Auch der letzte Eisbären-Jäger gibt auf

SID
Mittwoch, 27.01.2010 | 12:15 Uhr
Florian Busch und die Eisbären Berlin befinden sich in überragender Verfassung
© Getty
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Am Dienstagabend blies auch der letzte Verfolger die Jagd auf die Eisbären ab. Der zweitplatzierte aus Düsseldorf verlor mit 3:2 gegen die Eisbären Berlin.

"Was die Berliner jetzt machen, ist mir egal. Wir werden schauen, dass wir die Mannschaften hinter uns in Schach halten", sagte Trainer Harold Kreis von der Düsseldorfer EG nach dem 2:3 in der Deutschen Eishockey Liga beim überlegenen Spitzenreiter Eisbären Berlin.

Schon lange abgehängt sind die Adler Mannheim, deren Sturzflug durch das blamable 1:5 bei den Kölner Haien noch steiler wurde. Dem Titelverteidiger Berlin dagegen ist nach dem 31. Sieg im 41. Saisonspiel der erste Platz in der Hauptrunde und damit die beste Ausgangsposition für die Play-offs kaum noch zu nehmen.

15 Punkte beträgt der Vorsprung auf die DEG, der man noch am ehesten zugetraut hatte, den Eisbären-Express stoppen zu können. In den ersten beiden Neuauflagen des Vorjahresfinals hatten die Rheinländer den Berlinern empfindliche Niederlagen (2:6 und 3: 7) zugefügt, am Dienstag rückte der Branchenprimus die Kräfteverhältnisse wieder zurecht.

Doppeltorschütze Weiß

Doch damit ist der Erfolgshunger der Eisbären noch lange nicht gestillt. "Wir werden versuchen, auch die restlichen Hauptrundenspiele zu gewinnen, um uns für die Playoffs in Form zu bringen", kündigte Doppeltorschütze Alexander Weiß (15. und 54.) an.

Anders als in den zwei Duellen zuvor traten die Gastgeber vor 14.200 Zuschauern vor allem in den ersten beiden Dritteln wesentlich disziplinierter und geordneter auf. Zudem konnte sich das Team von Trainer Don Jackson auf Geniestreiche der vielen Einzelkönner verlassen, so wie beim herrlichen Rückhandpass des langjährigen NHL-Profis Jeff Friesen zum 2:0 durch Nationalspieler Travis James Mulock, der die Arena zum Kochen brachte.

Auch in Köln kochten die Emotionen, bei den desolaten Mannheimern gab aber nur Trainer Teal Fowler nach der Schlusssirene richtig Gas. "Man kann in Köln verlieren, aber nicht so. Das war ganz schlecht", wetterte der US-Amerikaner nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Spielen für die auf Platz zehn abgestürzten Adler.

Mannheim immer tiefer in der Krise

Bundestrainer Uwe Krupp traute angesichts des kraft- und ideenlosen Spiels des auf dem Papier topbesetzten Rekordmeisters seinen Augen kaum. "Da scheint in der Mannschaft eine ganze Menge nicht zu stimmen", meinte Krupp. Selbst Kölns Coach Bill Stewart machte der pomadige Auftritt des Gegners wütend.

Der ehemalige Meistertrainer mit den Adlern (2001) brach eine Lanze für Manager Marcus Kuhl und seinen Kollegen Fowler, der erst vor zwei Wochen das Amt des entlassenen Doug Mason übernommen hatte: "Es ist eine Travestie, was in Mannheim passiert. Es geht nicht, dass immer nur Manager und Trainer in der Kritik stehen."

Den Haien reichte eine Durchschnittleistung, um nach vier Niederlagen in Folge die Hoffnungen auf den direkten Play-off-Platz am Leben zu halten. Dieser Zug ist für die zu Saisonbeginn als Meisterkandidat gehandelten Mannheimer wohl schon abgefahren.

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