Donnerstag, 27.03.2008

Neue Gerüchte um einen möglichen Wechsel

Alonsos heißer Ferrari-Flirt

München - Es läuft nicht rund bei Renault. Hatte man sich bei den Franzosen nach der Rückkehr von Hoffnungsträger Fernando Alonso insgeheim auf eine erfolgreiche Saison gefreut, kehrte spätestens nach dem zweiten Rennen Ernüchterung ein. Und zu allem Überfluss flirtet der einst verlorene Sohn schon wieder mit einem neuen Arbeitgeber.

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© Getty

Hatte Alonso beim Chaos-Rennen von Melbourne noch mit dem vierten Platz über die offensichtlichen Probleme hinweggetäuscht, wurde die Truppe von Flavio Briatore mit den Rängen acht und elf in Malaysia unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Heidfeld düpiert Alonso und Coulthard: Die Highlights aus Sepang bei SPOX.TV.

Anstatt wie geplant mit BMW-Sauber um Platz drei in der Konstrukteurswertung zu kämpfen, muss man sich nun sogar Toyota und Red Bull geschlagen geben. Das neue Auto scheint zu Beginn des Jahres noch schwächer zu sein, als in der vergangenen Saison. Kurz gesagt: Ohne den Ausfall von Felipe Massa hätte es für Alonso in Sepang nicht mal für Punkte gereicht - so viel zu den wahren Kräfteverhältnissen.

Erster Frust bei Alsonso

Für einen Doppelweltmeister wie Alonso ist das offenbar nur schwer zu akzeptieren. "Das ist schon etwas frustrierend", gibt er in der spanischen Zeitung "AS" offen zu. Und auch Renaults Teammanager Steve Nielsen sagt im Team-Podcast: "Das war sicher nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht hatten. Wir sind nicht hier, um Achter zu werden."

Nur Teamchef Briatore will von einer Krise noch nichts wissen. "Wenn wir etwas haben, was die Presse als Mittelfeldauto bezeichnet, dann hatte Ferrari in Melbourne etwas, was man als gar kein Auto bezeichnen müsste", lästert der Italiener und spricht auf "formula1.com" zudem von einem "sehr vielversprechenden Entwicklungsverlauf".

Renault in der Krise? Der Team-Steckbrief zur Truppe von Flavio Briatore. 

Große Worte, denen nun Taten folgen sollen - allein um Alonsos bekanntlich begrenzte Geduld nicht zu sehr zu strapazieren. Und so kündigte das Team für Alonsos Heimrennen in Spanien Ende April gleich mal neue Teile an und will spätestens bis zum Rennen in der Türkei das tatsächliche Potential des R28 offenbaren.

"Habe die Option das Team zu verlassen"

Und Alonso selbst? Er sagt neuerdings zwar, es sei nicht der richtige Zeitpunkt zum Aufgeben, hält sich aber dennoch alle Möglichkeiten offen. "Ich habe die Option, das Team zu verlassen", so der Spanier im "Guardian". "Damit habe ich immer die Möglichkeit, das beste Auto zu bekommen. Und es ist klar, dass Ferrari eines der besten Autos hat."

Ein neuerliches Liebesbekenntnis an die Scuderia, mit dem er die Spekulationen um seinen Wechsel wohlwissentlich weiter befeuert. "Massa hatte zwei schlechte Rennen mit Fehlern, da ist es nur logisch, dass spekuliert wird", erklärt Alonso. "Aber es wäre noch viel zu früh, um von einen Wechsel zu sprechen." Ein Dementi hört sich trotzdem anders an.

Vorvertrag mit Ferrari?

Von einem möglichen Vorvertrag war deshalb bereits die Rede. Doch den dementiert jetzt der angebliche zukünftige Arbeitgeber. "Es gibt keinen wie auch immer gearteten Vertrag zwischen Fernando Alonso und Ferrari", sagt Pressesprecher Luca Colajanni gegenüber "Motorsport aktuell". "Und wir weisen darauf hin, dass wir zwei Fahrer für die Saison 2009 verpflichtet haben: Räikkönen und Massa."

So jedenfalls die offizielle Version. Doch hinter den Kulissen rumort es gewaltig: Nach seinem Dreher in Sepang vermisste Massa die Rückendeckung seines Teams und neben Alonso wurde auch Sebastian Vettel bereits als möglicher Ersatz gehandelt. Und Alonso? Der hat sein Team bereits aus deutlich niedrigeren Beweggründen verlassen.

Jan-Hendrik Böhmer

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