Dienstag, 04.03.2008

Williams jagt Ferrari und McLaren

"Fahr nicht so schnell!"

München - Nico Rosberg ist trotz seiner Erfolge in der Formel 1 ein ganz normaler Junge geblieben. Und als ganz normaler Junge will man von Kindesbeinen an eines unbedingt vermeiden: seine Mutter enttäuschen.

rosberg, williams
© Williams

Daraus wird diesmal aber leider nichts werden, denn Mutter Sina fordert Unmögliches von ihrem Sohn: "Fahr nicht so schnell!"

Schnell fahren ist genau das, was Nico beruflich tun muss, wenn er den Erfolg haben will, den ihm alle Experten zutrauen. Und er muss es jetzt tun, denn mit dem Williams FW30, dessen endgültige Lackierung nun enthüllt wurde (Bild), hat er ein Auto, mit dem er zumindest in den ersten Rennen vielleicht sogar um Podestplätze kämpfen kann.

Den Platzhirschen einen Schreck einjagen

Die Testzeiten des Winters lassen sogar die Verantwortlichen im Team frech werden. "Ich wäre natürlich enttäuscht, wenn wir es nicht schaffen würden, den Platzhirschen Ferrari und McLaren im Laufe des Jahres den einen oder anderen Schreck einzujagen", sagte Williams-Miteigentümer Patrick Head. "Ferrari hat den WM-Titel gewonnen, also sind sie das Ziel."

Abgesehen von einigen geplanten Ausreißern nach oben ist der Kampf um Platz drei hinter den beiden Großen das Ziel, sogar BMW-Sauber ist für Head nicht außer Reichweite, auch wenn er zugibt: "Sie hatten einen schwierigen Start, aber sie scheinen ihre Probleme ziemlich gut gelöst zu haben und werden sicher schnell sein."

Die Achillesferse von Williams war in den vergangenen Jahren oft die Entwicklungsgeschwindigkeit. Mit rund 100 Millionen Euro weniger Budget als die großen Werksteams kann das Privatteam im Laufe der Saison das Tempo nicht ganz mitgehen.

"Wir wollen Renault und Red Bull schlagen"

Davon lässt sich Rosberg jedoch nicht abschrecken. "Wir wollen Renault und Red Bull schlagen", lautet die Devise. Das Ziel ist ein Podestplatz: "Da gehört sicher Glück dazu, aber es wäre schon cool."

Bei so viel Optimismus in einem Mittelfeld-Team kann einem fast schon angst und bange werden. Das dachte sich wohl auch Frank Williams, als er sagte: "Ich unterschreibe all das, was in der Presse steht, nicht. Unsere Gegner, von denen es viele gibt, sind genauso konkurrenzfähig wie wir."

So spricht ein Mann, der seit mehr als 40 Jahren ein eigenes Team leitet. Der 65-Jährige hat schon zu viel erlebt, um auf das Pfeifen im Walde vor einer neuen Saison allzu viel zu geben.

Nico Rosberg ist 43 Jahre jünger, bei ihm ist Träumen noch erlaubt.

Alexander Mey

Diskutieren Drucken Startseite
Trend

Breitere Reifen, breitere Autos. Wir die Formel 1 durchs neue Reglement spannender?

Michael Schumacher wurde 1997 mit einem zwei Meter breiten Ferrari Weltmeister in der Formel 1
Ja
Nein
Interessiert mich nicht

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.