
Nach Nazi-Sex-Skandal
Rücktritt von Mosley gefordert
München - FIA-Präsident Max Mosley steht nach dem Auftauchen eines skandalösen Sex-Videos das Wasser bis zum Hals.
Die englische Zeitung "News of the World" hat Mosley mit versteckter Kamera bei einer Sado-Maso-Orgie mit fünf Prostituierten in Nazi-Kostümen erwischt und Ausschnitte eines fünfstündigen Filmdokuments veröffentlicht.
Auf den Aufnahmen ist Mosley zweifelsfrei zu erkennen, wie er sich in einer Wohnung in London mit den Prostituierten trifft, um eine verstörende Sex-Party zu feiern. Die "Bild"-Zeitung hat sich mittlerweile von "News of the World" bestätigen lassen, dass das gesamte Video in ihrem Besitzz ist und dass es sich definitiv um Mosley handelt.
Jüdische Organisationen fordern Rücktritt
Der Aufschrei der Empörung brandet gerade auf. Jüdische Organisationen in Großbritannien reagierten bestürzt und forderten Mosleys Rücktritt. Stephen Smith, Direktor des britischen Holocaust-Zentrums, übte scharfe Kritik: "Das ist eine Beleidigung für Millionen Opfer, Überlebende und deren Familien. Er muss sich entschuldigen. Er sollte zurücktreten."
Auch der frühere Formel-1-Rennfahrer Sir Stirling Moss rechnet mit Konsequenzen. "Ich sehe nicht, wie er weitermachen könnte. Was hinter verschlossenen Türen, ist zwar seine Sache, aber wenn so etwas herauskommt, das ist ein absoluter Schock", sagte Moss. Die FIA wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben.
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone äußerte sich zwar zu den Vorwürfen, wirkte dabei allerdings hilflos. Er sagte der Tageszeitung "Times", es könne sich auch um einen Scherz Mosleys handeln. "Was Leute privat machen, ist ihre Sache. Ich glaube nicht, dass es den Sport in irgendeiner Weise beeinflusst", sagte Ecclestone.
Mosley kann sich in Bahrain nicht blicken lassen
Das ist unwahrscheinlich, denn immerhin steht am kommenden Wochenende der Große Preis von Bahrain auf dem Programm, dort kann Mosley nach den aktuellen Enthüllungen den sittentreuen Scheichs eigentlich auf keinen Fall entgegentreten.
Und dann auch noch die Anti-Rassismus-Kampagne, die Mosley nach den Angriffen auf Lewis Hamilton bei den Testfahrten in Spanien ins Leben gerufen hatte. All das steht durch die Enthüllungen in einem ganz neuen Licht.
Mit dem Ledergürtel ausgepeitscht
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Doch was ist eigentlich passiert? Wie "News of the World" beschreibt, stellte Mosley KZ-Szenen nach, indem er die Frauen mit Nazi-Uniformen ausstattete und sich nackt nach Läusen untersuchen ließ.
Später ließ er zunächst sich selbst mit einem Ledergürtel traktieren, bevor er seinerseits Hand an die Frauen legte, die über eine Folterbank gefesselt waren. Dabei soll er auf Deutsch Kommandos gerufen haben. Im Anschluss hatte er mit den Prostituierten Sex.
Für die Dienste der Prostituierten soll Mosley 2500 Pfund (3160 Euro) bezahlt haben. Die bei Youtube.com veröffentlichten kurzen Ausschnitte aus dem Video wurden bis zum Montagnachmittag rund 140.000 Mal heruntergeladen.
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Vater war bekennender Faschist
Besonders brisant an der Szenerie ist, dass Mosleys Vater Sir Oswald Mosley bekennender Faschist und Hitler-Anhänger war. Von derartigen politischen Neigungen hatte sich der FIA-Präsident im Bezug auf seine Person stets distanziert.
Jetzt dabei gefilmt worden zu sein, wie er in einer SM-Session KZ-Szenen nachstellt, ist nicht nur für ihn selbst maßlos peinlich, droht auch seine politische Karriere zu beenden.
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