Dienstag, 15.01.2008

Ralf Schumacher und die DTM

Die todernste Spaß-Aktion

München - Während Ralf Schumacher seinen Ausflug in das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) noch immer als Spaß-Aktion abtut, sieht man die Proberunden bei Mercedes- und DTM-Führung als ernsthaften Test.

Ralf Schumacher, DTM, Testfahrt, Mercedes
© Getty

So gerät etwa DTM-Chef Hans Werner Aufrecht bereits beim bloßen Gedanken an Schumacher als mögliches Zugpferd der Rennserie ins Schwärmen. "Mit seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit wäre Ralf ein großer Gewinn für die DTM", sagte Aufrecht.

Deshalb freue er sich sehr, dass der 32-jährige Ex-Formel-1-Pilot die Chance auf einen Test im DTM-Mercedes bekommen habe. Der Grund: Nach dem Karriereende von Mika Häkkinen fehlt der Serie ein echtes Zugpferd. "Für die DTM und ihre Fans wäre die Verpflichtung von Ralf Schumacher auf jeden Fall eine tolle Sache", sagte Aufrecht.

"In erster Linie eine Spaß-Aktion"

Doch Schumacher will davon nichts wissen. Vor den ersten Runden im portugiesischen Estoril spricht er weiter davon, dass der Test "in erster Linie eine Spaß-Aktion" sei.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug habe ihm schon immer mal zeigen wollen, wie man einen Tourenwagen richtig abstimmt, meinte der Wahl-Salzburger. "Also, jetzt fahre ich erstmal - und dann schauen wir weiter", wird Schumacher in der "Bild" zitiert.

Test ist keine PR-Nummer

Haug selbst sieht das anders. "Die Tests sind sehr ernst gemeint und keine PR-Nummer", sagte Haug dem "sid". Die Probefahrten sollen intensiv sein, damit Schumacher sieht, wie sich ein DTM-Auto verhält: "Ralf muss merken, ob diese Rennwagen zu seinem Fahrstil passen. Als F-1-Pilot hat er ja seine Fahrweise, doch die DTM ist eine völlig andere Welt."

Und auch wenn beide Seiten betonen, dass es sich bei Schumachers Fahrten in Estoril um keinen Shootout mit den anderen Kandidaten um ein DTM-Cockpit handelt, wird der Ton ernster. "Wenn Ralf nach den Tests zu mir kommt und meint, dass er diese Autos nicht mag, brauchen wir erst gar nicht weiterzureden", so Haug.

Im Klartext: Kann Schumacher im Mercedes nicht überzeugen, ist die DTM-Tür zu. Denn: "Wichtig ist seine Begeisterung für die DTM", sagte der Mercedes-Sportchef.

Sein Bruder Michael hatte ihm bereits im Vorfeld von einem möglichen Engagement abgeraten. "Ich glaube, wir haben nicht genügend Talent dafür. Das ist eine ganz andere Welt", sagte der siebenmalige F-1-Weltmeister.

Der absolute Magnet fehlt

Das bekam auch Mika Häkkinen zu spüren. Sportlich konnte der "fliegende Finne" nicht den erhofften Titelerfolg einfahren, dafür avancierte er aber vom ersten Tag seines DTM-Wirkens für Mercedes-Benz an aber zum Liebling der Fans.

Nach dem Weggang von Häkkinen fehlt indes der absolute Magnet für die Massen. In der vergangenen Saison hatte die Rennserie wegen chaotischer Rennen und heftiger Zwistigkeiten zwischen den beiden einzig noch vertretenen Marken Mercedes-Benz und Audi zudem auch Negativ-Schlagzeilen zu verkraften.

Dem Zuschauerinteresse tat dies jedoch keinen Abbruch. Dennoch würden künftige DTM-Auftritte von Ex-Toyota-Fahrer Ralf Schumacher die Popularität der Rennserie immens steigern und die Zuschauerzahlen in die Höhe treiben.


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