"Mission Impossible" gegen Kanada

SID
Mittwoch, 11.05.2016 | 13:28 Uhr
Gegen die Slowakei hat der DEB das erste Spiel gewonnen
© getty
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Nach dem ersten Turniersieg gegen die Slowakei darf die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft wieder aufs WM-Viertelfinale hoffen. Doch nun wartet der große Gold-Favorit, auf den sich vor allem Leon Draisaitl freut.

Das deutsche Nationalteam ist bei der WM in Russland gerade erst in Fahrt gekommen, da könnten die Kufencracks aus Kanada den Aufschwung schon wieder stoppen. Im nahezu aussichtslosen Duell am Donnerstag (19.15 Uhr im LIVETICKER) gegen den schier übermächtigen Titelverteidiger geht es für Leon Draisaitl und Co. vor allem darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen und ein Debakel wie im letzten Jahr zu vermeiden.

"Die Kanadier spielen in einer anderen Liga, aus dem Spiel können wir nur lernen", sagt Bundestrainer Marco Sturm: "Das vergangene Jahr hat aber auch gezeigt, dass es schiefgehen kann." Bei der WM in Prag war die Auswahl des DEB vom Olympiasieger mit 0:10 vom Eis geprügelt worden. Es war die höchste Niederlage gegen das Eishockey-Mutterland seit 48 Jahren.

Kanada ist Turnierfavorit

Auch wenn Superstar Sidney Crosby diesmal nicht dabei ist, haben die Kanadier mit drei ungefährdeten Siegen und 20 Toren ihr Rolle als großer Turnierfavorit eindrucksvoll untermauert. Und sie werden nach zwei Tagen Pause ausgeruht sein. "Das wird eine große Herausforderung für uns, bei ihnen geht es immer hart zum Tor", sagt Mittelstürmer Leon Draisaitl. Der NHL-Jungstar trifft auf drei seiner Teamkollegen von den Edmonton Oilers: "Das sind gute Freunde von mir. Es wird cool, gegen sie zu spielen."

Draisaitl selbst hat sich für das Duell gegen seine Wahlheimat viel vorgenommen, denn das hochgelobte Ausnahmetalent blieb bei der WM bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gerade einmal zwei Torvorlagen gelangen dem 20-Jährigen, der mit einer herausragenden NHL-Saison zur WM gereist war.

Sturm nahm ihn deshalb beim überzeugenden 5:1 gegen die Slowakei aus der Paradereihe mit NHL-Kumpel Tobias Rieder und DEL-Topscorer Patrick Reimer. "Er weiß, dass er besser spielen kann. Aber ich will jetzt keinen weiteren Druck auf ihn ausüben", sagt Sturm: "Es ist nicht einfach, er ist noch ein Kind."

Goalie steht noch nicht fest

Sturms Umstellung der Angriffsreihen, die gegen die Slowaken alle überzeugen konnten, war in jedem Fall ein Schlüssel zum ersten Sieg bei der WM, der dem DEB-Team die Chance auf den Viertelfinal-Einzug wahrte. "Jetzt sind wir wieder im Spiel", freute sich DEB-Präsident Franz Reindl. Er weiß aber auch: "Kanada spielt perfektes Eishockey. Das wird wahnsinnig schwer."

Vor allem auf den Torhüter wartet eine Herkulesaufgabe. Deshalb ist es fraglich, ob Sturm den erst am Mittwoch in St. Petersburg eingetroffenen NHL-Goalie Thomas Greiss bereits gegen Kanada einsetzt. Wahrscheinlicher ist, dass die bisherige deutsche Nummer eins, der Ingolstädter Timo Pielmeier, erst im übernächsten Spiel gegen Weißrussland für Greiss weichen muss. Für Pielmeier ist das kein Problem: "Thomas ist einer der besten Torhüter in der besten Liga der Welt. Wenn er kommt, muss er natürlich spielen."

Dass der Torhüter nach dem Play-offs-Aus mit den New York Islanders den langen Weg nach Russland auf sich nahm, macht DEB-Boss Reindl "stolz". Bundestrainer Sturm musste nicht lange überlegen: "Wenn man einen NHL-Torhüter bekommen kann, dann sage ich nicht nein."

Die WM 2016 im Überblick

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