
FIA-Boss geht in die Offensive
Mosley gibt Sexskandal zu
München - Wenige Tage nach dem Bekanntwerden des Sexskandals um seine Person geht FIA-Präsident Max Mosley in die Offensive.
In einem offenen Brief an die Mitglieder des Automobil-Weltverbands gibt der 67-Jährige seine Teilnahme an der Orgie zu, verurteilt aber gleichzeitig den Eingriff in seine Privatsphäre scharf und schließt einen Rücktritt von seinen öffentlichen Ämtern aus.
"Bedauerlicher Weise haben Sie Kenntnis von verdeckten Untersuchungen erlangt und es tut mir sehr leid, wenn Sie oder der Klub dadurch peinlich berührt wurden", erklärte Mosley. "Nicht nur, dass eine britische Boulevardzeitung in höchstem Maße private und persönliche Aktivitäten, die gelinde gesagt peinlich sind, veröffentlicht hat, sie hat sie auch noch in einen Nazi-Zusammenhang gestellt. Das ist komplett falsch."
Es sei in Großbritannien illegal, ohne triftige Gründe Details aus dem Privatleben von Personen zu veröffentlichen, daher werde Mosley rechtliche Schritte gegen "News of the World" einleiten.
Organisierte Bespitzelungen
Im Rahmen dieser Untersuchungen erhofft sich der FIA-Boss wohl auch Beweise für seine These, dass er gezielt bespitzelt wurde.
"Ich habe durch Informationen von zuverlässigen und hochrangigen Quellen aus dem Umfeld der britischen Polizei und der Sicherheitsdienste erfahren, dass ich seit ungefähr zwei Wochen heimlich bespitzelt wurde, und zwar von einer Gruppe, die auf so etwas spezialisiert ist. Für wen und warum diese Gruppe mich verfolgt, weiß ich nicht", sagte Mosley.
Mosley weigert sich zurückzutreten
So hinterhältig die Überwachungsmethode von Mosley auch war, Fakt ist, dass Mosley durch seine private Entgleisung vor allem jüdische Organisationen gegen sich aufgebracht hat, die lautstark seinen Rücktritt fordern.
Dagegen wehrt sich der Brite, er will FIA-Präsident bleiben. "Ich habe eine sehr große Anzahl an unterstützenden Zuschriften bekommen, die aussagen, dass mein Privatleben keine Auswirkungen auf meine Rolle in der FIA habe", sagte Mosley. "Ich bin dafür sehr dankbar und habe vor, diesen Rat zu befolgen."
Wie sich Mosley nach all den Enthüllungen in Zukunft öffentlich präsentieren will, bleibt abzuwarten. Auf den Besuch des Bahrain-GP am kommenden Wochenende wird Mosley einem offiziellen FIA-Statement zufolge verzichten. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte ihm von einer Konfrontation mit den sittentreuen Scheichs abgeraten.
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