DEL-Playoff

Erinnerungen an damals

Von Christoph Köckeis
Mittwoch, 03.04.2013 | 12:40 Uhr
Die Kölner Haie denken nur ungern an die Playoffs 2010 und die Grizzly Adams Wolfsburg
© getty
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Die DEL-Halbfinalserien bringen konträre Gefühle zutage. Unwohl wird den Kölner Haien, wenn sie an den schmerzhaften Playoff-Showdown mit Wolfsburg denken. Stattdessen träumen die Krefeld Pinguine. SPOX blickt auf die Ausgangslage.

Kölner Haie - Grizzly Adams Wolfsburg

Ausgangslage:

Plötzlich kehren sie wieder zurück, die unliebsamen Eindrücke. Jene der Viertelfinalserie 2011. Bis Sonntag waren sie in den Untiefen des Gedächtnisses vergraben. Bis Wolfsburg sensationell die Adler Mannheim eliminierte und als nächster Gegner feststand. Damals machte man in den Playoffs mit dem späteren Vizemeister Bekanntschaft - und wurde in den verfrühten Sommerurlaub verabschiedet.

Heute ist die finanzielle Ungewissheit längst vergessen, der personelle Umbruch vollzogen. Im Klub herrscht Ruhe. Die Haie von heute liefern unter Regie des früheren Bundestrainers und Stanley-Cup-Champions Uwe Krupp konstant ab, wirken eingespielt, schlicht besser. Planmäßig löste man gegen Straubing in fünf Begegnungen das Ticket für die Vorschlussrunde.

Die Kölner Cracks strotzen vor Selbstbewusstsein, das Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen scheint unerschütterlich. Ob ausgerechnet darin die Chance liegt, darf bezweifelt werden. Den Gefallen, sie zu unterschätzen, wird man dem Außenseiter kaum erweisen. Nur mit Mühe retteten sich die Grizzly's in die Postseason.

"Für uns hieß es ab Januar 'Do if Die', das hat die Mannschaft geprägt", sinniert Norman Milley. Über die Qualifikationsrunde führte sie der Weg bis unter die Top 4. Vom aggressiven Auftreten ließ sich bereits Mannheim, bestes Team des Grunddurchgangs, überraschen.

Key-Player:

Alljährlich wird die abgedroschene Weisheit von Defense und Championship bemüht. Wir verzichten jetzt mal bewusst darauf. Selbst wenn diese in Köln freudig vernommen wird. Danny aus den Birken lässt die Fans träumen. Reihenweise entnervte er die Tigers-Angreifer mit einer 94,8-prozentigen Fangquote.

Für die eigentliche Produktion zeichneten sich Felix Schütz und Nathan Robinson verantwortlich. Besonders Letzterer zaubert an guten Tagen. Kaum abzuschätzen, wo er auflaufen würde, wenn da nicht auch die Spiele wären, in denen das Genie dem Wahnsinn weicht.

Das komplette Gegenteil: Marco Sturm. Bei ihm weiß man genau, was man bekommt. Das Verletzungspech abgeschüttelt, läuft der 31-Jährige in den Playoffs warm. Die Erfahrung sucht seinesgleichen. 1006 Einsätze in der NHL können jederzeit Spiele, womöglich sogar Serien, entscheiden.

Bei den Wolfsburgern wussten zuletzt Milley und Matthew Dziedusycki zu brillieren. Mit elf Scorerpunkten überragte das Duo die Konkurrenz im ligaweiten Vergleich. Sie sind die Go-to-Guys, bringen zündende Ideen ein. Nicht minder bedeutend: Aron Brucklehurst.

Er ist der Mann für die Blaue Linie, verkörpert die Zentrale im Powerplay. Dennoch verfügt Andreas Holmqvist, sein Pendant im Haie-Lineup, über etwas mehr Offensiv-Power. Zwischen den Pfosten hexte Daniar Dshunussow. Der 27-Jährige brachte die hochdekorierten Adler-Stürmer zur Verzweiflung. Im direkten Vergleich steht er Aus den Birken kaum nach - eine Save-Percentage von 93,7 ist überdurchschnittlich.

Stimmen:

Felix Schütz (Center, Kölner Haie): "Wir haben vor jedem Gegner Respekt. Aber eigentlich müssten die eher vor uns Respekt haben. Wir verfügen in diesem Jahr über eine super Mannschaft, kennen unsere Stärken. Wenn wir diese umsetzen, müssen wir nicht so viel auf den Gegner achten."

Pavel Groos (Head Coach, Grizzly Adams Wolfsburg): Das war kein Zufall. Mannheim hat uns jetzt siebenmal in Folge, das letzte Punktspiel eingerechnet, in 60 Minuten nicht schlagen können. Darauf kann meine Mannschaft stolz sein

Prognose:

Bei seiner Ankunft gab NHL-Crack Sturm unumwunden die Mission Meistertitel aus. In der Rheinmetropole zählt man nur mehr die Stationen bis zur erhofften Krönung. Da hilft es wenig, dass Ikone Krupp stets auf die Euphoriebremse tritt. Eigentlich muss er das nicht, die Haie werden nach hartem Showdown das Endspiel-Ticket lösen. 3:2 für die Haie.

Seite 2: Krefeld Pinguine vs. Eisbären Berlin

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