"Inlinen macht mehr Spaß als Eishockey"

Von Interview: Bärbel Mees
Mittwoch, 14.10.2009 | 12:05 Uhr
Thomas Greilinger wurde 2004 und 2009 in das All-Star-Team der DEL gewählt
© Imago
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Ab sofort stellt SPOX regelmäßig Nationalspieler und Nationalmannschaftskandidaten vor, die in den Überlegungen von Bundestrainer Uwe Krupp im Hinblick auf die Heim-WM 2010 eine wichtige Rolle spielen. Los geht es mit Thomas Greilinger.

Thomas Greilinger galt als Jahrhunderttalent und wurde mit 18 Jahren als jüngster Spieler in die Nationalmannschaft berufen. Doch es folgten schwere Verletzungen und der lange Weg zurück durch die Oberliga.

Seit 2008 spielt der 28-Jährige für den ERC Ingolstadt wieder in der DEL. Im SPOX-Interview spricht Greilinger über Verletzungsfrust, die WM im eigenen Land, und er erklärt, warum ihm Inlinen eigentlich mehr Spaß macht als Eishockey.

SPOX: Herr Greilinger, Sie spielen eine fantastische DEL-Saison. Wie erleichtert sind Sie, dass es derzeit für Sie so gut läuft?

Thomas Greilinger: Ich bin nicht so richtig erleichtert, weil es mit der Mannschaft derzeit relativ schleppend läuft. Das ist sehr frustrierend, denn wir haben ein gutes Team. Aber wir müssen jetzt wirklich mal versuchen zu punkten. Für mich persönlich läuft es allerdings wirklich sehr gut.

SPOX: Wo sehen Sie denn die Probleme in Ingolstadt?

Greilinger: Ich denke, wir sind noch zu viele Einzelspieler und wir sind noch nicht zu einem richtigen Team zusammengewachsen.

SPOX: Das heißt, die Harmonie stimmt noch nicht?

Greilinger: Ja, auf dem Eis fehlt noch die Abstimmung. Die Aufgabe des Trainers ist es jetzt, die vielen guten Einzelspieler zu einer Mannschaft zu formen.

SPOX: Wie erklären Sie sich, dass es für Sie persönlich gerade so gut läuft?

Greilinger: Das ist ganz einfach: Ich habe gute Mitspieler. Ich spiele in einer Reihe mit Bob Wren und Rick Girard und es macht großen Spaß, mit den Jungs zusammenzuspielen. Wir verstehen uns wirklich gut auf dem Eis. Und die gute Stimmung ist der Grund, warum es so gut läuft.

SPOX: Was ist denn Ihrer Meinung nach für Sie und Ihre Mannschaft in dieser Saison möglich?

Greilinger: Die Mannschaft befindet sich natürlich in einer schwierigen Situation. Wir müssen jetzt auf alle Fälle Spiele gewinnen. Die Saison ist zwar noch jung, aber wenn wir nicht bald die Spiele aufholen, die wir verloren haben, dann kann es auch schnell mal zu spät sein. Bis zur Pause sind es nur noch acht Spiele und die sind für uns von entscheidender Bedeutung.

SPOX: Rollen wir mal Ihre bisherige Karriere auf, die ein ganz schönes Auf und Ab war. Sie haben über den Beginn einmal gesagt: 'Ich war jung und dumm'. Was haben Sie damit gemeint?

Greilinger: Natürlich macht man als junger Mensch einige Sachen anders, als ich sie jetzt machen würde. Ich habe sicherlich einige Fehler gemacht, aber das lässt sich eben auch nicht immer verhindern.

SPOX: Mit 18 Jahren sind Sie in die Nationalmannschaft berufen worden. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Greilinger: Ich bin damals direkt von der Oberliga ins DEB-Team gekommen, das war schon toll. Ich war der Jüngste und habe mit Spielern zusammen auf dem Eis gestanden, die ich damals nur aus dem Fernsehen kannte.

SPOX: Sie galten als der neue Didi Hegen, Hans Zach hat Sie sogar gelobt, aber dann haben Sie den nächsten Schritt verpasst. Max Fedra hat Sie deshalb mal als vergeudetes Talent bezeichnet. Was sagen Sie zu solchen Äußerungen?

Greilinger: Das ist mir relativ egal, was andere Leute sagen. Jeder hat seine Meinung, und wenn er meint, er muss sie sagen, dann soll er das tun.

SPOX: Aber woran lag es denn, dass Ihre Karriere nicht so gelaufen ist, wie sie hätte laufen können? Waren die zahlreichen Verletzungen der Grund oder doch der Hang zur Unprofessionalität?

Greilinger: Mein Hauptproblem waren meine zwei schweren Knieverletzungen. Einmal konnte ich 18 Monate nicht spielen und dann noch mal ein Jahr nicht - den Rückstand muss man erstmal aufholen.

SPOX: Sie haben dann zwei Jahre für den Deggendorfer SC in der Regionalliga bzw. in der Oberliga gespielt. Für die Oberliga sind Sie ja eigentlich viel zu gut. War das für Sie eine harte Zeit?

Greilinger: Nein, das war nicht hart. Ich habe vorher aufgrund der Verletzungen gar nicht gespielt und war froh, dass ich überhaupt wieder aufs Eis konnte.

SPOX: Sie haben in der Oberliga eine 100-Punkte-Saison hingelegt. Auch wenn es nur die Oberliga war, das muss man erstmal schaffen. War das für Sie etwas Besonderes?

Greilinger: Die eigene Statistik ist natürlich immer wichtig, aber etwas Besonderes war das eigentlich nicht. Die Mannschaft ist das, was zählt. Es bringt ja nichts, wenn du 40 Tore schießt und die Mannschaft ist Letzter. Da schieße ich lieber zehn Tore und bin Erster. Das ganze Leben ist einfach schöner und ruhiger, wenn das ganze Team erfolgreich ist.

SPOX: Mit 24 Jahren haben Sie aufgrund der Verletzungen erstmal Ihren Rücktritt erklärt. War zu dem Zeitpunkt Ihre Karriere für Sie vorbei oder war klar, dass Sie irgendwann wieder angreifen werden?

Greilinger: Vorbei war es nicht. Ich wollte die Bewegungen einfach in Ruhe ausprobieren, sonst wäre das vielleicht nie wieder etwas geworden. Also habe ich mir die Zeit genommen und für mich entschieden, ganz langsam wieder anzufangen. Es hätte keinen Sinn gemacht, gleich wieder voll einzusteigen.

SPOX: So eine lange Verletzungspause ist sicherlich sehr frustrierend. Woher nimmt man den Mut, das lange Aufbautraining durchzustehen?

Greilinger: Wenn man Profisportler ist, gehören Verletzungen mit dazu. Jeder wird irgendwann mal eine Verletzung haben. Der eine Spieler hat mehr, der andere weniger. Da darf man nicht jedes Mal lange drüber nachdenken. Wenn man Angst vor Verletzungen hat, braucht man gar nicht zu spielen. Ich bin froh, dass ich wieder mit dem Spielen beginnen konnte und jetzt bin ich umso glücklicher, dass es so gut läuft.

SPOX: Ihre Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt. Sie waren ganz unten, derzeit sind Sie ganz oben. Angst vor der nächsten Talfahrt?

Greilinger: Angst habe ich überhaupt nicht. Aber man kann natürlich nie sagen, was passieren wird. Es kann die nächste Verletzung kommen, oder man hat plötzlich ein Formtief. Aber das gehört zum Sport alles dazu. Man kann nur versuchen, sein Bestes zu geben und hoffen, dass man sich nicht verletzt.

SPOX: Wenn Sie so weiterspielen, haben Sie gute Chancen für Olympia und die WM 2010. Stehen Sie mit Bundestrainer Uwe Krupp im Kontakt?

Greilinger: Er ist derjenige, der sich bei mir melden muss. Wenn er mich braucht, wird er mich anrufen. Aber es wäre natürlich schön, wenn ich dabei bin. Speziell beim Eröffnungsspiel auf Schalke. Ich werde versuchen, mich im Verein durch Leistung zu empfehlen. Ich muss so gut spielen, dass er einen Grund hat, mich anzurufen.

SPOX: Was ist denn das schönere Gefühl? Mit 18 in die Nationalmannschaft berufen zu werden oder nach so einer langen Verletzungspause wieder gut genug für das Team zu sein?

Greilinger: Es ist beides ein schönes Gefühl. Es ist das Höchste, wenn man zu den besten Deutschen gehört und Länderspiele absolvieren kann. Das ist vermutlich in jeder Sportart so. Da ist es egal, in welchem Alter oder in welcher Situation.

SPOX: Bei der WM in der Schweiz wären Sie wohl dabei gewesen, aber dann kam Ihnen eine Verletzung dazwischen. Und dann mussten Sie auch noch Ihren Mexiko-Urlaub wegen der Schweinegrippe absagen.

Greilinger: Ja, das stimmt. Das war alles nicht so toll. Vor allem mit der WM ist es blöd gelaufen, weil ich mich im letzten Vorbereitungsspiel verletzt habe. Aber so ist das eben. Immerhin habe ich stattdessen die Inlinehockey-WM gespielt, das war auch lustig.

SPOX: Das ist ein gutes Stichwort: Sie haben ja schon sieben Mal an der Inlinehockey-WM im Sommer teilgenommen. Was macht Ihnen denn mehr Spaß, Rollen oder Kufen?

Greilinger: Das ist eine schwere Frage. Der Spaß ist beim Inlinen höher, aber man verdient beim Eishockey wesentlich mehr Geld. Das Inlinen ist vor allem das perfekte Sommertraining. Das macht mehr Spaß, als mit dem Fahrrad in der Gegend herumzufahren.

SPOX: Abgesehen vom Inlinen, womit vertreiben Sie sich sonst noch die Zeit?

Greilinger: Während der Saison mache ich kaum was, denn wir haben jeden Tag Training und viele Auswärtsspiele. Aber im Sommer gehe ich hin und wieder zum Angeln.

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