Dienstag, 04.05.2010

Eishockey

DEB-Team im letzten WM-Test gegen Kanada

Im letzten Test vor Beginn der Heim-WM trifft die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf die übermächtigen Kanadier. Für die Spieler ist es die letzte Chance, sich zu empfehlen.

Marcel Müler (u.) wechselte 2007 von den Eisbären Berlin zu den Kölner Haien
© sid
Marcel Müler (u.) wechselte 2007 von den Eisbären Berlin zu den Kölner Haien

27 Kandidaten, ein Traum, aber nur 23 Plätze: Olympiasieger Kanada ist für einige deutsche Nationalspieler die letzte große Hürde auf dem Weg zur WM im eigenen Land - und die letzte Chance auf die größte Eishockeybühne der Geschichte.

"Olympia war schon cool, das hier aber ist der Wahnsinn", sagte Stürmer John Tripp mit Blick auf das WM-Eröffnungsspiel am Freitag gegen die USA auf Schalke, das mit 76.152 Zuschauern einen Weltrekord aufstellen wird.

Der Deutsch-Kanadier Tripp braucht sich um seine WM-Teilnahme keine Sorgen zu machen, er ist für Bundestrainer Uwe Krupp eine eminent wichtige Säule im WM-Kader. Einige andere Kandidaten müssen sich allerdings bei der WM-Generalprobe heute in Hamburg gegen Kanada besonders reinhängen, um Teil des Spektakels auf Schalke zu werden.

"Das ist ein guter Test für uns, jeder kann zeigen, was er drauf hat. Wir werden danach entscheiden, wie die Spieler gegen eine der besten Mannschaften in die Zweikämpfe gehen", sagte Krupp: "Ich glaube, dass ich Spieler habe, die ehrgeizig, enthusiastisch und motiviert sind." Schon am Montag strich der ehemalige NHL-Profi die beiden Mannheimer Chris Schmidt und Yannic Seidenberg aus dem vorläufigen Aufgebot.

DEB-Team ohne Schmidt, Seidenberg und Bakos

Abwehrspieler Schmidt musste wegen einer Virusinfektion passen. "Damit fehlt ein weiterer erfahrener Verteidiger", sagte Krupp, der bereits auf den verletzten Michael Bakos verzichten muss. Bis zum WM-Beginn muss er vier weitere Spieler aussortieren.

Krupp hat auch wieder Verstärkung aus Nordamerika bekommen. Eine zentrale Rolle spielt Mittelstürmer Marcel Goc, der mit den Nashville Predators in der ersten Runde der NHL-Play-offs gescheitert ist. Aus der US-Country-Metropole mitgekommen ist Verteidiger Alexander Sulzer. Felix Schütz (Portland Pirates/AHL), Philip Gogulla (Portland Pirates/AHL) und Robert Dietrich (Milwaukee Admirals/AHL) spielen in den Farmteams in Nordamerika. Bis auf Goc ist aber keiner dieser Spieler gesetzt.

Bilder des Tages - 4. Mai
Ab durch die Mitte: Sam Rapira (2. v. l.) beim Training der New Zealand Kiwis
© Getty
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Ab durch die Mitte: Sam Rapira (2. v. l.) beim Training der New Zealand Kiwis
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Ungleiches Duell: Brett Scott (l.) gegen das reiterlose Pferd Trinityy Flame beim Warrnambool Racing Club May Carnival
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Ungleiches Duell: Brett Scott (l.) gegen das reiterlose Pferd Trinityy Flame beim Warrnambool Racing Club May Carnival
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Ignition: Jason Richardson (2. v. l.) hebt ab zum Korb im NBA-Playoff-Spiel seiner Phoenix Suns gegen die San Antonio Spurs
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Ignition: Jason Richardson (2. v. l.) hebt ab zum Korb im NBA-Playoff-Spiel seiner Phoenix Suns gegen die San Antonio Spurs
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In Embryonalstellung begräbt Roberto Luongo von den Vancouver Canucks den Puck unter sich im NHL-Playoff-Spiel gegen die Chicago Blackhawks
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In Embryonalstellung begräbt Roberto Luongo von den Vancouver Canucks den Puck unter sich im NHL-Playoff-Spiel gegen die Chicago Blackhawks
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Im Stile eines Goalies taucht Kazuo Matsui von den Houston Astros ab und stoppt den Ball von Gerardo Parra von den Arizona Diamondbacks
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Im Stile eines Goalies taucht Kazuo Matsui von den Houston Astros ab und stoppt den Ball von Gerardo Parra von den Arizona Diamondbacks
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Die WM ist für das deutsche Eishockey eine echte Nagelprobe. Der "SID SportMonitor" hat jüngst ergeben, dass nur 13,9 Prozent der Deutschen überhaupt von dem Weltturnier vom 7. bis 23. Mai wissen.

Darüber hinaus waren die beiden letzten großen Turniere sportlich eine Enttäuschung. Bei der WM 2009 war die deutsche Mannschaft eigentlich sportlich abgestiegen, musste als kommender WM-Gastgeber aber nicht den Gang in die B-Klasse antreten. Und bei den Olympischen Spielen in Vancouver gab es zum Teil deftige Niederlagen.

Kanada auch ohne Crosby eine gute Standortbestimmung

Die Kanadier sind für das deutsche Team insbesondere im Hinblick auf das Eröffnungsspiel gegen den Olympiazweiten USA eine gute Standortbestimmung. "Die laufen zwar nicht mit einem Crosby auf, aber mit einem Tavares und einem Stamkos. Das ist die gleiche Kategorie wie Crosby", sagte Krupp zu den Top-Picks des NHL-Drafts der letzten beiden Jahre.

Linksaußen John Tavares erzielte in seiner ersten NHL-Saison für die New York Islanders 24 Tore. Steven Stamkos, Mittelstürmer von Tampa Bay Lightning, war im zweiten NHL-Jahr 51-mal erfolgreich und teilt sich die Maurice Richard Trophy für den besten Torjäger mit Superstar Sidney Crosby.

Der Generalmanager der Kanadier ist eine Legende. Mark Messier gewann mit Wayne Gretzky in Edmonton vier Stanley Cups und weitere zwei danach. Er kennt das deutsche Eishockey sehr gut, schließlich spielte sein Bruder Paul lange in Mannheim.

"Jede Nation macht Zyklen durch. Deutschland mag vielleicht harte Zeiten hinter sich haben, die hatten wir in Kanada aber auch", sagte der 49-Jährige im Gespräch mit dem "SID" und machte den Gastgebern Mut: "Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland eine gute Vorstellung abliefern wird. Sie haben viel Herz. Mein Bruder hat hier sieben, acht Jahre gespielt, deshalb kenne ich das deutsche Eishockey ganz gut. Ich gehe davon aus, dass Deutschland ein ganz gutes Turnier spielen wird."

Heim-WM: Eröffnungsspiel in 3-D


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