Eisbären beißen sich zum sechsten Titel durch

Berlin feiert Helden und einen "Bürgermeister"

SID
Mittwoch, 25.04.2012 | 11:06 Uhr
Altmeister Sven Felski (l.) feiert mit dem Pott und Teamkollege Andre Rankel
© Getty
Advertisement
Jiangxi Open Women Single
Do11:00
WTA Nanchang: Tag 4
Swedish Open Women Single
Do11:00
WTA Bastad: Tag 4
National Rugby League
Do11:50
Panthers -
Bulldogs
World Matchplay
Do20:00
World Matchplay: Viertelfinals
Jiangxi Open Women Single
Fr10:00
WTA Nanchang: Viertelfinale
Swedish Open Women Single
Fr10:00
WTA Bastad: Viertelfinale
National Rugby League
Fr11:50
Eels -
Broncos
BB&T Atlanta Open Men Single
Fr18:00
ATP Atlanta: Viertelfinale
World Matchplay
Fr20:00
World Matchplay: Viertelfinals
National Rugby League
Sa07:00
Knights -
Dragons
Jiangxi Open Women Single
Sa11:00
WTA Nanchang: Halbfinale
World Matchplay
Sa20:00
World Matchplay: Halbfinals
BB&T Atlanta Open Men Single
Sa21:00
ATP Atlanta: Halbfinale
National Rugby League
So06:00
Storm -
Sea Eagles
Jiangxi Open Women Single
So10:00
WTA Nanchang: Finale
Swedish Open Women Single
So14:00
WTA Bastad: Finale
World Matchplay
So20:00
World Matchplay: Finale
BB&T Atlanta Open Men Single
So23:00
ATP Atlanta: Finale
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mo13:30
ATP Kitzbühel: Tag 1
Bank of the West Classic Women Single
Mo19:00
WTA Stanford: Tag 1
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Di12:30
ATP Kitzbühel -
Tag 2
Bank of the West Classic Women Single
Di19:00
WTA Stanford: Tag 2
Citi Open Women Single
Di19:50
WTA Washington: Tag 2
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Mi13:30
ATP Kitzbühel : Tag 3
Citi Open Women Single
Mi19:50
WTA Washington: Tag 3
Bank of the West Classic Women Single
Mi20:00
WTA Stanford: Tag 3
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Do12:30
ATP Kitzbühel: Viertelfinale
Citi Open Women Single
Do19:50
WTA Washington: Tag 4
Bank of the West Classic Women Single
Do20:00
WTA Stanford: Tag 4
National Rugby League
Fr10:00
Dragons -
Rabbitohs
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Fr13:00
ATP Kitzbühel: Halbfinale
Citi Open Women Single
Fr20:00
WTA Washington: Viertelfinale
Bank of the West Classic Women Single
Fr21:00
WTA Stanford: Viertelfinale
Bet-At-Home Cup Kitzbühel Men Single
Sa14:00
ATP Kitzbühel: Finale
Citi Open Women Single
Sa22:00
WTA Washington: Halbfinale
Bank of the West Classic Women Single
Sa23:00
WTA Stanford: Halbfinale
Citi Open Women Single
So23:00
WTA Washington: Finale
Bank of the West Classic Women Single
So23:00
WTA Stanford: Finale

Als sich die Spieler der Berliner Eisbären nach der Pokalübergabe vor ihren ebenso sangesfreudigen wie stimmgewaltigen Fans zum Meisterfoto aufbauten, flatterten und flimmerten die goldenen Schnipsel aus der Konfettikanone noch immer durch die Luft. In der ausverkauften Arena am Ostbahnhof ging die Party erst so richtig los, als dann auch noch David Bowies alter Hit "Heroes" aus den Boxen dröhnte. Helden - als solche hatten sich die Eisbären in dieser denkwürdig spannenden Finalserie der DEL zuvor wahrlich erwiesen.

Angreifer Florian Busch ist einer dieser Berliner Helden, und er kam sich schier unbezwingbar vor: Erst streckte er im Überschwang des Glücks mit der Pulle Bier in der Hand den Mittelfinger in die Luft, um gleich danach lachend seine Zahnlücke vorzuzeigen. Denen haben wir's gezeigt, hurra, sollte das sicher bedeuten. Übermütig halt, harmlos - und irgendwie lustig. Mehr nicht.

Nach Niederlage im dritten Spiel fast schon abgeschrieben

Und doch war diese Szene bezeichnend. Dass die Berliner ihren Titel verteidigen konnten und nun mit sechs Meisterschaften DEL-Rekordtitelträger vor den ihnen im Finale 2012 unterlegenen Mannheimer Adlern sind, muss dem unbändigen Siegeswillen und einer fast heldenhaften Moral zugeschrieben werden.

Kaum jemand hatte nach der 1:2-Heimniederlage auf eigenem Eis im dritten Finalspiel noch einen Heller auf die Mannschaft von Trainer Don Jackson gesetzt. Schließlich war das nächste Endspiel ein Heimspiel für die Adler.

Doch Mannheim, das in der 46. Minute jener Partie schon 5:2 geführt hatte, schaffte es nicht, diesen scheinbar sicheren Vorsprung ins Meisterziel zu bringen. Die Berliner drehten das Spiel, siegten 6:5 und holten das alles entscheidende fünfte Finalspiel zurück an die Spree.

Und damit vor ihre mehr als 14.000 Fans, die sich bei jedem Heimspiel als Dauersänger längst als meisterliche Kulisse bewährt haben. Für die unterlegenen Gäste stimmten die Berliner Anhänger am Dienstag spontan "Mannheim"-Sprechchöre an. Nicht herablassend, vielmehr anerkennend und sportlich fair.

Eisbären drehen das Spiel

3:1 gewannen die Eisbären mit dem Schwung des Triumphes von Mannheim im Rücken die hart umkämpfte, aber stets faire entscheidende fünfte Finalpartie nach Toren von Barry Tallackson (34. Minute), Darin Olver (45.) und Julien Talbot (51.), der per Penalty traf. Shawn Belle hatte den Berliner zuvor gefoult.

Für die Adler war der Führungstreffer von Ronny Arendt (14.) zu wenig. Und während Berlin abermals einen Rückstand wettmachte, wurde Tallackson später als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet. Obendrein bereiteten die Eisbären Ihrem 37 Jahre alten Stürmer und Klub-Urgestein Sven Felski in dessen 1.000. Erstligaspiel ein goldenes Dienstjubiläum.

Mannheims erste Garde nicht zu sehen

Dass Kleinigkeiten das Duell der besten Angriffsreihen der Liga entscheiden würden, hatten beide Trainer vor Beginn der Endspielserie wiederholt gesagt. Sie sollten recht behalten - zumindest in den ersten vier Partien, in denen zumeist individuelle Fehler den Ausschlag über Erfolg und Misserfolg gegeben hatten und die Resultate in drei von vier Spielen knapp ausfielen.

Doch am Dienstagabend in Berlin waren es nicht Kleinigkeiten, die das letzte Endspiel entschieden. Die zweite Berliner Reihe mit Tallackson, Olver und Busch stellte die erste Garde der Adler klar in den Schatten. Von Ken Magowan, Adam Mitchell und Topscorer Christoph Ullmann war kaum etwas zu sehen, alle drei blieben weit von der starken Form in den ersten vier Spielen entfernt.

Nach einer der dramatischsten Finalrunden der DEL-Geschichte hatten die Berliner alle Grund zum Feiern. Nur der Regierende Bürgermeister musste sich ein wenig grämen: Für Klaus Wowereit gab es bei der Pokalübergabe ein gellendes Pfeifkonzert. Doch das war schnell verstummt, als der Eishockey-"Bürgermeister" - so nennen die Berliner Fans Sven Felski - der jubelnden Menge im Eisbären-Gehege den Pott entgegenstreckte. Ein Meister seines Fachs. Und ein Held obendrein.

Die DEL-Finalserie in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung