Eigentlich müsste Krupp aufhören

Von Alexander Mey
Dienstag, 25.05.2010 | 12:03 Uhr
Goalie Dennis Endras hat sich mit seinen WM-Leistungen für ein NHL-Engagement empfohlen
© Getty
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Deutschland hat bei der Eishockey-WM im eigenen Land den größten Erfolg seit Olympia-Bronze vor 34 Jahren gefeiert. Doch was bleibt vom Glanz der gut zwei Wochen in Köln, Mannheim und Gelsenkirchen übrig? Viel Stolz auf das Erreichte - aber auch ein sorgenvoller Blick in die Zukunft und mögliche Abschiede der DEB-Macher Krupp und Reindl.

Durchschnaufen. Erst einmal wieder runter kommen und sacken lassen. Nicht nur den DEB-Spielern und Trainern gingen nach dem letzten WM-Spiel am Sonntag solche Gedanken durch den Kopf.

Auch die Journalisten mussten sich erst einmal zurücklehnen und überlegen, was sie von der knapp verpassten Bronzemedaille und dem trotzdem sensationellen vierten Platz bei der Heim-WM halten sollten.

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist vielschichtig, aber zu allererst gilt: Es gibt an der Leistung der Spieler auf dem Eis nichts klein zu reden. Sie haben in jedem Spiel in punkto Kampf und Moral alles gegeben.

Sie haben das System von Bundestrainer Uwe Krupp in den meisten Spielen perfekt umgesetzt. Sie haben vor allem in der Defensive hervorragend gespielt - und sie hatten mit Dennis Endras nicht nur den besten Torhüter, sondern sogar den offiziell wertvollsten Spieler der WM, im Team.

Krupp: "Wir müssen den Moment genießen"

Siege gegen die USA, die Slowakei und die Schweiz belegen die großartigen Leistungen des DEB-Teams ebenso wie die nur knappen Niederlagen gegen die Eishockey-Großmächte Russland, Schweden und Finnland.

Insgesamt gab es nur 14 Gegentore in neun Spielen, ein großartiger Wert. Der Sprung von Platz zwölf auf Platz neun in der Weltrangliste ist der verdiente Lohn.

Uwe Krupp hat während des Turniers immer wieder zwei wichtige Sätze gesagt: "Ich bin stolz auf mein Team" und "Wir müssen den Moment genießen". Denn wer weiß, ob und wann das deutsche Eishockey noch einmal solch stolze Momente erleben darf?

Der Illusion, dass Deutschland momentan wirklich die viertstärkste Eishockey-Nation der Welt ist, gibt sich wohl kaum jemand hin. Aber in Wahrheit ist es sogar so, dass sich an der generellen Situation des Sports im internationalen Vergleich nicht viel geändert hat.

2011 wieder gegen den Abstieg

Schon bei der WM 2011 läuft es wieder auf einen Tanz auf der Rasierklinge hinaus. Abstiegs- oder Zwischenrunde? Diese sportliche Schicksalsfrage wird wie immer in einem Endspiel beantwortet werden.

Gegen Aufsteiger Slowenien in diesem Fall, denn die Russen und die Slowaken bei deren Heim-WM zu schlagen, bleibt für die Deutschen ein Mammutprojekt.

Bei aller Euphorie musste man bei der vergangenen WM auch erkennen, dass die Top-Nationen mit Ausnahme der Russen nicht mit dem Großteil ihrer Topstars angetreten sind.

Weltmeister Tschechien und Bronzemedaillengewinner Schweden haben trotzdem ihre Leistungen gebracht. Aber andere Teams wie Kanada, die USA, Finnland oder die Slowakei blieben deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Keine Unterstützung von der DEL

Deutschlands perspektivische Probleme liegen aber weniger auf dem Eis. Sie liegen in der Struktur, im Nährboden für eine erfolgreiche Nationalmannschaft.

Warum wohl droht DEB-Generalsekretär Franz Reindl nicht nur im SPOX-Interview mit dem Rückzug aus verantwortlicher Position? Warum lässt Bundestrainer Krupp seine Zukunft offen? Beide wissen sehr genau, dass es unter den momentanen Umständen nicht mehr besser werden kann als bei der vergangenen WM.

Platz vier droht ein einmaliger Glücksfall, ein Ausrutscher zu werden. Versetzt man sich in die Lage von Krupp, dann muss man ihm eigentlich raten, auf dem Höhepunkt aufzuhören, auch wenn man seine Arbeit sehr schätzt und sich wünscht, dass er bleibt.

Denn der Nationalmannschaft fehlt es an der Unterstützung aus der heimischen DEL, und daran wird sich mittelfristig kaum etwas ändern.

Vier Köche, ein ungenießbarer Brei

Die Liga siecht vor sich hin. Kassel ist insolvent, Köln geht es trotz aktueller Meldungen über eine mögliche Rettung kaum besser. Auch Frankfurt geht finanziell am Stock, während es München nicht einmal geschafft hat, rechzeitig alle Lizenzunterlagen für den Aufstieg in die DEL einzureichen.

Eine Liga, die so viele existenzielle Probleme hat, wird als allerletztes an den notwenigen radikalen Aus- und Umbau der Nachwuchsförderung denken. Kaum ein Trainer, der Erfolge vorweisen muss, um die Existenz des Klubs vor den Sponsoren zu rechtfertigen, wird auf junge deutsche Spieler setzen, wenn er mittelmäßige, aber erfahrene Nordamerikaner einsetzen kann.

Das sind die Windmühlen, gegen die Krupp und Reindl seit nunmehr fast fünf Jahren gemeinsam kämpfen. Sie sind müde. Vor allem Reindl, der das Vier-Säulen-System im deutschen Eishockey bei jeder Gelegenheit anprangert.

DEB, DEL, zweite Liga und Landesverbände geben bei der Gestaltung des Sports ihren Senf dazu. Jeder will dabei seine Schäflein ins Trockene bringen. Jede Menge Köche ergeben einen ungenießbaren Brei. Sprich, einschneidende Reformen, die der Sport in unserem Land seit vielen Jahren bitternötig braucht, sind nicht durchsetzbar.

Erfahrung lehrt: Euphorie ebbt bald ab

So ist die Lage, an der auch ein Frühlingsmärchen im Mai 2010 nicht von heute auf morgen etwas ändern kann.

Immerhin hat es aber den Fokus auf den Sport gerichtet. Es haben Menschen mit dem DEB-Team gefiebert, die vor acht Wochen noch nicht einmal wussten, dass die WM überhaupt stattfindet.

Die Erfahrung zeigt leider, dass außerhalb des Fußballs eine derartige Euphorie nicht lange vorhält und das Interesse an der betreffenden Sportart bald wieder abebbt.

Aber Hoffnung auf bessere Zeiten gibt sie dem deutschen Eishockey trotzdem. Und das ist im Vergleich zu vergangenen Jahren schon ein großer Fortschritt.

Endras zum wertvollsten Spieler der WM gewählt

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