Eishockey

Eisbären vermasseln Ustorf-Feier

SID
Uwe Krupp muss mit den Eisbären die Kehrtwende einleiten

Die Nummer 14 von Stefan Ustorf hängt seit Mittwochabend an der Hallendecke, doch ansonsten erinnert bei den Eisbären Berlin derzeit nicht mehr viel an die ruhmreichen Zeiten. Der einstige deutsche Eishockey-Serienmeister steckt tief in der Krise: Am Mittwoch setzte es eine 2:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten Krefeld Pinguine, zwei Tage zuvor hatte das Team von Trainer Uwe Krupp sogar eine 1:7-Klatsche in Ingolstadt kassiert. Die Berliner sind nur noch Mittelmaß, Platz acht lautet die triste Realität - 21 Punkte hinter Spitzenreiter München.

"So einen wie 'Usti' hätten wir heute gebrauchen können. Das war einer der beeindruckendsten Spieler, mit denen ich jemals zusammenspielen durfte. Der kam in die Kabine und war sofort ein Leader", sagte Stürmer Florian Busch nach der Niederlage gegen Krefeld über den einstigen Meisterspieler und derzeitigen Sportlichen Leiter der Eisbären.

Die Berliner lassen derzeit genau die Tugenden vermissen, für die Ustorf als Spieler selbst bekannt war: Einsatz, Selbstvertrauen und Führungsstärke. Hinzu kommen eine ganze Reihe Verletzungen. "Es fehlt viel. Jeder muss sich an seine Nase fassen und anfangen, Eishockey zu spielen. Das ist kein schwerer Sport", sagte Busch.

Eigentlich war im letzten Heimspiel des Jahres alles für eine Feier angerichtet gewesen. Vor der Begegnung war Ustorfs Nummer 14 unter die Hallendecke gezogen worden, sie wird von den Berlinern in Zukunft nicht mehr vergeben. "Das ist die größte Ehre, die einem zuteilwerden kann", sagte Ustorf.

Fans wollen Eisbären "kämpfen sehen"

426 DEL-Spiele hatte der 42-Jährige für die Eisbären bestritten, er wurde eine der prägenden Figuren eines Teams, das die DEL zwischen 2004 und 2012 dominierte. Sechsmal gewann Ustorf in dieser Zeit mit den Berlinern die deutsche Meisterschaft.

Seitdem läuft der DEL-Rekordmeister diesen Erfolgen allerdings hinterher. Zweimal in Folge scheiterte das Team in den Pre-Play-offs, in der vergangenen Saison schied der Hauptstadtklub im Viertelfinale aus. Auch Trainer Krupp, der im Dezember 2014 als großer Hoffnungsträger in die Hauptstadt gekommen war, konnte die Eisbären bisher nicht wieder in die Spitze des deutschen Eishockeys führen.

Sehr zum Unmut der Fans, die brachten gegen Krefeld ihren Frust deutlich zum Ausdruck. "Wir wollen euch kämpfen sehen", skandierten die Zuschauer. Und zum Jahresabschluss wartet auch keine einfache Aufgabe: Am Freitag reisen die Berliner nach München - zum Tabellenführer und Meister.

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