Bundestrainer Sturm nimmt DEL in die Pflicht: "Mehr deutsche Spieler unterstützen"

SID
Freitag, 02.02.2018 | 13:08 Uhr
Bundestrainer Sturm nimmt die DEL in die Pflicht: "Mehr deutsche Spieler unterstützen."

Bundestrainer Marco Sturm macht sich Sorgen um die Zukunft des deutschen Eishockeys und nimmt die DEL in die Pflicht.

Noch zögert Marco Sturm. Der Eishockey-Bundestrainer soll vor den Olympischen Spielen seinen Vertrag verlängern, doch er macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Sportart. Vor allem von der Deutschen Eishockey Liga fordert der 39-Jährige mehr Unterstützung.

"Wenn man so weitermacht wie bisher, dann werden wir langfristig nicht unter den Top Ten sein, das funktioniert einfach nicht", sagte Sturm im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst: "Man sieht, wie jung die anderen Länder sind, bei uns werden die Liga und die Nationalmannschaft immer älter."

Sturm fordert mehr Talentförderung in Deutschland

Sturm fordert eine Reduzierung der Ausländerstellen. "Wenn man mehr Deutsche reinbringen will, müssen die Spieler reduziert werden, die nicht in Deutschland geboren sind", sagte der Bundestrainer: "Auch die Förderlizenzregel funktioniert nicht, wie sie soll. Wir müssen mehr U20-Spieler in der DEL zum Spielen bringen, auch konstant. Dann wird die U20-Nationalmannschaft besser, und wir bekommen langfristig mehr Spieler."

Die U20-Junioren hatten im Dezember zum dritten Mal in Folge den Aufstieg in die Top Division verpasst. Sturm fordert schnelle Lösungen, "andere Nationen haben das schon vor zehn Jahren gemacht". Um nicht hinter Sportarten wie Handball und Basketball zurückzufallen, müsse man "mehr deutsche Spieler unterstützen, damit wir eine bessere, gesündere, schnellere Liga und Nationalmannschaft bekommen".

Unterstützung erhält der ehemalige NHL-Profi vom DEB-Präsidenten Franz Reindl. "Es gibt wieder mehr junge deutsche Spieler, die die Qualität für die DEL haben", sagte Reindl dem SID: "Wir müssen jetzt an die nächsten Schritte denken."

Deutsche Spieler oft zu teuer für Clubs

Derzeit dürfen die DEL-Klubs elf Ausländer unter Vertrag nehmen und neun davon pro Spiel einsetzen. Diese Regelung ist seit 2012 nicht mehr verändert worden. Bislang hatte die DEL eine weitere Reduzierung des Ausländerkontingents immer mit den Kosten begründet.

Weil die Zahl deutscher Spieler zu gering sei, seien sie für viele Klubs zu teuer. Einige Klubs - vor allem die Fischtown Pinguins Bremerhaven und die Iserlohn Roosters - setzen auf eingebürgerte ausländische Spieler.

Trotz Sturms Bedenken hofft Reindl noch vor dem Abflug der Nationalmannschaft nach Pyeongchang am kommenden Mittwoch auf die Unterschrift des Bundestrainers unter einen neuen Vertrag. "Wir wollen ein Signal vor Olympia - für die Mannschaft, aber auch für die Fans", sagte der DEB-Präsident.

Zukunft von Sturm ungewiss

Sturms aktueller Vertrag läuft nach der WM im Mai in Dänemark aus. Schon im Herbst hatte es erste Gespräche über eine Verlängerung gegeben. "Ich hoffe doch, dass es früher oder später klappt", sagte Sturm: "Ob es so schnell klappt, weiß ich nicht."

Sturm hatte 2015 das Amt des Bundestrainers übernommen und die Nationalmannschaft wieder unter die Top Acht der Welt geführt. Bei den Weltmeisterschaften 2016 und 2017 erreichte er das Viertelfinale, zudem schaffte er im Herbst 2016 die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Pyeongchang.

Der DEB-Chefcoach holt nach dem letzten DEL-Spieltag vor der Olympia-Pause am Freitag seinen 25-köpfigen Kader in Füssen zusammen. Nach einem dreitägigen Kurzlehrgang bestreitet das deutsche Team am Dienstag in Kloten gegen die Schweiz seine Generalprobe.

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