Mittwoch, 12.05.2010

WM, Vorrunde - Tag 6

Finnland schickt die USA in die Abstiegshölle

Die kanadischen Stars um Steven Stamkos werden von der Schweiz verprügelt, Italien muss in die Relegation. Dass sich dort nach drei Pleiten auch die USA wiederfinden, hätte vor Turnierbeginn wohl niemand gedacht. Finnland dagegen schnappt sich den Gruppensieg vor Deutschland.

Auch Kyle Okposo konnte die dritte WM-Pleite im dritten Spiel nicht verhindern
© Getty
Auch Kyle Okposo konnte die dritte WM-Pleite im dritten Spiel nicht verhindern

Gruppe D in Köln

Finnland - USA 3:2 (0:1, 1:0, 2:1)

Es ist also tatsächlich passiert: Der amtierende Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele muss in die Relegation bei der WM. Unfassbar! Dass es eine der beiden Großmächte treffen würde, war schon vor dem ersten Bully des direkten Duells klar. Aber man tut sich trotzdem schwer, diese Geschichte zu begreifen: Dänemark und Deutschland weiter, USA raus. Noch einmal: unfassbar!

Die Amis kamen eigentlich gar nicht schlecht in die Partie und gingen in Führung, als Juhamatti Aaltonen einen Pass von David Moss ins eigene Netz abfälschte. In der Folge war beiden Teams anzumerken, dass es hier um alles oder nichts ging.

Im sehr zerfahrenen Spiel waren die Finnen dann aber das bessere Team, das sich mit 31:17 Schüssen in den ersten beiden Dritteln einen Vorteil erspielte. Aber die Überlegenheit spiegelte sich zunächst nicht im Ergebnis wider: Mehr als der Augleich durch Leo Komarov wollte nicht gelingen. Auch deshalb, weil US-Goalie Scott Clemmensen beste Chancen der Finnen zunichte machte.

Erst im dritten Abschnitt traten sie kaltschnäuziger auf: Zunächst Jarkko Immonen, dann Sami Kapanen überwanden Clemmensen und sorgte so für die Vorentscheidung. Die Amerikaner wehrten sich noch mal, fanden aber in Petri Vehanen wiederholt ihren Meister. T.J. Oshies Anschlusstreffer 18 Sekunden vor dem Ende kam eindeutig zu spät.

Gruppe B in Mannheim

Kanada - Schweiz 1:4 (1:2, 0:1, 0:1)

Paukenschlag durch die Eidgenossen: Der klare Sieg über Kanada war nicht nur ein Upset allererster Güte, sondern auch der erste Erfolg über den amtieren Olympiasieger bei einer Weltmeisterschaft. Zuvor hatte man sich in 24 Duellen 22 Niederlagen eingefangen und lediglich zwei Unentschieden errungen.

"Kompliment, sie haben eine tolle Leistung geboten", sparte Kanadas Kapitän Ray Whitney nicht mit Lob. "Sie waren schnell, sehr gut geordnet und haben klasse gekämpft." Die Kanadier dagegen standen die meiste Zeit neben sich. Sinnbildlich für die Leistung stand das Tor zum 3:1 der Schweizer durch Andres Ambühl, der von rechts hinter dem Kasten von Chris Mason eigentlich keine Chance auf einen Treffer hatte, aber den Puck einfach mal in Richtung Goalie beförderte, der ihn mit seinem Körper ins eigene Tor bugsierte. "Nach so einem Tor ist die Luft natürlich komplett raus", ärgerte sich Mason. "Den muss ich haben, überhaupt keine Frage."

Im ersten Drittel hatten Ivo Rüthemann und Martin Plüss ihr Team in eine komfortable Position gebracht, ehe John Tavares mit einem Abstauber kurzzeitig für Spannung sorgte. Aber nach Ambühls Vorentscheidung machte Thomas Deruns im Schlussabschnitt endgültig alles klar. "Sie haben uns komplett frustriert, in dem sie die neutrale Zone dicht gemacht und uns keinen Platz gegeben haben", gab Corey Perry zu. "Dieses Team darf man nicht unterschätzen."

Die Schweiz schnappt sich mit diesem Sensationssieg Platz eins der Gruppe B, aber auch für die Kanadier geht der Weg weiter. Nach zwei Siegen gegen Italien und Lettland waren die Ahornblätter ja ohenhin schon für die Zwischenrunde qualifiziert. Allerdings: Mit Steven Stamkos droht einer der Schlüsselspieler auszufallen. Der Angreifer von den Tampa Bay Lightning verletzte sich während des Spiels an der Schulter und konnte im letzten Drittel nicht mehr auflaufen. Stamkos wäre bereits der zweite namhafte Ausfall, nachdem sich Ryan Smith im Training den Knöchel gebrochen hatte. Teammanager Mark Messier kann aber noch zwei Spieler nachnominieren.

Italien - Lettland 2:5 (1:1, 0:1, 1:3)

Gleich im ersten Jahr nach ihrem Aufstieg muss Italien wieder um die Erstligazugehörigkeit bangen. Im entscheidenden Duell der bislang punktlosen Teams der Gruppe B verlor die Squadra Azzurra gegen Lettland mit 2:5 (1:1, 0:1, 1:3) und steht damit als erster Teilnehmer für die Relegationsrunde fest. Am Samstag (16.15 Uhr) trifft Italien im ersten Abstiegskrimi auf den Tabellenletzten der Gruppe C. Dieser wird am Donnerstag (16.15) im Spiel zwischen Norwegen und Frankreich ermittelt.

Die Letten dagegen qualifizierten sich zum dritten Mal in Folge für die Zwischenrunde und treffen dort in ihrer ersten Partie am Freitagabend (20.15) auf den Sieger der Gruppe C. Ein Viertelfinaleinzug der Balten ist aber unwahrscheinlich, da sie mit einem leeren Punktekonto in die Zwischenrunde gehen. Dort werden nur die gegen ebenfalls qualifizierte Teams erzielten Punkte mitgenommen.

Das von Kapitän und DEL-Profi Herberts Vasiljevs (Krefeld Pinguine) angeführte Lettland übte vor 4029 Fans in der Mannheimer Arena von Beginn an viel Druck auf den Gegner aus. Allerdings verhinderte die schwache Chancenauswertung eine höhere Führung als das 1:0 durch Kaspars Daugavins nach 50 Sekunden.

Die Italiener nutzten diese Schwäche und glichen durch Alexander Egger (15.) aus. Aleksandrs Nizivijs (29.) und Arvids Rekis (42.) brachten die Weinrot-Weißen wieder auf die Siegerstraße. Nur wenige Sekunden nach dem verschossenen Penalty von Nizivijs kam Italien durch Giulio Scandella (44.) noch einmal auf 2:3 heran. Daugavins mit seinem zweiten Treffer (58.) sowie Martins Karsums (60.) per Empty-Net-Goal machten in der Schlussphase den Sieg für die Letten perfekt.

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