Dienstag, 11.05.2010

WM, Vorrunde - Tag 5

Russland rollt, Tschechien patzt

Während Alexander Owetschkin erneut trifft und Russland den 20. WM-Sieg in Folge feiert, patzt Tschechien. Schweden und die Slowakei landeten Pflichtsiege.

Alex Owetschkin traf beim Erfolg gegen Kasachstan zum zweiten Mal im Turnier
© Getty
Alex Owetschkin traf beim Erfolg gegen Kasachstan zum zweiten Mal im Turnier

Gruppe A in Köln

Russland - Kasachstan 4:1 (1:0, 2:0, 1:1)

Die russischen Eishockey-Weltmeister um Superstar Alexander Owetschkin haben ihre WM-Siegesserie fortgesetzt und mühelos die Zwischenrunde erreicht.

Der 24-Jährige legte mit seinem 20. WM-Tor den Grundstein zum 4:1-Sieg der Sbornaja gegen Aufsteiger Kasachstan. Mit dem 20. WM-Sieg in Folge übernahm der Titelträger der vergangenen beiden Jahre die Tabellenführung in der Gruppe A.

Schneller Treffer von Kowaltschuk

Owetschkin, der seine fünfte Weltmeisterschaft bestreitet, erzielte in der elften Minute mit einem Überzahltor die Führung. Es war sein zweiter Treffer bei der WM in Deutschland, beim 3:1-Auftaktsieg gegen die Slowakei hatte sich der Stürmerstar der Washington Capitals ebenfalls in die Torschützenliste eingetragen.

Kapitän Ilja Kowaltschuk sorgte mit dem 2:0 42 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels gegen die überforderten Kasachen schon für die Entscheidung. Der Torjäger der New Jersey Devils verwertete einen Traumpass von Alexander Semin, der in der 38. Minute selbst für das 3:0 verantwortlich zeichnete.

Keine russische Invasion

Im Schlussdrittel führten Owetschkin und Co. den Außenseiter richtig vor, vergaßen aber das Toreschießen. So sprang nur das 4:0 durch Dennis Grebeschkow heraus (44.). Dimitri Dudarew gelang sogar noch der Ehrentreffer (58.).

Die Invasion der russischen Fans, die am vergangenen Sonntag noch für eine ausverkaufte Kölner Arena und eine beeindruckende Heimspielatmosphäre der Sbornaja gesorgt hatten, blieb diesmal aus. 9.274 Zuschauer füllten die Halle nur zur Hälfte.

Während die Russen auf dem Weg zum Titel-Hattrick am Donnerstag gegen Weißrussland ihre Siegesserie weiter ausbauen wollen, droht Aufsteiger Kasachstan der Gang in die Abstiegsrunde. Im letzten Vorrundenspiel am Donnerstag gegen Ex-Weltmeister Slowakei ist der Weltranglisten-18., der zum Auftakt 2:5 gegen Weißrussland verlor, krasser Außenseiter.

Weißrussland - Slowakei 2:4 (2:0, 0:2, 0:2)

Ex-Weltmeister Slowakei hat mit einer erfolgreichen Aufholjagd den ersten Sieg bei der WM gefeiert und damit auch den Einzug in die Zwischenrunde praktisch geschafft. Der Titelträger von 2002 kam am Dienstagabend in Köln nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 4:2 gegen Weißrussland.

Das erste Drittel gehörte den Weißrussen, die gedankenschneller wirkten. Sergej Demagin nutzte nach einer Parade von Peter Budaj den Rebound zur schnellen Führung (5.).

Wenig später war der Olympia-Teilnehmer sehr effektiv, als eine Strafzeit gegen die Slowakei angezeigt war. Goalie Witali Kowal verließ das Tor, der sechste Feldspieler kam und Alexej Kaljuschny war mit einem herrlichen Direktschuss aus spitzem Winkel erfolgreich (10.).

Ein Kölner Hai trifft

Im zweiten Drittel brachte der für die Kölner Haie spielende Ivan Ciernik die Slowaken im ersten Powerplay heran (23.). Dann erzielte Milan Bartovic den Ausgleich (31.). Marek  Zagranpan (45.) traf dann wieder im Powerplay, ehe Milan Bartovic (60.) den Schlusspunkt setzte.

Trotz der Niederlage stehen die Weißrussen bereits vorzeitig in der Zwischenrunde. Denn selbst wenn Kasachstan am letzten Spieltag gegen die Slowakei gewinnt und Weißrussland gegen Russland verliert, könnten die Weißrussen nicht mehr Gruppenletzter werden.

Unter den dann drei punktgleichen Teams würde eine eigene Tabelle errechnet. Und in dieser hätten die Weißrussen aufgrund des 5:2-Erfolges gegen Kasachstan die beste Tordifferenz gegenüber der Slowakei.

In diese Tabelle werden die Ergebnisse der Spiele mit russischer Beteiligung nicht eingerechnet. Die Slowakei wäre wegen der Tordifferenz ebenfalls bei einer knappen Niederlage gegen Kasachstan weiter.

Statistik: Top-Torschützen und Top-Torhüter der WM

Gruppe C in Mannheim

Tschechien - Norwegen 2:3 (0:1, 1:1, 1:1)

Die tschechische Nationalmannschaft verlor ihr zweites Spiel gegen Norwegen trotz zweier Treffer von Altstar Jaromir Jagr (28. und 54.) überraschend mit 2:3, steht aber durch den Erfolg von Schweden in der Zwischenrunde.

Vor nur 2256 Zuschauern in der Mannheimer Arena tat sich der Favorit aus Tschechien schwer gegen die kompakte norwegische Mannschaft, die durch einen fulminanten Handgelenkschuss von Mats Zuccarello Aasen (13.) in Führung ging.

Danach belagerte Tschechien förmlich das gegnerische Tor, doch beim Olympiasieger von 1998 fehlte die Effektivität vom 6:2-Auftaktsieg gegen Frankreich.

Nach dem Ausgleich durch Jagr antworteten die Skandinavier, die in der Vorbereitung zweimal gegen das deutsche Team verloren hatten, postwendent mit dem 2:1 durch Anders Fredriksen (31.). Anders Bastiansen mit seinem Treffer zum 3:1 (45.) sowie ein starker Goalie Pal Grotnes machten den nicht unverdienten Sieg für die Wikinger perfekt.

Schweden - Frankreich 3:2 (1:0, 2:0, 0:2)

Ohne große Probleme hat der zweimalige Olympiasieger Schweden sein Ticket für die Zwischenrunde gelöst.

Das Drei-Kronen-Team gewann auch sein zweites Gruppenspiel gegen Außenseiter Frankreich mit 3:2 und ist neben Tschechien nicht mehr von den ersten zwei Plätzen der Gruppe C zu verdrängen. Der dritte Zwischenrunden-Teilnehmer wird am Donnerstag im Duell der Norweger gegen Frankreich ermittelt.

Ericsson und Nylander kommen

Die Schweden ließen von Beginn an mit zielstrebigen und körperbetonten Angriffen keinen Zweifel am Erfolg aufkommen. Die Treffer zum neunten Sieg im zehnten WM-Aufeinandertreffen mit den Franzosen erzielten Carl Gunnarsson (18.), Jonas Andersson (23.) und Johan Harju (28.).

Erst als Schweden zwei Gänge zurückschaltete, kam die Equipe Tricolore zu Treffern durch Yorick Treille (35.) und Luc Tardif (55.).

Die Schweden, die mit einem Mini-Kader ins Turnier starteten, werden nun noch von Red-Wings-Verteidiger Jonathan Ericsson und Ex-NHL-Star Michael Nylander von Jokerit Helsinki verstärkt.

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