Eishockey

Generalprobe verpatzt, Reindls Zukunft geklärt

SID
Auch für Daniel Kreutzer (l.) war kaum ein Durchkommen gegen die Abwehr der Weißrussen
© Getty

Das DEB-Team hat die WM-Generalprobe verpatzt. Im letzten Testspiel vor der WM in der Slowakei verloren die Mannen von Bundestrainer Uwe Krupp gegen Weißrussland mit 2:3 (0:0, 1:1, 1:2).

Vier Tage vor dem Auftakt der Weltmeisterschaft hat der DEB nur außerhalb der Bande seine Hausaufgaben erledigt. Die Nationalmannschaft verabschiedete sich mit einem 2:3 (0:0, 1:1, 1:2) in ihrem letzten Test in Köln gegen Weißrussland zur WM in der Slowakei. Am Rande gab Reindl seine Vertragsverlängerung bis 2014 bekannt.

Vor 7730 Zuschauern erzielten der Berliner Frank Hördler (32.) und der Wolfsburger Kai Hospelt (59.) die Tore für die DEB-Auswahl, die am Freitag (16.15 Uhr/Sport1) gegen Vizeweltmeister Russland in Bratislava in die WM startet.Für die Weißrussen trafen der überragende NHL-Profi Michail Grabowskij von den Toronto Maple Leafs (33. und 44.) und Andrej Stepanow (45.).

Das Team des scheidenden Bundestrainers Uwe Krupp schloss damit seine Vorbereitung mit der vierten Niederlage im siebten Spiel ab. Vor allem in der Offensive lag noch vieles im Argen.

Reindls Traum von der WM 2017

Reindl beendete indes die Spekulationen über seine Zukunft. Der Bronzemedaillengewinner von 1976 bleibt Generalsekretär, gibt seine Aufgaben als Sportdirektor aber ab.

"Ich bin froh, dass wir uns geeinigt haben", sagte der 56-Jährige und kündigte an, sich jetzt voll auf die Bewerbung um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2017 zu konzentrieren. "Wir haben nur noch knapp ein Jahr Zeit, um zu erledigen, was zu erledigen ist", sagte Reindl.

Beim letzten WM-Test konnte Krupp erstmals auf sein komplettes Team zurückgreifen. Vom deutschen Meister Eisbären Berlin waren die Verteidiger Constantin Braun und Hördler sowie Stürmer André Rankel ebenso hinzugestoßen wie Torwart Jochen Reimer, Abwehrspieler Christopher Fischer und Angreifer Kai Hospelt vom Vize EHC Wolfsburg und die beiden Düsseldorfer Daniel Kreutzer und Patrick Reimer. Nicht zum Einsatz kam der Mannheimer Marcus Kink.

Dennis Endras im Tor

Im Tor erhielt der Augsburger Dennis Endras, der WM-Held im Vorjahr, den Vorzug. Der künftige Nordamerika-Profi ist auch Top-Kandidat für die Nummer eins in der Slowakei. Über mangelnde Arbeit konnte er sich nicht beklagen. Vor allem wenn Grabowskij auf dem Eis stand, wurde es vor dem deutschen Tor gefährlich.

Die deutsche Mannschaft offenbarte dagegen in der Offensive viele Schwächen. So ließ sie in der Anfangsphase 89 Sekunden in 5:3-Überzahl ungenutzt verstreichen.

Auch in anderen Powerplay-Situationen fehlte der Zug zum Tor. die beste Chance hatte Felix Schütz nach einem Doppelpass mit Hördler.

Bezeichnenderweise traf ein Verteidiger: Hördlers Schlagschuss von der blauen Linie überwand den ehemaligen DEL-Torwart Andrej Mesin.

Spannende Schlussminuten

Nur wenige Sekunden später hatte Christoph Ullmann das 2:0 auf dem Schläger, doch Mesin rettete (33.). Endras, der zuvor ein paarmal glänzend gehalten hatte, war machtlos, als Grabowskij den Puck in den Winkel schlenzte. Dann schlugen die Weißrussen innerhalb von 22 Sekunden zweimal im Powerplay zu - zunächst bei 5:3, dann bei 5:4.

In den Schlussminuten wurde es noch einmal spannend. Krupp nahm Endras zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, Hospelt erzielte in Überzahl den Anschlusstreffer. Die Schiedsrichter entschieden nach Videobeweis auf Tor. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

Eröffnungsspiel gegen Russland

Nach dem Spiel musste der Bundestrainer noch einen Spieler aus seinem 26-köpfigen Aufgebot streichen, ehe die Mannschaft am Dienstag nach Bratislava aufbricht. Vor dem Auftakt am Freitag muss der Kader auf 23 Akteure reduziert werden, zwei weitere Spieler dürfen in der zweiten Runde aufs Eis.

Nach dem Eröffnungsspiel gegen Russland, das zugleich Revanche für das Halbfinale in Köln (1:2) im vergangenen Jahr ist, trifft die DEB-Auswahl in der Vorrundengruppe A auf Gastgeber Slowakei und Slowenien. Die ersten Drei erreichen die Zwischenrunde, der Letzte muss in die Relegation.

Die Eishockey-WM 2011 in der Übersicht

 

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