Dienstag, 10.03.2015

DEL-Playoff-Check: Viertelfinale

Mit Vollgas in die fünfte Jahreszeit

Köln? Raus. Krefeld? Raus. Berlin? Raus. Vor den Playoffs wurde gnadenlos ausgemustert. Doch jetzt stehen die acht besten Teams der DEL fest. Als großer Favorit gehen die Adler Mannheim in die Playoffs, treffen allerdings auf euphorisierte Nürnberger. Während München und Hamburg vermeintlich im Vorteil sind, erwartet der Meister einen Gegner auf Augenhöhe. SPOX macht den Playoff-Check.

Der ERC Ingolstadt will seinen Meistertitel aus dem Vorjahr verteidigen
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Der ERC Ingolstadt will seinen Meistertitel aus dem Vorjahr verteidigen

EHC Red Bull München (No. 2) vs. Grizzly Adams Wolfsburg (No. 7)

Saisonbilanz: 4:0 (5:1, 6:0, 3:0, 2:1)

Ausgangslage: Das Angstgegner-Blatt zwischen München und Wolfsburg hat sich in dieser Saison gedreht. Nach zuvor zwölf Pleiten in 16 direkten Duellen demontierten die Münchner den Vorjahres-Halbfinalisten in der vergangenen Hauptrunde teilweise und die Vorgabe in der bayerischen Landeshauptstadt ist klar: Der Titel soll her.

"Es geht darum, Titel zu gewinnen. Klar findet man immer mal auch gute Ansätze, wenn man vorzeitig ausscheidet, aber im Sport geht es schlicht und ergreifend darum, Titel zu holen, um nichts anderes", betonte Trainer Don Jackson am Montag. Von dem Label des Angstgegners will er dagegen nichts wissen: "Die Spiele gegen Wolfsburg waren immer ausgeglichen, auch wenn sie mal nicht zu den Spitzenteams gehört haben. Wir müssen auf ihre Offensive aufpassen und dürfen sie nicht unterschätzen."

Immerhin fehlen den Münchnern mittlerweile neun Spieler, darunter Uli Maurer und mutmaßlich auch weiterhin Andy Wozniewski und Mads Christensen. Dennoch sei das Team "auf einem guten Weg, aber wir müssen auch das ein oder andere Problem überwinden. Ich bin froh, dass es losgeht." Neben den Verletzungen und dem möglichem Übermut angesichts der klaren Duelle in der Hauptrunde gibt es für den EHC vor allem eine Gefahr: Das Wolfsburger Power Play.

Sagenhafte 63 Tore erzielte der Hauptrunden-Siebte in Überzahl (Erfolgsquote von 22,9 Prozent, beides jeweils die Liga-Spitzenwerte), eine Zahl, auf den das Team stolz ist - und dabei dennoch klaren Kopf behält. "Ist kein Verkehr vor dem Tor, verspringt die Scheibe oder ist der Pass ungenau, dann macht es keinen Sinn. In Überzahl ist keine Eile. Die Fans können sich sicher sein, dass wir gern schießen - aber wir wollen auch treffen", betonte Verteidiger Jeffrey Likens.

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Auch in Unterzahl ist Wolfsburg stark (4 Unterzahltore, 40 Gegentore in Unterzahl), gleichzeitig kassierten aber nur die Adler in Unterzahl prozentual weniger Treffer als der EHC (33 Gegentore bei 233 Versuchen). Ansonsten aber spricht wenig für den Underdog. Wolfsburg musste bereits in der ersten Playoff-Runde ran und setzte sich nur knapp gegen Krefeld durch (4:3 OT, 0:2, 3:2) - eine Serie, die Kraft gekostet hat und die erst drei Tage vor dem ersten Duell mit den Münchnern beendet war.

Zudem trifft die durchwachsene Wolfsburger Offense (152 Treffer in der Hauptrunde) auf eine der besten Verteidigungen (127 Gegentore für Red Bull, nur die Adler kassierten weniger). Darüber hinaus fehlt Wolfsburg neben den Langzeitverletzten Peter Lindlbauer, Robbie Bina, Norm Milley und Mark Voakes wohl auch Stürmer Aleksander Poalczek aufgrund einer Unterkörperverletzung.

Players to Watch: Aus Münchner Sicht muss Goalie Niklas Treutle an seine bislang starken Saisonleistungen anknüpfen. Kein Goalie kassierte in der Hauptrunde weniger Tore pro Spiel (2,06), und auch mit seiner Save Percentage (92,3 Prozent) rangierte er in der Top-Fünf. Offensiv wird die Last wieder weitestgehend auf den Schultern von Garrett Roe (51 Scorer-Punkte) und Daniel Sparre (45) ruhen.

Um zu verhindern, dass Wolfsburg erneut unter die Räder kommt, steht auf der anderen Seite Goalie Felix Brückmann im Fokus. Brückmann hielt prozentual in der Hauptrunde die meisten Schüsse (92,8 Prozent) und toppte das in den drei Spielen der ersten Playoff-Runde gegen Krefeld sogar noch, als er sein Team mit unglaublichen 93,8 Prozent gehaltenen Schüssen im Rennen hielt.

Stimmen:

Felix Petermann (Verteidiger Red Bull München): "Für uns ist nicht entscheidend, wer unser Gegner ist. Wir konzentrieren uns auf uns selbst. Wenn wir unser Spiel durchziehen, unsere Leistung abrufen, dann sind wir extrem schwer zu schlagen. Ich denke, dass wir in dieser Saison noch sehr weit kommen können - und werden."

Pavel Gross (Trainer Grizzly Adams Wolfsburg, nach dem knappen Erfolg gegen Krefeld): "Es war ein großer Kampf. Beide Mannschaften sind sich auf Augenhöhe begegnet. Unsere Fans in der Kurve waren laut, das hat uns nach vorne getrieben. Der Dank geht an sie und natürlich an unsere Mannschaft, die es sich am Ende verdient hat, im Viertelfinale zu stehen. Ich werde mich den ganzen Tag mit München beschäftigen."

Prognose: Die Münchner waren schon in der Regular Season Wolfsburgs absoluter Angstgegner und dominierten die Niedersachsen auch in deren eigener Halle. Daran dürfte sich wenig ändern, zumal der Favorit noch einige Tage zur Regeneration hatte. Die starke Defensive wird Wolfsburg zudem vor große Probleme stellen.

Tipp: 4:1 München.

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