern bei einem Formel-1-Rennen", sagte der Neffe von Ayrton Senna.

Die Rennleitung sicherte daraufhin alle Tore peinlich genau ab. Das macht sie sonst nur mit dem Fahrerlager, damit dort bloß niemand reinkommt, der keine Karte hat. Und Karten hatten die Hunde bestimmt nicht.

Platz 1: Blumen für die Mutti

Von wegen steriler Hightech-Sport! In der Formel 1 menschelt es mitunter - und zwar gewaltig! So gab es vor dem Rennen am Muttertag von Premiere-Moderator Peter Lauterbach rührender Weise Blumen für einige der Mütter der Szene. Mit dabei waren unter anderem Mama Barrichello und Coulthard-Freundin Karen Minier (im Bild), die der Blumen-Verleihung den entsprechenden Glanz verlieh.

Ob Lauterbach auch seiner eigenen Mutter ein Blümchen übrig gelassen hat? Bestimmt!

Hier geht's zu den heißesten Gridgirls aus der Türkei

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