Formel 1

Glückwunsch zum Sieg, Kimi!

Von Alexander Mey
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© xpb

München - Glückwunsch Kimi Räikkönen! Dem Iceman ist schon nach dem Qualifying zum Spanien-GP (Rennen, JETZT im SPOX-TICKER und im Internet TV) der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Was sich nach dem Qualifying natürlich niemand zu sagen traut, schreit einem die Statistik förmlich entgegen. In den letzten sieben Jahren hat jeweils der Fahrer das Rennen gewonnen, der auf der Pole-Position stand.

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Besser noch: In 17 Jahren Formel 1 in Barcelona hat überhaupt nur vier Mal ein Pilot gewonnen, der nicht von ganz vorne startete. Der Letzte war 2000 Mika Häkkinen.

Das Problem: Auf dem Circuit de Catalunya kann man nicht überholen. Positionswechsel auf der Strecke sind ungefähr so selten wie die Blaue Mauritius.

Kein Wunder, dass die Devise von Räikkönen lautet: "Wir müssen die ersten paar Kurven hinbekommen und uns dann konsolidieren." Sein Renningenieur Chris Dyer wird noch etwas konkreter: "Wenn Kimi nach der ersten Kurve noch vorne liegt, sieht es sehr gut aus."

Streckenlayout lädt nicht zum Überholen ein 

Das Problem in Barcelona ist, dass es die klassische Kombination enge Kurve - lange Gerade - enge Kurve, die auf den ultramodernen Kursen Überholmöglichkeiten bietet, so gut wie gar nicht gibt.

Durch die neue enge Schikane, die 2007 zum ersten Mal zum Einsatz kam, ist zwar die schnelle Kurve vor der langen Zielgeraden etwas entschärft, wodurch die aerodynamisch unglaublich sensiblen Autos dichter hintereinander herfahren können.

Die besten Bilder aus Barcelona

Doch die folgende erste Kurve ist nicht eng genug, um sich davor neben einen Konkurrenten bremsen zu können.

Am Ende der Gegengeraden hat man zwar eine Haarnadelkurve, die zum Überholen einladen würde, aber vor der Geraden geht es durch einen schnellen Rechtsknick, in dem man nicht nah genug am Vordermann dranbleiben kann.

An Alonso scheiden sich die Geister

Doch keine Angst: Das heißt nicht zwangsläufig, dass den Zuschauern ein langweiliges Rennen droht. Erstens kann man mit viel Mut und Geschick trotz der widrigen Voraussetzungen überholen, zweitens gibt es ja auch noch die Strategie.

Die wird vor allem bei der Personalie Fernando Alonso zum Thema. Denn der Renault-Pilot hat sich beim Heimspiel sensationell in Startreihe eins geschlichen und sorgt damit bei den Top-Teams für rauchende Köpfe.

Ist Alonso mit einem feuchten Fleck im Tank eine Krawallrunde gefahren, um seine Fans zu verzücken, und muss nach wenigen Runden tanken? Oder ist Renault so stark geworden, dass der Doppelweltmeister tatsächlich um einen Podestplatz kämpfen kann?

BMW und McLaren setzen auf leichten Renault

"Er war sehr leicht, keine Frage", ist McLaren-Pilot Lewis Hamilton (5.) überzeugt.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen äußerte sich ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch: "Eine reine Showrunde fährt hier sicher niemand, aber es kann schon gut sein, dass Alonso ein paar Runden früher zum Tanken kommt als die anderen."

Das sollte seinem Schützling Robert Kubica helfen, der von Position vier aus ins Rennen geht. "Das könnte Robert dann auf Platz drei bringen", sagte Theissen.

Schumi warnt Ferrari

Sogar Ferrari hat Respekt vor Alonso. "Ganz so leicht ist Fernando nicht unterwegs, denke ich. Er ist doch vernünftig und macht keinen Quatsch", sagte Räikkönens Renningenieur Chris Dyer. "Dennoch hoffe ich, dass wir ihn abfangen können."

Bestimme selbst, wer Weltmeister wird, und spiele im Grand-Prix-Rechner Schicksal!

Bei der Scuderia begeht man nicht den Fehler, den Sieg schon vor dem Start zu feiern, Statistik hin oder her. Sogar Berater Michael Schumacher warnte: "Wir haben 2006 hier auch am Freitag und Samstag dominiert - und dann hat Alonso gewonnen."

Alonso jetzt schon wunschlos glücklich

Gewinnen wird Alonso am Sonntag eher nicht. Muss er auch gar nicht, er ist schon mit dem zufrieden, was er erreicht hat.

"Es ist ein gutes Gefühl, in der ersten Reihe zu stehen, gerade, weil ich es nicht erwartet hatte. Nicht heute, nicht einmal für die ganze Saison. Ich könnte kaum glücklicher sein", sagte Alonso. "Wir haben jetzt schon viel mehr erreicht, als wir uns für das Wochenende erhofft hatten. Die Arbeit ist bereits gemacht."

Das hört sich nicht nach sonderlich viel Kampfgeist an, aber Alonso wird vor seinen eigenen Fans sicher nicht spazieren fahren.

Heidfeld hofft auf Start und Strategie

Schade eigentlich für Nick Heidfeld, denn die deutsche Speerspitze könnte ein paar Bummler vor sich gebrauchen, um von Startplatz neun noch viele WM-Punkte zu holen.

"Ich hoffe, dass wir mehr Benzin an Bord haben wie viele andere", machte sich der WM-Zweite Mut. Sein Plan für das Rennen: "Es kommt viel auf den Start an. Den muss ich endlich einmal richtig gut hinbekommen. Ein paar Positionen gutzumachen, wäre sehr wichtig. Zudem hoffe ich, an der Box weitere Plätze gewinnen zu können."

So viel zur Bedeutung der richtigen Strategie in Barcelona.

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