Dienstag, 11.03.2008

Formel 1

"Im vergangenen Jahr mehr Druck gespürt"

Melbourne - Doppelte WM-Revanche: Ein Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in einem möglichen EM-Finale gegen Italien würde auch Formel-1-Vizeweltmeister Lewis Hamilton zusätzlichen Schub verleihen.

formel 1, hamilton
© DPA

"Es wäre ein Spaß zu sehen, wenn Deutschland das Endspiel gegen Italien bestreiten würde und gewinnt - das könnte ein gutes Omen für den Ausgang in der Formel-1-Weltmeisterschaft sein", sagte der 23 Jahre alte Engländer in Diensten des britisch-deutschen Rennstalls McLaren-Mercedes in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Dass die Three Lions die Endrunde der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz verpassten, sei auch für ihn enttäuschend gewesen.

"Aber das gehört zum Spiel dazu. Das ist dasselbe in unserem Sport, wenn selbst ein Top-Team gezwungen ist, nach Problemen im Qualifying von hinten ins Rennen zu starten", sagte Hamilton.

Sieg in Melbourne zum Ziel

Mit derartigen Malaisen will sich der McLaren-Mercedes-Mann in Melbourne aber nicht herumschlagen und im Duell mit Titelverteidiger Kimi Räikkönen und Ferrari gleich zum Auftakt in Australien den Führungstreffer erzielen.

"Ich gehe mit dem Ziel dorthin zu gewinnen und wir werden hart daran arbeiten, das zu schaffen", sagte Hamilton, der im Albert Park vor einem Jahr bei seinem Renndebüt Dritter geworden war.

Insgesamt fuhr der smarte Brite in seiner Rookie-Rennsaison vier Siege ein und holte 109 Punkte. Mit dem vorzeitigen Aus in China und dem verpassten Titel beim Saisonfinale in Brasilien musste der PS-Profi aber auch Rückschläge wegstecken.

"Bin ein besserer Fahrer als vor einem Jahr"

Ein Lerneffekt blieb auch für den Lehrling mit bereits meisterlichen Leistungen nicht aus. "Ich weiß mehr über das Gewinnen, und das Verlieren, über die Qualifikation - ich denke, ich bin ein besserer Fahrer als vor einem Jahr", sagte Hamilton.

"Im vergangenen Jahr wusste ich nicht wirklich, was auf mich zukommt, ich bin ein bisschen ins Blaue hinein gestartet."

Im zweiten Anlauf - das schaffte auch Michael Schumacher nicht - will er nun mit den Silbernen ins Schwarze treffen. "Ich weiß, wie ich mich vorzubereiten habe, um Energie zu sparen. Manchen mag es vorkommen, als sei ich ruhiger und leiser geworden oder so, aber ich bündle mir meine Kraft für Qualifying und Rennen", so Hamilton, der bereits mit Bravour die Bewährungsprobe im ersten Formel-1-Jahr bestanden und auch das stallinterne Duell mit Dauernörgler Fernando Alonso - immerhin zweimaliger Weltmeister - für sich entschieden hatte.

Auch die Schlagzeilen um die Spionage-Affäre und die Strafen durch den Weltverband FIA brachten Hamilton nicht aus der Spur.

"Dich ständig zu verbessern ist mein Ziel. Aber das passiert nicht über Nacht. Das braucht Jahre", konstatierte der GP2-Gewinner von 2006.

Neuer Vertrag bis 2012

Langfristig planen kann er mit seinem Team. Der Vertrag des ersten dunkelhäutigen Titelaspiranten in der Formel 1 wurde jüngst zu stark verbesserten Bezügen bis 2012 vorzeitig verlängert.

Trotz der riesigen Erwartungshaltung vor allem in England fühlt Hamilton aber keine gesteigerte Belastung. "Für mich kann ich sagen: Ich habe im vergangenen Jahr mehr Druck gespürt."

Und wie geht er generell mit Druck um? "Mir setzt niemand höhere Ziele als ich es jetzt selbst mache." Dass Fans auf der ganzen Welt sich für ihn und die Formel 1 interessieren und sich in Bars mit Freunden über ihre Erwartungen austauschen würden, sei "einfach fantastisch". "Aber ich übertrage diese Erwartungen deshalb nicht zwingend auf mich selbst."

Enge Beziehung zu Haug

Der als sportlicher Ziehsohn des McLaren-Chefs Ron Dennis geltende Hamilton lobte auch das "sehr, sehr enge" Verhältnis zu Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

"Norbert spielt und hat schon immer eine Schlüsselrolle in dem Team gespielt, schon bevor ich kam", betonte Hamilton.

Ob die beiden der deutschen Mannschaft bei einer möglichen Wiederauflage des WM-Halbfinals gemeinsam die Daumen drücken, bleibt abzuwarten. Am 29. Juni hat die Formel 1 zumindest spielfrei.


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