Mittwoch, 16.01.2008

Hill-Kritik und Übernahme-Gerüchte

Wirbel um die Silberpfeile

München - Die Formel-1-Welt blickt nach Jerez, um zu sehen, wer denn nun den besten Start ins neue Jahr geschafft hat.

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© DPA

Die wichtigsten Fragen: Ist Ferrari wirklich so stark wie die ersten Tests andeuten, und wie hat McLaren-Mercedes das Spionage-Jahr 2007 verkraftet?

Geschäftsführer Martin Whitmarsh hatte bei der Präsentation des neuen Autos zugeben müssen, freiwillig in drei Bereichen des Autos nicht das volle Entwicklungs-Potenzial ausgeschöpft zu haben, um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, man habe Wissen aus den Ferrari-Unterlagen verwendet.

Zu sehr geschadet hat das nach den ersten Eindrücken aus Jerez nicht, denn Pedro de la Rosa und Heikki Kovalainen waren bislang recht schnell unterwegs. Aber was hat das nach nur zwei Testtagen schon zu sagen?

Hill befürchtet Ferrari-Dominanz

Nicht viel, wenn man dem ehemaligen Weltmeister Damon Hill glaubt. Der letzte britische Champion sieht die Saison 2008 durch die Hamilton-Brille - und er sieht schwarz.

"Ich bin extrem besorgt, dass McLaren, 2007 einziger Gegner von Ferrari, mit einem am Rücken gefesselten Arm kämpfen muss", wird Hill von "Motorsport-Total.com" zitiert.

Er rechnet nach den Rückschlägen durch die Spionage-Affäre für die Silbernen mit einem Ferrari-Durchmarsch zum WM-Titel: "Selbst als im Vorjahr alles für McLaren gut gelaufen ist, haben sie die WM verloren. Schwer zu glauben, dass in diesem Jahr ein anderes Auto gewinnen wird als der Ferrari. Sie haben den Übergang von der Schumacher-Ära geschafft und Kimi Räikkönen ist nun besser integriert."

Übernimmt Mercedes endgültig McLaren?

Lewis Hamilton wird es nicht gerne hören, er wird sich aber davon auch nicht von seiner Mission abbringen lassen, mit McLaren Weltmeister zu werden.

Oder doch vielleicht mit Mercedes? Glaubt man nämlich neuesten Meldungen des Fachmagazins "auto, motor und sport", dann steht der Stuttgarter Konzern mit Vorstand Dieter Zetsche (im Bild links mit Ron Dennis) unmittelbar vor der Übernahme der Mehrheitsanteile am Formel-1-Team.

Bisher hält Mercedes 40 Prozent der Anteile, die sollen noch vor dem Saisonauftakt in Australien jedoch deutlich erhöht werden. Bei Mercedes wollte man die immer wiederkehrenden Spekulationen zwar nicht kommentieren, doch bereits die Präsentation des neuen Autos im Mercedes-Museum in Stuttgart wurde als Hinweis darauf gewertet, dass Mercedes nach all den Querelen der vergangenen Saison nach deutlich mehr Einfluss im Team strebt.

Es deutet alles darauf hin, dass McLaren-Mercedes auch in der Vorbereitung zur neuen Saison nicht nur auf der Rennstrecke für Schlagzeilen sorgen wird.

Doch diesmal aus deutscher Sicht vielleicht für deutlich positivere. Oder wer hätte schon gegen ein Duell Mercedes gegen BMW etwas einzuwenden?

Alexander Mey

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