Eishockey

NHL-Profi Goc sagt ab

SID
Marcel Goc wird dem DEB-Team nicht helfen können
© getty

NHL-Profi Marcel Goc wird die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Minsk nicht verstärken. Einen Tag nach dem überraschenden Aus in den Playoffs um den Stanley Cup gab der 30-Jährige Bundestrainer Pat Cortina einen Korb.

"Nein, es geht nicht. Ich muss meine Fußverletzung auskurieren", sagte der Stürmer der Pittsburgh Penguins dem "SID".

Cortina hatte nach dem 2:3 am Mittwoch gegen die Schweiz Kontakt mit Goc aufgenommen. "Ich wünsche den Jungs alles Gute", sagte der Angreifer, der bereits an sieben Weltmeisterschaften teilgenommen hat. "Ich habe immer für die Nationalmannschaft gespielt, wenn es ging", erklärte er, "das wird auch in Zukunft der Fall sein."

Ende März hatte Goc einen Bruch und einen Bänderriss im linken Sprunggelenk erlitten. Erst im fünften Achtelfinalspiel kehrte er aufs Eis zurück. "Ich muss den Fuß wieder richtig hinkriegen und mich auf die neue Saison vorbereiten", sagte Goc, der am Dienstag im siebten Viertelfinale mit 1:2 an den New York Rangers gescheitert war: "Es gibt noch die Abschlussbesprechung und die Abschlussuntersuchung, und dann geht's heim zur Familie nach Deutschland."

Das "Nein" aus dem fernen Pittsburgh erreichte die Eishockey-Nationalspieler beim Abendessen in der Residenz des deutschen Botschafters, Wolfram Maas, in Minsk. Ganz ohne prominente Hilfe muss das junge Team das kleine Eishockey-Wunder vollbringen, doch noch ins Viertelfinale einzuziehen.

Die Hoffnung lebt

Bundestrainer Pat Cortina hatte Goc extra einen Platz im WM-Kader freigehalten. Aber auch die schlechte Nachricht aus den USA warf die junge Mannschaft nicht um. Noch lebt die Hoffnung auf die erste WM-Viertelfinalteilnahme seit 2011.

"Die Tür ist noch nicht zu", sagte Shooting-Star Thomas Oppenheimer, mit vier Treffern für mehr als die Hälfte der deutschen Torausbeute zuständig: "Wir haben noch drei Spiele, die wollen wir gewinnen."

Es zählen nur Siege

Zwei Siege sind aller Voraussicht für den Einzug in die K.o.-Runde notwendig. Ein Erfolg gegen den WM-Gastgeber Weißrussland am Samstag (15.45 Uhr) allein reicht nicht. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) müsste auch noch gegen Rekordweltmeister Russland oder die USA gewinnen.

"Wir schauen erst am Ende auf die Tabelle", sagte Jubilar Alexander Barta, der in seinem 150. Länderspiel gegen die Schweiz 35 Sekunden vor Schluss mit einem Lattenschuss den Ausgleich und die mögliche Verlängerung knapp verpasst hatte: "Wir werden wieder aufstehen und weiterkämpfen."

Cortina: "Mal was anderes sehen"

Zuvor stand ein Tapetenwechsel auf dem Programm. Nach vier Spielen in fünf Tagen gab Cortina seinen Spielern am Donnerstag frei.

Einige machte eine Stadtrundfahrt, andere schlenderten auf eigene Faust durch Minsk. "Wir müssen mal ein bisschen was anderes sehen und über was anderes sprechen als Eishockey", meinte Stürmer Kai Hospelt.

Nach der unglücklichen Pleite gegen die Schweiz hätte der Mannheimer allerdings am liebsten sofort weitergespielt. "Der Kopf sagt: Weitermachen. Aber für den Körper ist die Pause ganz gut", sagte der 28-Jährige, "wenn das Adrenalin fehlt, spürt man schon den einen oder anderen Schmerz. Wir wollen mit frischen Beinen wieder angreifen."

Die WM im Überblick

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