Montag, 23.04.2012

Eisbären-Profi Sven Felski bestreitet 1.000. Partie

Zwanzig Jahre Bodychecks und Kunstfiguren

Es könnte keinen würdigeren Rahmen für das Jubiläum von Eishockey-Profi Sven Felski geben: Der Stürmer der Eisbären Berlin absolviert am Dienstag seine 1.000. Partie in Deutschlands höchster Spielklasse und kämpft im entscheidenden Finalspiel gegen die Adler Mannheim um seine sechste Deutsche Meisterschaft mit den Eisbären.

Der alte Mann und das Eis: Sven Felski (r.) ist immer noch nicht satt
© Getty
Der alte Mann und das Eis: Sven Felski (r.) ist immer noch nicht satt

"Ich bin natürlich stolz auf die 1.000 Spiele. Besonders, weil ich sie alle bei einem Verein absolviert habe", sagt Felski vor dem großen Showdown um den Titel und ergänzt: "Was dann aber zählt, ist nur das Spiel. Wichtig ist nur der Erfolg. Wenn es ein normales Liga-Spiel wäre, könnte man das Ganze anders absolvieren, aber so steht nur das Meisterschaftsfinale im Vordergrund. Es wäre aber schon ein Traum, das 1.000. Spiel mit der Meisterschaft zu beenden."

Es wäre zudem ein weiterer Höhepunkt in einer bemerkenswerten Karriere, die begann, als viele Mitspieler aus der heutigen Mannschaft noch nicht einmal laufen konnten. Der gebürtige Berliner machte sein erstes Spiel für die Eisbären in der Saison 1992/93.

Gegner in der ersten Bundesliga waren damals Mannschaften wie der EC Ratingen oder Hedos München. Es folgten 999 Spiele - und zwar Vorrunden- und Playoff - in der Bundesliga und der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit 232 Toren, 363 Vorlagen und 1.907 Strafminuten für die Nummer 11.

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Verhinderten 2005 in Wien den dritten kanadischen Titel in Folge: Tschechiens Eishockey-Team (3:0 im Finale gg. Kanada)
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Fans verlangen nach Eiskunstlauf-Einlagen

Hedos München und Ratingen sind längst Eishockey-Vergangenheit, der 37-Jährige auch nach 20 Jahren Profi-Eishockey noch Gegenwart. 30 Jahre lang ist Felski, den sie in der Hauptstadt "Bürgermeister" rufen, jetzt schon seinem Heimatverein treu. Seine ersten Jahre auf dem Eis waren jedoch nicht von Bodychecks und Schlagschüssen, sondern von Eleganz geprägt.

Als siebenjähriger trat er in die Eiskunstlauf-Abteilung des SC Dynamo Berlin ein. Es folgte eine Ausbildung, von der er noch heute profitiert. Nicht nur bei seinen Eiskunstlauf-Einlagen, die die Fans nach Siegen von ihm fordern - Felski gilt als einer der besten Schlittschuhläufer in der DEL.

Erst mit zehn entschied er sich für Eishockey. 1992 wurde Felski mit den Junioren des EHC Dynamo Deutscher Meister. Der Außenstürmer hatte mit 46 Scorerpunkten großen Anteil am Titel. Für den damaligen Manager "Lenz" Funk Grund genug, ihn ins Profi-Team zu befördern.

Der EHC Dynamo Berlin nannte sich 1992 in EHC Eisbären Berlin um, Felski blieb. Nach dem Bosman-Urteil tauschte der Klub 1996 beinahe das komplette Team aus, nicht aber den Ur-Berliner. 2008 zog der Verein aus dem Wellblechpalast in Hohenschönhausen in die O2-World um, Felski ging mit.

Wie lange noch?

Der Berliner wurde für seine Vereinstreue belohnt. 2005 erfüllte sich sein größter sportlicher Traum: die erste deutsche Meisterschaft. Da war Felski schon längst eine feste Größe in der Nationalmannschaft. Der schnelle Linkshänder kann auf eine stolze internationale Karriere zurückblicken. 2010 trat er nach 129 Länderspielen aus dem Nationalteam zurück.

Ob nach dem 1.000. Liga-Spiel der Rücktritt vom Eishockey folgt, lässt Felski noch offen: "Das wird man sehen. Erst einmal das fünfte Finale spielen und dann schauen wir, was in der Zukunft kommt."

Die DEL-Finalserie in der Übersicht


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