Eishockey-WM: Deutschland - Norwegen 4:12

4:12! Peinlicher geht es nicht!

SID
Sonntag, 13.05.2012 | 22:34 Uhr
Norwegen führte gegen Deutschland schon nach 5 Minuten mit 3:0
© Getty
Advertisement
Western & Southern Open Women Single
Live
WTA Cincinnati: Finale
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Tag 2
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Main Fight Pressekonferenz
National Rugby League
Broncos -
Eels
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Viertelfinale
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Undercard Pressekonferenz
Perth Darts Masters
Perth Darts Masters: Tag 1
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Halbfinale -
Session 1
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Weigh-in
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Halbfinale -
Session 2
National Rugby League
Storm -
Rabbitohs
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Finale
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Undercard + Main Fight
Perth Darts Masters
Perth Darts Masters: Tag 3

Bundestrainer Jakob Kölliker hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft sein persönliches Waterloo erlebt und mit Deutschland die Qualifikation fürs Viertelfinale klar verpasst. Die desolat agierende Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) wurde beim 4:12 (0:3, 1:6, 3:3) gegen Norwegen nach allen Regeln der Kunst demontiert.

"Da ist jedes Wort zu viel", sagte der geschockte Bundestrainer nach dem Debakel. "Das war für uns ein Desaster."

Rund 1.000 Zuschauer sahen am Sonntagabend im Stockholmer Globen die Norweger durch Tore von Patrick Thoresen (1. Minute, 2., 33.), Martin Roymark (6.), Lars Erik Spets (24.), Juha Kaunismäki (25.), Jonas Holos (28.), Per-Age Skroder (34., 41.), Mats Trygg (35., 53.) und Mads Hansen (44.) das Dutzend voll machen. Ex-NHL-Profi Thoresen sammelte insgesamt 6 Scorerpunkte.

Patrick Reimer (39.), Justin Krueger (41.), Marcus Kink (47.) und Christopher Fischer (58.) sorgten auf deutscher Seite lediglich für Ergebniskosmetik.

"Das war eine absolute Frechheit", sagte Deutschlands Stürmer Philip Gogulla. "Wir haben gar nichts gezeigt, und dabei wollten wir den Weg ins Viertelfinale finden."

Die Direktqualifikation für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi ist für das Team um Bundestrainer Jakob Kölliker trotz des Debakels theoretisch immer noch möglich: Dafür muss Deutschland die WM als Neunter beenden, ein Sieg gegen Tschechien am Dienstag (16.15 Uhr) ist dafür aber die Mindestvoraussetzung.

"Man darf jetzt nicht schwarz malen", übte sich Gogulla in Zweckoptimismus, "im Kampf um die Olympia-Qualifikation werden wir gegen Tschechien noch einmal alles geben."

Schlag auf Schlag

Dennis Endras hatte die deutsche Mannschaft mit seinen Glanzparaden beim 2:1-Sieg gegen Dänemark noch im Turnier gehalten, knapp 24 Stunden später konnte der Torhüter seine Verteidiger nicht mehr aus der Affäre ziehen.

Deren desolates Abwehrverhalten wurde bereits in den ersten zwei Minuten bestraft: Zweimal stand Thoresen völlig frei, zweimal staubte er einen Abpraller ab - das mussten die Deutschen erst einmal verdauen.

Das dachte sich wohl auch der Bundestrainer, der direkt im Anschluss eine Auszeit nahm, um das völlig demoralisierte Team wieder in die Spur zu bekommen. Genutzt hat es nichts, die DEB-Abwehr präsentierte sich weiter indisponiert.

Der nächste Tiefschlag folgte dann konsequenterweise auf dem Fuße: Holtet ließ die deutschen Verteidiger förmlich stehen und spielte genau im richtigen Moment den Querpass auf Roymark, der nur noch einschieben musste.

Scheibenschauer im Minutentakt

Kölliker zog die Notbremse und brachte Dimitrij Kotschnew für Endras. Der Torflut setzte die Auswechslung fürs Erste ein Ende, auch wenn der bemitleidenswerte Keeper zu diesem Zeitpunkt am allerwenigsten für die Gegentreffer verantwortlich gemacht werden konnte.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nahm die Partie beinahe surreale Züge an, die Scheiben schlugen fast im Minutentakt hinter Kotschnew ein: Spets, Kaunismaki, Holos, Thoresen, Skroder und Trygg - die Norweger konnten die unglaubliche Leichtigkeit des Toreschießens selbst kaum fassen.

In einer hilflosen Geste wechselte der Bundestrainer nach der Drittelpause erneut den Torhüter - Endras hätte genauso gut auf der Tribüne Platz nehmen können, fast jeder Schuss fand an diesem Abend den Weg ins deutsche Tor. Nach den nächsten Gegentreffern kam dann wieder Kotschnew - weil Endras keinen Bock mehr hatte, seinen Schläger zertrümmerte und sich selbst auswechselte. Die vier deutschen Treffer blieben jedenfalls eine unbedeutende Randnotiz.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist wahrscheinlich einer der schlimmsten Tage in der deutschen Eishockey-Geschichte", sagte Christoph Schubert.

Das Debakel im Re-Live

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung