Donnerstag, 07.02.2008

Neues aus der Königsklasse

Luftnummern & große Träume

München - Ferrari und Toyota testen ab Samstag wieder in der Wüste von Bahrain - und das Ergebnis ist leicht vorherzusagen: Ferrari demütigt Toyota.

Ferrari, Testfahrt, F2008
© Getty

Bereits seit Anfang der Woche sind beide Teams auf dem Bahrain Sakhir Circuit von Manama unterwegs und während Kimi Räikkönen einen Streckenrekord nach dem anderen aufstellt, musste Toyota-Pilot Jarno Trulli in der "Gazzetta dello Sport" bereits einräumen, "dass wir noch weit davon entfernt sind, wo wir beim ersten Rennen sein wollen."

In Zahlen ausgedrückt: Mindestens 1,339 Sekunden. Denn näher sollte in der gesamten Woche keiner der Toyota-Piloten an den Top-Ferrari von Räikkönen herankommen. Ganz im Gegenteil. Oft waren es sogar zwei oder mehr Sekunden. Die Tendenz scheint damit klar: Während Ferrari wieder der Top-Favorit auf den Titel ist, steht Toyota entgegen der großen Erwartungen ein erneutes Jahr in den Tiefen des Mittelfelds bevor. 

Doch auch abseits der Wüste tut sich einiges. SPOX.com fasst die wichtigsten Neuigkeiten aus der Königsklasse zusammen.

Piquet verliert die Bodenhaftung: Noch vor seinem ersten Rennen in der Königsklasse geht Nelson Piquet jr. in die Luft. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Präsident der brasilianischen Fluglinie TAM schenkte dem Teamkollegen von Fernando Alonso einen eigenen Privatjet im Wert von knapp 1,8 Millionen Euro. Ganz Brasilien steht Kopf, doch der 22-Jährige bleibt gelassen und kommentiert das Geschenk nüchtern: "Ich spare dadurch viel Zeit und kann mehr trainieren." 

Träume - Made in India: Von wegen Hinterbänkler - wenn es nach Giancarlo Fisichella geht, dann gehört sein Force India ab sofort zum oberen Mittelfeld der Königsklasse und kann um Punkte und ab 2009 sogar um Podestplätze kämpfen. "Ich will mit diesem Team großartige Resultate erzielen, Punkte sammeln und 2009 vielleicht aufs Podium", sagte der Italiener zu "autosport.com". Grund für seinen Optimismus ist neben einem vierten Platz bei den Testfahrten in Barcelona auch das gestiegene Budget. "Damit können wir wirklich einen großen Schritt vorwärts machen", so Fisichella. Teamkollege Adrian Sutil bremst allerdings den Optimismus des ehemaligen Renault-Piloten: "Ich denke, wir sollten für dieses Jahr nicht allzu viel erwarten", so der Deutsche.

Mit Williams in den Süden: Die Testabteilung des Traditionsrennstalls soll aus dem verregneten England ins sonnige Valencia umziehen. Das berichtet jedenfalls die spanische Zeitung "AS". Mit dem Tapetenwechsel will das Team von Nico Rosberg vor allem die Reisekosten zur nahe gelegenen Teststrecke Circuit Ricardo Tormo sparen und wegen der kurzen Wege noch effizienter testen. Hinter dem Steuer werden dabei vermehrt spanische Nachwuchs-Piloten sitzen: Denn angeblich hat Williams dies der dortigen Regierung als Gegenleistung für ihr Entgegenkommen versprochen. 

England-GP in Gefahr: Trotz der zahlreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in Silverstone scheint eine mögliche Streichung des England-GP noch lange nicht vom Tisch. "Selbst wenn sie alles so umbauen, wie wir es gerne hätten, dann ist das nächste Problem das fehlende Abkommen für die Rennen ab 2010", sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der englischen Zeitung "The Daily Telegraph".

"Und bisher wurde darüber überhaupt nicht diskutiert. Abgesehen von einem Statement, wonach keine Chance besteht, dass wenigstens der gleiche Betrag wie bisher gezahlt wird", so Ecclestone. Zur Erklärung: Um ein Rennen austragen zu dürfen, muss der Veranstalter einen bestimmten Betrag an den F-1-Boss überweisen. Und während das bei den meisten Rennen mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr sind, kostet es den Britsh Racing Drivers' Club als Veranstalter des England-GP lediglich geschätzte elf Millionen. Doch nun will Ecclestone mehr.

Jan-Hendrik Böhmer

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