Eishockey

DEL-Trainer sehen Eisbären als Meister

SID
Dienstag, 03.03.2009 | 12:39 Uhr
Die Spieler der Berliner Eisbären erfreuen sich dem zweithöchsten Zuschauerschnitt Europas
© Getty
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In einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes "sid" haben zehn DEL-Trainer den Vorrundensieger Eisbären Berlin als Topfavorit auf die Meisterschaft genannt.

Alle sind sich einig: Vorrundensieger Eisbären Berlin wird zum vierten Mal deutscher Eishockey-Meister.

"Die Eisbären haben die stärkste Mannschaft, sind am dichtesten besetzt und hatten über 52 Spiele nur kurze Schwächephasen. Sie wissen, wie man den Titel gewinnt", sagt Trainer Harold Kreis von der Düsseldorfer EG und spricht damit für alle seine Kollegen.

Einzig Hannover werden Außenseiterchancen eingeräumt

Die zehn Coaches der Play-off-Teilnehmer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nannten in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes "sid" unisono den Titelverteidiger als Topfavoriten.

Einzig dem Tabellenzweiten Hannover Scorpions werden Außenseiterchancen eingeräumt: Drei Eishockey-Lehrer bezeichneten das Team von Ex-Bundestrainer Hans Zach als ärgsten Konkurrenten der Eisbären.

Beeindruckt haben die Berliner die Liga vor allem mit ihrem fulminanten Schlussspurt. Mit neun Siegen in den letzten zehn Vorrundenspielen stürmte der Meister von 2005, 2006 und 2008 noch auf Platz eins - zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte.

Lary Mitchell: "Die Eisbären fegen zurzeit jeden Gegner vom Eis"

"Die Eisbären fegen zurzeit jeden Gegner vom Eis. Das zeigt, dass sie in der Saisonplanung genau richtig liegen und zu den Play-offs Höchstform erreichen", stellt Trainer Larry Mitchell von den Augsburger Panthern fest.

Die Berliner dominierten am Ende vor allem wegen ihrer überragenden Offensive. Keiner erzielte mehr Treffer als der Meister (214), keiner war in Überzahl erfolgreicher (21,62 Prozent), keiner schoss häufiger aufs Tor (1901). Der Lohn für den neuen Branchenführer im deutschen Eishockey: Die Arena am Ostbahnhof war zwölfmal mit 14.200 Zuschauern ausverkauft.

Im Schnitt kamen 13.746 Fans, was eine Auslastung von knapp 95 Prozent bedeutete. Die Resonanz aus der Vorsaison - der letzten im alten Wellblechpalast - verdreifachte sich.

Während sich in Nürnberg und Köln die Mäzene nach erheblichen Einbußen unzufrieden zurückzogen und ihre Klubs an den Rand des Kollaps trudelten, in Düsseldorf der Zuschauereinbruch ein dickes Minus bescherte und in Duisburg Alleingesellschafter Ralf Pape langsam die Lust verliert, boomt Eishockey-Berlin. Auch der Umsatz im Merchandising hat sich verdoppelt.

Scorpions-Coach Zach gibt sich kämpferisch

Und das Selbstbewusstsein beim Vorrundensieger ist riesengroß. "Die Mannschaft ist in absoluter Topform", sagt Trainer Don Jackson: "Daraus ziehe ich mein Vertrauen."

Kapitän Steve Walker antwortet auf die Frage, ob er einen Wunschgegner für das Viertelfinale ab 13. März habe: "Nein, aber keiner wird sich wünschen, gegen uns spielen zu müssen." Der Berliner Kontrahent wird ab Donnerstag in den Vor-Play-offs ermittelt.

Gefährlich werden könnte den Eisbären auf dem Weg zum vierten Meistertitel nach Meinung der Trainer nur Hannover. "Die Scorpions haben bewiesen, dass sie Konstanz haben und eine körperlich robuste Mannschaft sind. Sie haben vielleicht den Vorteil, dass sie nur wenige auf der Liste haben", sagt DEG-Coach Kreis.

Insgesamt 29 Spieltage lang war das Zach-Team Tabellenführer, ehe es drei Runden vor Schluss schwächelte und von Berlin noch abgefangen wurde. Aber Zach gibt sich kämpferisch: "Wir lassen uns nichts gefallen. Wenn wir die erste Runde überstehen, dann sind wir der größte Konkurrent."

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