Mittwoch, 12.03.2008

Formel 1

Topfavoriten sprühen vor Optimismus

Melbourne - Vorhang auf in "Down under": Nach 146 Tagen Rennpause will Titelverteidiger Kimi Räikkönen seine Erfolgsstory fortschreiben, doch Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) sagte dem finnischen Ferrari-Fahrer vor dem Start in die Formel-1-Saison in Australien klar den Kampf an.

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© Getty

"Die Gelegenheit an diesem Wochenende ist noch besser, als sie es vor einem Jahr war, das fühle ich", betonte Hamilton, ehe sich der bestens gelaunte Vizeweltmeister mit einem planmäßigen Sieg in einem Kajakrennen bei einem Sponsoren-Termin am Strand von Williamstown in Melbourne auf das Grand-Prix-Wochenende einstimmte.

Doch auch Räikkönen sprüht vor Optimismus vor dem Großen Preis von Australien: "Wahrscheinlich bin ich noch nie mit einem so guten Gefühl in eine Saison gestartet. Ich kann kaum erwarten, dass es losgeht."

Deutsche wollen ins Rampenlicht 

Die fünf deutschen Darsteller wollen auf der PS-Bühne gleich im ersten Saison-Akt nicht nur Nebenrollen besetzen. Nick Heidfeld im BMW-Sauber, Nico Rosberg im Williams-Toyota, Sebastian Vettel im Toro Rosso, Timo Glock im Toyota und Adrian Sutil im Force India möchten für Furore und viel Freude bei den deutschen Fans sorgen.

Allen voran trägt der Mönchengladbacher Heidfeld, WM-Fünfter des vergangenen Jahres, die größten Hoffnungen. Von einem Sieg am Sonntag zur vorgezogenen Frühstückszeit in Deutschland ist ebenso wie eine Woche darauf beim Großen Preis von Malaysia nach den Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen F1.08 jedoch nicht auszugehen. "Das erste Rennwochenende ist immer die Stunde der Wahrheit. Da zeigt sich, wer wo steht", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Rosberg rechnet sich viel aus 

Weit vorne könnte sich Rosberg im Williams-Toyota einreihen nach den starken Testergebnissen im Winter. Der Wiesbadener freut sich schon auf den Moment, wenn die roten Ampeln erlöschen. "Beim ersten Start in Melbourne wird man was erleben. Da kommt der Achte auf den fünften Rang und umgekehrt. Ausschlaggebend ist, wie man die Traktion auf den Boden bringt", sagte der 22-Jährige.

Mehr denn je ist in den rund 760 PS starken Rennwagen das Gefühl in den Füßen gefragt, nachdem die sogenannte Traktionskontrolle (TC) verboten wurde und der 5,303 Kilometer lange Stadtkurs im Albert Park zudem kaum Grip bietet.

So wie Rosberg kennt sich auch Hamilton noch bestens mit dem Fahren ohne TC aus. Der 23-Jährige gewann ein Jahr noch Rosberg (2005) die Nachwuchsserie GP2, in der die Traktionskontrolle nie eingesetzt wurde. 2007, in seinem Premierenjahr in der Königsklasse verpasste er am Ende einer sportlich spektakulären und sportpolitisch nervenzehrenden Saison - Rekordgeldstrafe für McLaren-Mercedes und Abzug aller Teampunkte wegen der Spionage-Affäre - den Thron nur um einen Punkt.

Alonso prophezeit schweren Auftakt 

"Wir würden gerne mit einem unserer Fahrer einen Punkt mehr machen als der beste Konkurrent und nicht mit zwei jeweils einen weniger wie in der letzten Saison", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Neben dem viermaligen Grand-Prix-Gewinner Hamilton schicken die Silberpfeile Heikki Kovalainen aus Finnland ins Rennen, der bei Renault den Platz für Rückkehrer Fernando Alonso hatte räumen müssen und dessen Cockpit bei den Silbernen erhielt. 

Der zweimalige Champion Alonso prophezeite sich und seinem alten und neuen Renault-Team derweil ein "nicht einfaches" erstes Rennen. "Ich weiß, dass ein Sieg oder ein Podium in Australien schwierig sein werden, aber man weiß ja nie, was während eines Rennens passiert", sagte der Spanier.

Toro Rosso der Geheimtipp 

Eine heiße Angelegenheit wird der Auftakt, dessen Start im Kampf um Fernsehzuschauer in Europa und um die Zukunft der Rennstrecke im Rennkalender um anderthalb Stunden nach hinten verlegt wurde (Start: 15.30 Uhr/Ortszeit) aber nicht nur wegen der vorhergesagten sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Vor allem die Ungewissheit über den wahren Leistungsstand steigert die Spannung.

Von Experten als potenzielle Überraschung wird vor dem ersten echten Kräftemessen Toro Rosso mit dem deutschen Piloten Vettel gerechnet. "Die Wintertestfahrten waren sehr gut für uns. Es sieht so aus, als hätten wir die Lücke zum Mittelfeld geschlossen", sagte der 20-Jährige aus Heppenheim vor dem Start in seine erste komplette Saison.

Glock hoffnungsfroh 

Auch Toyota-Neuzugang Glock, der 2004 vier Grand Prix für Jordan bestritt, wird erstmals als Stammpilot zur deutschen Fahrer-Flotte gehören. "Mein Ziel ist es, in diesem Jahr konstant um Punkte zu kämpfen, und ich hoffe, dass ich in Melbourne einen starken Start in die Saison hinlegen kann," sagte Glock, der zwei Tage nach dem Australien-Rennen seinen 26. Geburtstag feiert.

Landsmann Adrian Sutil will unterdessen "alles Mögliche versuchen", um in diesem Jahr besser als 2007 zu sein. In der vergangenen Saison spielte er beim Force-India-Vorgänger Spyker mit einem Punkt am Ende keine große Rolle.


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