Eishockey

Entscheidung im Duell der Heim-Nieten

Von Stefan Drescher
Die Hamburg Freezers konnten die Serie gegen die Frankfurt Lions drehen
© Getty

Der vierte Spieltag der Pre-Playoffs hatte es in sich: Während sich Wolfsburg nach dem dritten Sieg gegen Augsburg über den ersten Playoff-Viertelfinaleinzug der Klubgeschichte freuen konnten, stellten die Hamburg Freezers jegliche sportpsychologischen Überlegungen zum Thema Heimrecht auf den Kopf und erzwangen mit ihrem 2:1-Sieg bei den Frankfurt Lions ein entscheidendes fünftes Spiel (Mi., ab 19.15 Uhr im LIVESCORE und im Internet-TV).

Spannend bis zur letzten Sekunde ging es in der Pre-Playoff-Serie zwischen den Frankfurt Lions und den Hamburg Freezers zur Sache. Matchwinner Alexander Barta machte nach 6:33 Minuten der Overtime mit seinem Treffer zum 2:1 den Freezers-Sieg perfekt und wehrte damit auch den zweiten Matchball der Lions erfolgreich ab.

"Das ist eben Eishockey. So etwas kann immer passieren. Aber irgendwie ist das ja auch das Schöne an dem Sport und den Playoffs", zeigte sich Frankfurts Abwehr-Routinier Daniel Kunce gegenüber SPOX unbeeindruckt. Nachdem man zum Beginn der Serie beide Auftaktpartien in Hamburg gewinnen konnte, hatte zu Hause nur noch ein Sieg zum Weiterkommen gefehlt. Offenbar jedoch auch die Nerven. 

Entscheidungsspiel in Hamburg

Nach zwei Pleiten vor heimischem Publikum wird die Entscheidung beim Stand von 2:2 im fünften und definitiv letzten Spiel somit wieder in die Hansestadt verlegt.

"Die Chance auf ein Weiterkommen ist für uns genauso da, wie für Hamburg. Ich denke, es wird wieder ein ganz knappes Spiel", resümierte Kunce und lehnte sich damit wohl nicht allzu weit aus dem Fenster: Alle vier Partien endeten mit nur einem Tor Unterschied.

Von einem psychologischen Knacks will der 37-jährige Verteidiger nach den beiden vergebenen Matchbällen jedoch nichts wissen: "Jetzt geht es wieder bei Null los. Die Stimmung im Team ist genau so, wie sie war, als wir das erste Mal nach Hamburg gefahren sind." Und da hatte man ja bekanntlich gewonnen.

Mitchell: "Bin unheimlich stolz auf meine Spieler"

Für die Augsburger Panther hingegen war die Saison um 21.46 Uhr am Montagabend beendet. Nach nur 46 Sekunden in der Overtime zerstörte Wolfsburgs Gregg Johnson mit seinem Tor zum 4:3 den Schwaben-Traum vom Playoff-Viertelfinale. Zurück blieben Ernüchterung, Enttäuschung, aber auch ein ordentliches Quäntchen Stolz.

Fast schon verlegen wiederholte Panther-Trainer Larry Mitchell nach dem Spiel das in Augsburg in den letzten Wochen so nimmer müde zitierte Saisonfazit: "Ich bin unheimlich stolz auf jeden einzelnen meiner Spieler. Wir haben allen gezeigt, was eine hart kämpfende Mannschaft alles erreichen kann. Vor der Saison wurden wir von 16 Mannschaften auf den 16. Tabellenplatz gesetzt."

Wolfsburger Lauf hält an

Entgegen der Prognose der deutschen Eishockey-Fachschaft sicherten sich die Panther trotz des verpassten Playoff-Einzugs am Ende einen Platz unter den Top 10 der DEL-Mannschaften. Für das junge und sympathische Augsburger Team zweifelsohne ein Erfolg, der hoffnungsvoll in die kommende Spielzeit blicken lässt.

In Wolfsburg hingegen ist man nur drei Wochen nach dem sensationellen Sieg über Hannover im Pokalfinale anscheinend nicht müde, die Erfolgschroniken des Vereins kontinuierlich weiter auszubauen.

Mit dem dritten Sieg über Augsburg zieht man erstmals in der Klubhistorie in ein Viertelfinale der DEL-Meisterschaftsrunde ein und erlebt dort zur Freude der Verantwortlichen wieder ein Niedersachsen-Derby gegen die Scorpions.

Die Pre-Playoffs der Saison 2008/2009:

Hamburg Freezers - Frankfurt Lions (Stand: 2-2): 3:4, 1:2, 2:1, 2:1 n. V.

Der Sieger der Best-of-five-Serie trifft im Viertelfinale auf den Tabellenersten der DEL-Hauptrunde, die Eisbären Berlin.

Grizzly Adams Wolfsburg - Augsburger Panther (Endstand: 3-1): 1:2, 4:1, 1:0, 4:3 n.V.

Die Grizzly Adams Wolfsburg treffen damit im Viertelfinale (ab 13. März) auf den Tabellenzweiten der DEL-Hauptrunde, die Hannover Scorpions.

Die weiteren Viertelfinal-Begegnungen: DEG Metro Stars - Krefeld Pinguine, Adler Mannheim - Sinupret Ice Tigers;

4. Spieltag der Pre-Playoffs: Wolfsburg im Viertelfinale, Hamburg gleicht aus

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