"Sind immer noch am Telefonieren"

SID
Dienstag, 24.05.2016 | 19:28 Uhr
Christoph Schubert wird unter anderem auch von Wladimir Klitschko unterstützt
© getty
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Stars wie Thomas Müller und Wladimir Klitschko drücken die Daumen: Kapitän Christoph Schubert kämpft unermüdlich um eine Chance für die Hamburg Freezers. Die Last-Minute-Rettung wird zu einem Rennen gegen die Zeit.

Die Uhr tickt unerbittlich am Tag der Entscheidung. Und Christoph Schubert kämpft. Für seine Hamburg Freezers, für eine Zukunft in der DEL. Am Dienstag um 0.00 Uhr läuft die Frist zur Einreichung des Lizenzantrags ab. Für die schwierige Last-Minute-Rettung der "Eisschränke" bleiben dem Kapitän und seinen Helfern nur noch wenige Stunden.

"Wir sind immer noch am Telefonieren, ich kann noch nichts Konkretes berichten", sagte Schubert dem SID vor einer Telefonkonferenz am frühen Dienstagabend. "Unsere Leitung ist 24 Stunden offen, wir reden natürlich unter Zeitdruck." Kurz später kursierten erstmals Gerüchte von einem endgültigen Aus, denen der frühere NHL-Spieler per Facebook widersprach.

Zusätzlich zum Crowdfunding auf der Plattform fairplaid, das die 350.000-Euro-Marke inzwischen passiert hat, habe man einen "sechsstelligen Betrag gesammelt, der uns in Summe an der ersten Million kratzen lässt", schrieb Schubert: "Ob das am Ende langt? Wir wissen es nicht."

Investoren zeigen Interesse

Ein Hoffnungsschimmer ist weiterhin da. Wie Hamburger Medien am Dienstag berichteten, sollen Investoren ihr Interesse an einer zukünftigen Übernahme hinterlegt haben. Doch Schubert, der in seinem aufopferungsvollen Kampf unter anderem von seiner Frau und Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste unterstützt wird, braucht harte Fakten, Zahlen, mit denen er die Anschutz Entertainment Group (AEG) überzeugen kann.

Am vergangenen Mittwoch hatte der Klubbesitzer AEG die Entscheidung verkündet, keine Lizenz für die kommende Spielzeit in der DEL beantragen zu wollen. Die Amerikaner, die auch Eigner der Eisbären Berlin sind, sahen offenbar keine Perspektive für den Klub aus der Hansestadt, der im vergangenen Jahr einen Zuschauerschnitt von 9022 Fans pro Spiel hatte.

Thomas Müller voller Respekt

Den Schock über das plötzlich drohende Aus wandelte Schubert schnell in Energie für seine beeindruckende Rettermission um - und setzte damit eine Welle der Solidarität in Gang. Spitzensportler wie Fußball-Weltmeister Thomas Müller zeigten sich höchst beeindruckt von der Hartnäckigkeit des Freezers-Kapitäns.

Er habe großen Respekt davor, "wie er als Hamburg-Freezers-Kapitän um seinen Klub kämpft. Ich drücke die Daumen!", schrieb der Profi des deutschen Rekordmeisters Bayern München bei twitter. Und der langjährige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hielt ein flammendes Plädoyer für den Erhalt des Spitzen-Eishockeys in der Hansestadt. "Es geht um die Fans, die Liebe zum Eishockey, ein Stück Kultur und die Vielfalt des Hamburger Sports", schrieb der 40-Jährige bei Facebook.

Ob alles Herzblut der Hanseaten, die vielen Gespräche und persönlichen Entbehrungen der vergangene Tage am Ende belohnt werden, liegt vor allem in der Macht des AEG-Chefs Philip Anschutz. "Wir nehmen das sehr ernst und reden mit jedem, der ernsthaft als Partner der Freezers infrage kommt", sagte AEG-Sprecher Moritz Hillebrandt der Hamburger Morgenpost.

Nur noch wenige Stunden bleiben den Freezers für die Rettung.

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