Montag, 10.03.2008

Was ändert sich in der F1?

Mehr Action!

München - Am kommenden Wochenende startet die Formel 1 in Melbourne in ihre neue Saison. Vorhang auf. Denn erstmals bestreitet Timo Glock ein Rennen im Toyota, geht Fernando Alonso wieder mit seinem alten Renault-Teams ins Rennen.

Ferrari, Testfahrt, F2008
© Getty

Doch nicht nur Fahrer und Autos sind neu - auch am Reglement hat sich einiges verändert. Doch was? SPOX zeigt, was Sie zum Saisonstart auf jeden Fall wissen sollten.

Fahrhilfen: Die Piloten müssen ab sofort auf diverse elektronische Fahrhilfen verzichten. So fällt zum Beispiel die Traktionskontrolle weg, die bisher beim Beschleunigen ein Durchdrehen der Räder verhinderte. Mindestens genauso entscheidend ist der Wegfall der elektronisch gesteuerten Motorbremse EBS. Sie hatte den Boliden beim Bremsen mehr Stabilität verliehen. Fazit von Fernando Alonso: "Nun muss man viel vorsichtiger agieren."
Auswirkungen für die Zuschauer: Mehr Action. Besonders im Regen.

Qualifikation: Auch das Qualifikationstraining wurde leicht modifiziert. So bleibt zwar das dreiteilige Format erhalten, wird aber umstrukturiert. Während der ersten 20 Minuten (bisher 15) dürfen alle Autos auf die Strecke - die sechs langsamsten Piloten scheiden aus. Das gilt auch für den zweiten Abschnitt, der weiter 15 Minuten dauert. Im dritten Teil des Trainings (nun nur noch 10 Minuten) treten die zehn schnellsten Piloten gegeneinander an. Und hier gilt: Nachtanken verboten. Durfte bisher der verfahrene Sprit wieder aufgefüllt werden, müssen die ersten Zehn nun mit dem Rest des Trainings-Benzins an den Start.
Auswirkungen für die Zuschauer: Weniger Runden, dafür entscheidende. Anstatt in den ersten Minuten im Schongang nur Benzin zu verbrennen, geht es jetzt gleich zur Sache.

Getriebe & Motor: Ein Getriebe muss jetzt vier Rennen durchhalten. Wird die Schaltung vorher getauscht, muss der betroffene Fahrer fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten. Zehn Plätze zurück geht es beim Wechsel des Motors (der weiter zwei Rennen überstehen muss). Wird das Aggregat erst nach der Qualifikation getauscht, startet der Fahrer sogar von ganz hinten. Der erste unplanmäßige Motorwechsel des Jahres bleibt ohne Strafe. Zudem ist nun nicht nur die Weiterentwicklung der Motoren, sondern aller damit verbundenen Teile wie zum Beispiel der Lichtmaschine und Benzinpumpe verboten.
Auswirkungen für die Zuschauer: Mehr Spannung. Denn vermutlich werden sich noch häufiger Top-Piloten nach Defekten von hinten durchs Feld arbeiten müssen.

Einheitselektronik: Alle Boliden sind jetzt mit der gleichen reglementierten Bord- Elektronik ausgestattet. Die sogenannte Engine Control Unit (ECU) steuert alle Komponenten an Motor und Getriebe und wird vom McLaren-Tochterunternehmen MES geliefert. Damit will die FIA die Kosten drücken und den Einsatz verbotener elektronischer Hilfsmittel unterbinden.
Auswirkungen für die Zuschauer: Klarheit. Es sollte weniger Diskussion über mögliche Vorteile durch verbotene Elektronik geben.

Jugend forscht: Nachwuchsfahrer dürfen wieder mehr testen. Denn Tests von Piloten, die in den vergangenen 24 Monaten weder ein Formel-1-Rennen bestritten haben noch innerhalb dieser 24 Monate an mehr als vier Testtagen teilgenommen haben, fallen nicht mehr unter die strikte Test-Limitierung von 30.000 Kilometern pro Team und Saison.
Auswirkungen für den Zuschauer: In Zukunft sollten noch mehr junge Piloten vom Schlage eines Nico Rosberg gut ausgebildet in die Formel 1 kommen.

Bio-Benzin: Die Formel 1 fährt ab sofort mit einem gewissen Anteil Biosprit. Genauer gesagt 5,75 Prozent des Kraftstoffes sollen ökologisch sein. Damit erfüllt die Rennserie bereits jetzt die EU-Richtlinien für Straßenfahrzeuge für das Jahr 2010.
Auswirkungen für den Zuschauer: Keine.

Jan-Hendrik Böhmer

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