Paul Stastny im Interview

"Meine Lieblinge sind Giggs und Scholes"

Von Florian Regelmann
Donnerstag, 06.12.2012 | 15:14 Uhr
Paul Stastny hat in 427 Spielen 374 Scorerpunkte für die Avs gesammelt
© Getty
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Der Lockout hat dafür gesorgt, dass Paul Stastny vorübergehend in der DEL für den EHC Red Bull München spielt. SPOX traf sich mit dem Star-Center der Colorado Avalanche zum Interview. Der 26-Jährige über seine Fußball-Leidenschaft und den Stastny-Clan.

SPOX: Paul, selbst mit der Hilfe von Mediatoren ist keine Bewegung in den Tarifstreit gekommen. Der Lockout nervt inzwischen nur noch. Wie hoch ist Ihr persönlicher Frustrations-Level?

Paul Stastny: Er ist sehr hoch. Da geht es mir wahrscheinlich wie jedem anderen. Das Schlimmste ist gar nicht mal, wie viel Geld durch den Lockout verloren geht. Das Schlimmste ist, wie sehr dem Sport geschadet wird, dadurch dass wir nicht auf dem Eis stehen. In den letzten sieben Jahren ist die NHL so gewachsen, es wurde so viel aufgebaut, das Potenzial ist so groß - und jetzt wird es wieder kaputt gemacht. Da ist es auch egal, ob wir morgen wieder anfangen zu spielen, oder ob die ganze Saison ausfallen wird. Es wird einige Jahre dauern, bis wir wieder da sind, wo wir schon einmal waren. Es ist ein großer Schritt zurück, das ist das traurigste.

SPOX: Wer trägt die Schuld? Red-Wings-Verteidiger Ian White hat Commissioner Gary Bettman als "Idioten" bezeichnet.

Stastny: Der Commissioner arbeitet für die Besitzer, so wie Donald Fehr als Gewerkschaftschef für uns Spieler arbeitet. Ich denke, es wäre zu einfach, alle Schuld auf Bettman zu schieben. Es gibt auch einige, nicht alle, Besitzer, an denen es scheitert.

SPOX: Jetzt sind Sie in München. Wie gefällt es Ihnen?

Stastny: Großartig. An europäisches Essen bin ich durch meinen slowakischen Background ohnehin gewöhnt, das ist super. Und die Stadt ist einfach fantastisch. Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich verstanden habe, wie das hier mit U- und S-Bahn funktioniert, aber jetzt kenne ich mich aus. (lacht) Ich weiß jetzt auch genau, wo ich überall hingehen kann. Selbst wenn man alleine ist, gibt es so viele Dinge, die du hier tun kannst. Langweilig wird mir nicht.

SPOX: München muss für Sie auch deshalb eine Traumstadt sein, weil Sie so ein großer Fußball-Fan sind.

Stastny: Absolut. Ich bin allerdings Manchester-Fan. Also ManUnited, auf keinen Fall City. ManUnited ist mein Team, ich liebe diese Mannschaft. Meine Lieblingsspieler sind seit langem Ryan Giggs und Paul Scholes. Ansonsten mag ich vor allem noch Xavi von Barca. Aber die Bayern gehören definitiv zu den Top 3 in Europa. Ich habe mir letztens die Tabelle angeschaut, gerade das Torverhältnis ist ja völliger Wahnsinn. Ich will unbedingt noch zu einem Spiel, während ich in München bin.

SPOX: Sie sollen außerdem ein guter Tennisspieler sein.

Stastny: Wenn ich kein Eishockey spiele, spiele ich Tennis, das stimmt. Ich bin ein großer Fan von Roger Federer. Seit meiner frühesten Kindheit spiele ich Tennis und Fußball, da sieht man, dass slowakisches Blut durch meine Adern fließt.

SPOX: Ihr Vater Peter ist eine absolute Eishockey-Legende. Was ist das Wichtigste, das er Ihnen beigebracht hat?

Stastny: Bescheiden zu sein, Spaß zu haben, und vor allem immer hart zu arbeiten. Dir wird im Leben nichts geschenkt. Egal ob es im Eishockey ist, oder in einem anderen Beruf, es gibt immer jemanden, der dir deinen Platz wegnehmen will. Er hat mir vor allem Werte vermittelt. Gott, die Familie und Freunde sind das Wichtigste, um glücklich zu sein.

SPOX: Wie kann man es sich vorstellen, als Sohn von Peter Stastny aufzuwachsen? Es gab wahrscheinlich nur Eishockey.

Stastny: Ja, so war es. Ich war zwar damals noch zu klein, um es wirklich zu begreifen, wer da bei uns zuhause war. Aber zum Beispiel mit Jungs wie Fetisov oder Bure abzuhängen, das hat schon Spaß gemacht.

SPOX: 1980 ist Ihr Vater mit seinem Bruder aus der damaligen Tschechoslowakei geflüchtet. Es war erst vor einigen Jahren, als er Ihnen die ganze Geschichte erzählt hat. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Stastny: Ich glaube, dass es niemand nachvollziehen kann, wie gefährlich das Ganze war und wie viel auf dem Spiel stand. Meine Mutter war damals auch noch schwanger. Mein Vater musste es für sich und seine Familie machen. Wenn man ihn fragt, sagt er, dass es gleichzeitig das gefährlichste und beste war, was er je gemacht hat.

SPOX: Ihr Vater war in seiner Karriere eine Art Mentor für Joe Sakic. Und dann war Sakic in Colorado ein Mentor für Sie. Wie war es für Sie, mit Sakic zusammenzuspielen?

Stastny: Nicht nur mit ihm zusammenzuspielen, einfach mit ihm zusammen zu sein und Zeit zu verbringen, war unglaublich. Er ist ein ganz toller Mensch, mit dem man jeden Tag viel Spaß haben kann. Über seine Qualitäten als Spieler müssen wir ja nicht sprechen, er war mit 37, 38, 39 immer noch einer der Besten. 20 Jahre lang war er top, er hatte eine große Karriere.

SPOX: Sakic hat einmal gesagt, dass Sie Ihrem Vater sehr ähnlich sind in der Spielweise...

Stastny: ... ich hatte ja sogar noch ganz lange, bis vor zwei Jahren, einen Holzschläger, wie er früher. (lacht) Es ist richtig: Ich bin wie mein Vater der Typ Playmaker. Meine größte Stärke ist meine Übersicht. Ich bin jemand, der zuerst den Pass sucht, der aber hin und wieder auch ein paar Tore schießt.

SPOX: Ihr erstes NHL-Tor haben Sie in Montreal erzielt. Erinnern Sie sich?

Stastny: Klar! Es war ein Rebound-Tor, wobei ich am Anfang gar nicht realisiert habe, dass es mein Tor war. Ich dachte, jemand anders hätte den Puck reingemacht. Es war mein erstes Spiel in Montreal, es war auch mein erstes Spiel mit der Rückennummer 26, die ja mein Vater früher auch trug. Und lustigerweise haben sowohl mein Bruder Yan als auch ich unser erstes Karriere-Tor gegen den gleichen Goalie (David Aebischer, Anm. d. Red.) geschossen. Es war etwas ganz Besonderes. Irgendwo bei mir zuhause muss der Puck noch herumliegen.

SPOX: Es wurde zu Beginn gar nicht unbedingt erwartet, dass Sie sofort im Avs-Kader stehen würden. Aber dann musste Steve Konowalchuk seine Karriere beenden und auch deshalb haben Sie Ihre Chance bekommen. Sie haben dann eine überragende Rookie-Saison hingelegt (u.a. 20-Game-Scoring-Streak) und waren hinter Evgeni Malkin die Nummer zwei im Calder-Race. Hatten Sie das erwartet?

Stastny: Nein, sicher nicht. Wenn du in die NHL kommst, weißt du erst mal gar nicht so richtig, was du erwarten sollst. Mein großes Glück war, dass ich mit sehr guten Spielern zusammenspielen durfte. Ich habe in einer Reihe mit Milan Hejduk gespielt, das hat vieles erleichtert.

SPOX: In den letzten zwei Jahren hat Colorado die Playoffs verpasst, aber die Avs haben mit Ihnen, Rookie-of-the-Year Gabriel Landeskog, Ryan O'Reilly, Matt Duchene oder Neuzugang P.A. Parenteau ein Team mit viel Potenzial zusammen. Wie sehen Sie die Zukunft?

Stastny: Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine großartige Zukunft vor uns haben. Ganz entscheidend war, dass wir in der letzten Saison herausgefunden haben, wer mit wem gut harmoniert. Die Chemie stimmt jetzt, dazu haben wir uns gut verstärkt. Wir sind total heiß auf den Start, gerade deshalb ist der Lockout auch so frustrierend. Wenn es irgendwann wieder losgeht, sollten wir auf alle Fälle gut genug für die Playoffs sein. Und dann schauen wir mal weiter.

SPOX: Landeskog wurde vor einigen Monaten zum Kapitän ernannt, er ist der jüngste Captain in der NHL-Geschichte. Was zeichnet ihn aus?

Stastny: Er ist so reif für sein Alter. Er ist ja gerade erst 20 Jahre alt geworden. Was ihn so stark macht, ist das komplette Paket. Es gibt nicht eine Sache, die ihn zu einem besonderen Spieler macht. Er kann alles, spielt im Power-Play und Penalty-Killing, und wenn er mal nicht scort, dann beeinflusst er das Spiel auch mal mit einem wichtigen Block oder er teilt einen krachenden Hit aus.

SPOX: Bevor es in der NHL weitergeht, steht jetzt mal ein anderes Highlight für Sie an. Sie spielen mit München gegen Nürnberg und treffen auf Ihren Bruder. Laufen schon die ersten Wetten?

Stastny: (lacht) Noch nicht. Ich kenne seine Mannschaft nicht und weiß nicht, wie gut die ist. Das ist mein Problem. Wir haben vielleicht vor vier Jahren in der Preseason zum letzten Mal gegeneinander gespielt, ich weiß es gar nicht genau. Ich weiß aber, dass ich damals noch sehr jung und nervös war, sogar ein wenig eingeschüchtert. Das ist jetzt ganz anders. So oft haben wir die Gelegenheit nicht, gegeneinander zu spielen. Wir werden es genießen.

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