Sonntag, 04.05.2008

Neues aus der Königsklasse

Alle scharf auf Kubica

München - BMW-Pilot Robert Kubica ist als Dritter der Fahrer-Wertung derzeit der Überraschungsmann der Saison. 

robert kubica, bmw, formel 1
© Getty

Mit zwei Podestplätzen und einer Pole-Position stellt der 23-Jährige den im Vorfeld höher gehandelten Teamkollegen Nick Heidfeld ein ums andere Mal in den Schatten. Kein Wunder also, dass die halbe Königsklasse hinter dem Polen her ist.

"Der wird von Rennen zu Rennen besser. Wenn ich Teamchef wäre, dann würde ich ihn holen", urteilte Fomel-1-Boss Bernie Ecclestone. Und damit steht er nicht alleine da. Wie die "BamS" berichtet, sollen Renault und Ferrari großes Interesse an einer Verpflichtung des Polen haben. Renault-Boss Flavio Briatore soll sich bereits über Vertragsdetails erkundigt haben.

Kubicas Kontrakt bei BMW läuft noch bis 2009, bedarf in der nächsten Saison jedoch angeblich der Zustimmung beider Parteien, um Gültigkeit zu erlangen. Will BMW seinen Shooting-Star halten, wäre demnach eine deftige Gehaltserhöhung angesagt. Derzeit soll Kubica nur 2,5 Millionen Euro verdienen - ein Viertel des Gehalts von Heidfeld.

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Mehr Dampf für Rampf: Und nochmal BWM. Der technische Direktor Willy Rampf hält einen Sieg seiner Piloten Kubica und Heidfeld beim Türkei-GP am kommenden Wochenende für möglich. Der Dreikampf an der Spitze zwischen Ferrari, McLaren-Mercedes und BMW sei so eng, dass schon kleine Verbesserungen am Auto den Ausschlag zu Gunsten des BMW-Sauber Teams geben können.

Heidfeld und Kubica hätten in dieser Saison einen sehr großen Schritt nach vorn gemacht. Es fehle nur das letzte bisschen Geschwindigkeit, um Ferrari zu schlagen.

"Das Rennen in Barcelona hat gezeigt, dass Ferrari immer noch kleine Vorteile hat, während McLaren-Mercedes und BMW ungefähr gleich stark sind", so Rampf gegenüber "Autosport". "Allerdings könnte sich das Blatt durch die geringste Modifikation am Auto wenden. Daran arbeiten wir auf Hochtouren."

Motorsportdirektor Mario Theissen wäre hingegen schon damit zufrieden, in der Türkei mit Ferrari und McLaren mithalten zu können. "Ferrari ist und bleibt der Maßstab. Wir wollen unsere Position im Führungstrio festigen", sagte er.

Die Bretter, die die Welt bedeuten: Lewis Hamilton begibt sich auf ungewohntes Terrain. Der McLaren-Pilot soll  vor dem Türkei-GP in Istanbul für das Ensemble des Gösteri-Merkezi-Theaters auf der Bühne stehen. Im Historien-Stück "Troya" soll der Brite eine kleine Gastrolle übernehmen.

Mit seinem Ausflug ins Schauspiel-Business tritt Hamilton in die Fußstapfen von Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister hatte einst gemeinsam mit Jean Todt in einem Asterix-Film mitgewirkt. Derzeit wird in Hollywood sogar über eine Verfilmung von Schumis Karriere nachgedacht.

Ungeduldiger Finne: McLaren-Pilot Heikki Kovalainen will nur eine Woche nach seinem Horror-Crash in Barcelona beim Türkei-GP ins Cockpit zurückkehren. "Ich fühle mich gut und trainiere schon wieder. Ich kann es kaum erwarten, in Istanbul wieder an den Start zu gehen", so der Finne bei "Autosport."

Zuvor ist jedoch ein von der FIA überwachter Fitness-Test geplant. "Schlussendlich liegt es nicht in meiner Hand. Die FIA wird entscheiden, ob sie einen Start verantworten kann", so Kovalainen weiter.

Geschäftsführer Martin Whitmarsh gibt sich jedoch zuversichtlich. "Unser Mannschaftsarzt hat Heikki in der letzten Woche begleitet und es sind keine weiteren Symptome aufgetreten", sagte er. "Es müsste alles in Ordnung sein."

Kovalainens Unfall-Auto wurde unterdessen zum McLaren-Werk geschafft, wo eine genaue Untersuchung des Wracks die Unfallursache ans Tageslicht bringen soll.

 Wieder Ärger um Super Aguri: Der Start des finanziell angeschlagenen Rennstalls Super Aguri beim Großen Preis der Türkei ist ungewiss. Den Lkws, die das Material und das Motorhome nach Istanbul brachten, wurde am Sonntag die Zufahrt zur Rennstrecke verweigert. Eine Teamsprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht des Internetanbieters "Autosport". Die Lkws stehen vorerst auf dem Parkplatz vor der Strecke.

Der Rennstall, der vom japanischen Automobil-Hersteller und Formel-1-Konkurrenten Honda unterstützt wird, kämpft seit Monaten um das Überleben. Honda-Geschäftsführer Nick Fry soll den Verantwortlichen in der Türkei gesagt haben, dass Super Aguri nicht am fünften Saisonlauf teilnehmen wird.

Derzeit sollen Verhandlungen zwischen Super Aguri und Honda mit einer deutschen Unternehmens-Gruppe (Weigl-Gruppe) laufen. Im vergangenen Monat hatte eine Investoren-Gruppe (Magma) ihr Interesse an einem Kauf zurückgezogen hatte.

Carolin Blüchel
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