Die DEL-Playoff-Quali in der Vorschau

SID
Dienstag, 13.03.2012 | 13:42 Uhr
Uwe Krupp war schon Nationaltrainer Deutschlands und früher NHL-Spieler
© Getty
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Wenn es um Kuriositäten und Spektakel im deutschen Eishockey geht, hatten die rheinischen Rivalen Kölner Haie und DEG Metro Stars so einiges zu bieten.

1986 zum Beispiel verlor die DEG das erste Meisterschaftsfinale mit 5:6, führte im Spiel zwei schon 5:1 - und unterlag trotzdem wieder 5:6. Das war's, die Haie wurden durch ein 6:1 in Spiel drei schließlich Meister.

2008 rang der KEC die Adler Mannheim im Spiel drei der Viertelfinal-Playoff-Serie mit 5:4 nieder. Das Siegtor von Philipp Gogulla fiel in der 6. Verlängerung - nach 168 Minuten und 16 Sekunden.

Kurioser Auftakt für Krupp-Team

Es war das längste Spiel der deutschen Eishockey-Geschichte. Ab Mittwoch nun wollen sich die beiden einstigen Taktgeber in den Pre-Playoffs für das Viertelfinale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) qualifizieren, Köln gegen Augsburg, Düsseldorf gegen die Iserlohn Roosters, Modus "best of three".

Kurios ist der Auftakt für das Team von Uwe Krupp, das innerhalb von 24 Stunden zweimal gegen die Augsburg Panther ran muss.

Der Grund: Am Freitag kann wegen einer Veranstaltung nicht in der Kölnarena gespielt werden, so wurde die möglicherweise schon entscheidende zweite Begegnung auf den Donnerstag vorgezogen.

Haie fliegen, Panther fahren

Augsburgs Mannschaftsarzt Dietmar Sowa empfiehlt deshalb kalte Umschläge für die Muskeln nach dem ersten Spiel: "Das entlastet Herz und Kreislauf und fördert die Erholung", sagte Sowa. Das hat den Klang einer Werbung für "Doppel-Herz".

Die Panther hatten einen Vorschlag der Haie, ihr Heimspiel um einen Tag vorzuziehen, abgelehnt. So geht es also ans Eingemachte. Die Haie fliegen Mittwoch früh nach Augsburg, dann geht es direkt wieder zurück. Augsburg wird traditionell auf dem Boden bleiben. "Die Panther fliegen nicht. Die Panther fahren Bus oder Bahn", sagte Coach Larry Mitchell.

Beklagen will sich von den Beteiligten ohnehin niemand. "Wir hatten zuletzt vier Spiele in sechs Tagen", sagte der Kölner Moritz Müller. Man hat ja auch zuvor einschlägige Erfahrungen mit Ausnahmesituationen gesammelt, beim Rekordspiel 2008 kaufte Sportdirektor Thomas Eichin die umliegenden Tankstellen leer und besorgte Schokolade und Cola.

Auch Panther-Verteidiger Patrick Seifert nahm die Situation sehr locker und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. "Wir sind doch keine Fußballer, die über englische Wochen klagen", sagte er in der "Augsburger Allgemeinen Zeitung".

Augsburg leichter Favorit gegen Köln

Sportlich gesehen ist Augsburg als Vorrunden-Achter gegen die direkt dahinter platzierten Haie leicht favorisiert. Doch in der Vorrunde haben beide Team jeweils zweimal gewonnen. Ein Omen für die Panther könnte die Platzierung sein: 2010 erreichten die Augsburger als Vorrunden-Achter die Finalserie gegen die Hannover Scorpions.

Kölns Coach Uwe Krupp glaubt in der entscheidenden Phase seiner ersten Saison an der Bande an sein zum Teil junges Team. "Am Ende der Saison wollten wir einen guten Lauf haben und mit einem positiven Gefühl in die Play-offs gehen. Das haben wir geschafft. Wir können nun für jeden Gegner unbequem sein", sagte Krupp, dessen Mannschaft fünf der letzten sechs Spiele gewann.

Neue Zeitrechnung für die DEG

Für den Erzrivalen DEG beginnen die letzten sportlichen Herausforderungen, bevor eine neue Zeitrechnung anbricht. Der Hauptsponsor hört am Saisonende auf, 430.000 Euro fehlen noch für den Mindest-Etat im kommenden Jahr von 2,3 Millionen Euro. Jeder weitere Sieg, jede weitere Runde würde Düsseldorf bei der Sammelaktion weiterhelfen.

Das wird aber nicht den Abgang vieler Leistungsträger verhindern. Auch Trainer Jeff Tomlinson soll vor einem Abschied zu den Nürnberg Ice Tigers stehen. Dazu sagt er natürlich nichts, doch seine Worte vor dem Playoff-Start drücken genau das aus: "Die Mannschaft freut sich über jeden Tag, den sie noch miteinander arbeitet.

Sie weiß, dass sie im nächsten Jahr auseinandergeht. Aber der Wille und der Charakter sind so stark, dass wir ein sehr gefährliches Team sein können."

Die DEL-Playoff-Quali im Überblick

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