Jakob Kölliker: "Wir wollen Weltmeister werden"

SID
Sonntag, 22.04.2012 | 20:23 Uhr
DEB-Bundestrainer Jakob Kölliker (M.) hat große Ziele für die WM in Schweden und Finnland
© Getty
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Mit der Bescheidenheit ist es im deutschen Eishockey erst einmal vorbei. "Wir wollen Weltmeister werden", sagt Bundestrainer Jakob Kölliker und will vom Abstiegskampf erst gar nichts wissen. "Ich will jedes Spiel gewinnen. Was am Ende rauskommt und ob es zu einer Medaille reicht, wird man dann sehen."

Der Schweizer, der vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ursprünglich als Übergangslösung geholt wurde und inzwischen längst als echte Alternative für die Zukunft gilt, schlägt gut zwei Wochen vor dem Beginn der WM in Schweden und Finnland forsche Töne an.

Eine WM-Medaille hat Deutschland seit 59 Jahren nicht mehr geholt. Vor zwei Jahren hatte die DEB-Auswahl bei der Heim-WM mit Platz vier Edelmetall knapp verpasst, ansonsten ging es in der Vergangenheit allzu oft nur um den Verbleib in der A-Gruppe. So haben Köllikers Spieler mit dem neuen Anspruchsdenken noch so ihre Probleme.

"Als erstes sollten wir schauen, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben", betont der Wolfsburger Kai Hospelt, der nach der Absage von Michael Wolf (Fußverletzung) vorerst das Kapitänsamt übernommen hat.

Köllikers Spielsystem hat die deutsche Mannschaft indes schon erstaunlich gut verinnerlicht. Bei beiden Siegen über Dänemark (3:1 am Samstag in Kassel und 3:2 nach Penaltyschießen am Sonntag in Hannover) gab es erneut ansprechende Leistungen, obwohl einige Leistungsträger wie die Spieler der beiden Playoff-Finalisten Eisbären Berlin und Adler Mannheim noch gar nicht dabei waren.

Gute Leistungen in der Vorbereitung

"Der Weg ist eingeschlagen, die Richtung stimmt", sagt der Bundestrainer. "Wir arbeiten an den Prinzipien und Ausführungen. Ich hoffe, dass wir auf diesem Weg bleiben." In der Tat können sich die Leistungen im Vorfeld der WM, die für die deutsche Mannschaft am 4. Mai mit dem Spiel gegen Italien beginnt, sehen lassen.

Gegen die Eishockey-Großmacht Russland gab es jüngst ein 4:3 und eine unglückliche Niederlage (2:3 nach Penaltyschießen). Und auch der zwölfmalige Weltmeister Tschechien wurde zweimal an den Rande einer Niederlage gebracht (jeweils 2:3 nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen).

Leistungen, mit denen die Mannschaft kräftig Werbung für ein nachhaltiges Engagement Köllikers beim DEB betrieb. Ursprünglich galt der Schweizer nur als Platzhalter für Ralph Krüger, unter dem er einst bei der Schweizer Nationalmannschaft als Assistenztrainer gearbeitet hatte und der in dieser Saison noch in Diensten der Edmonton Oilers stand.

"Warum den Trainer wechseln, wenn es funktioniert?"

Doch Kölliker trifft bei der Mannschaft offenbar den richtigen Ton. "Wir haben Spaß. Das System passt und die Ergebnisse geben ihm Recht. Natürlich müssen wir die WM abwarten aber warum sollte man den Trainer wechseln, wenn es funktioniert?", sagte der Ingolstädter Thomas Greilinger.

Alles läuft freilich noch nicht rund bei den Deutschen. In Kassel erwies sich die Chancenverwertung einmal mehr als großes Manko. Klar ist allen Beteiligten auch, dass die Intensität bei den WM-Gruppenspielen eine weitaus höhere sein wird.

Das WM-Aufgebot wird sich wohl erst in der kommenden Woche bei den letzten Vorbereitungsspielen gegen Weißrussland und der Slowakei in Bratislava (27./28. April) herauskristallisieren, wenn alle Spieler verfügbar sind. Die jüngsten Ausfälle - neben Wolf haben auch die NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff und Alexander Sulzer abgesagt, stören Kölliker indes nicht: "Das ist ein normaler Prozess."

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