SPOX-Viertelfinal-Check

Straßenbahn-Derby und Chaos-Duell

Von Florian Regelmann
Freitag, 13.03.2009 | 10:40 Uhr
Zwischen den DEG Metro Stars und den Krefeld Pinguinen wird es hart zur Sache gehen
© Getty
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Die Pre-Playoffs waren nett, aber nun geht es in der DEL erst richtig los. Es geht ins Viertelfinale. Alle vier Serien versprechen jede Menge Spannung. Vom Straßenbahn-Derby bis zum Chaos-Duell.

Worauf man in den Viertelfinal-Serien achten sollte und eine Prognose darüber, wer es denn ins Halbfinale schafft, steht im SPOX-Check.

Eisbären Berlin (1) vs. Hamburg Freezers (8)

Saisonbilanz: 3:1 (4:3 OT, 4:0, 1:6, 4:2)

Ausgangslage: Die Eisbären haben sich zum Vorzeigeklub der DEL entwickelt. Die Berliner haben alles, was man sich nur wünschen kann. Einen Top-Torwart (Rob Zepp), starke Ausländer in Defensive (Quint, Roach, Regehr) und Offensive (Pederson, Walker, Robinson), starke junge Deutsche (Busch, A. Weiß, D. Weiß, Rankel, Hördler, Braun) und starke erfahrene Deutsche (Ustorf, Felski). Dazu spielen sie seit dieser Saison in einer der modernsten Arenen Europas (O2-World), die nahezu immer ausverkauft ist. So ist es nur folgerichtig, dass die Eisbären die Regular Season als Erster abgeschlossen haben und wieder als Topfavorit in die Playoffs starten.

Ganz anders die Situation beim Anschütz-Bruder aus Hamburg. Die Freezers-Stars trugen in der ersten Saisonhälfte ihre Trikots lustlos spazieren. Keine Punkte, miese Stimmung bei den immer weniger werdenden Fans in der Color Line Arena - es sah schlecht aus. Doch dann ersetzte Paul Gardner (Markenzeichen: Mickey-Mouse-Krawatten) den erfolglosen Bill Stewart an der Bande - und plötzlich lief es. Hamburg rollte das Feld mit 39 Punkten im Jahr 2009 (nur zwei weniger als Berlin) von hinten auf. In den Pre-Playoffs stand man gegen Frankfurt vor dem Aus. Aber die Freezers sind in dieser Saison scheinbar nicht totzukriegen. Sie drehten die Serie und verdienten sich das Viertelfinal-Duell mit den Eisbären.

Players to watch: Alexander Weiß vs. Alexander Barta. Das Alex-Duell. Von den jungen hoffnungsvollen Talenten ist aktuell niemand heißer als Alexander Weiß. Zum Ende der Vorrunde drehte der 22-Jährige mit fünf Toren in einer Spanne von drei Spielen auf. Hat sich in jungen Jahren bei einem Spitzenteam nicht nur durchgesetzt, sondern war phasenweise der beste Spieler. Sowas gefällt Bundestrainer Uwe Krupp. Auf Freezers-Seite muss die Frage erlaubt sein: Wenn Alex Barta nach seiner langen Verletzungspause nicht so ein unglaubliches Comeback gegeben hätte (21 Spiele, 27 Scorerpunkte), hätten sie dann überhaupt die Pre-Playoffs erreicht? Wohl kaum.

Prognose: Die Freezers haben vom Talent her zwar das Potenzial, für eine Sensation zu sorgen. Dann, wenn Jean-Marc Pelletier überragend hält, und wenn eventuell Brad Smyth nach langer Zwangspause zu alter Form findet. Aber sobald die Eisbären ihren Rhythmus gefunden haben, werden sie die Serie deutlich für sich entscheiden. Eisbären in 5.

Hannover Scorpions (2) vs. Grizzly Adams Wolfsburg (7)

Saisonbilanz: 1:2 (0:5, 4:3 OT, 3:5 im Pokalfinale)

Ausgangslage: Wenige trauten den Scorpions vor der Saison zu, dass sie im Konzert der Großen würden mitspielen können. Doch dann stand das Team von Hans Zach lange auf Platz eins, ehe es sich zum Schluss der Vorrunde eine kleine Schwächephase leistete. Rechtzeitig zum Playoff-Start werden die Scorpions aber wieder genau das machen, was sie in dieser Saison so ausgezeichnet hat. Zach-Eishockey at it's best. Vier ausgeglichene Blöcke machen aus einer extrem soliden Defensive heraus 60 Minuten Dampf. Spielen die Scorpions ihr bestes Eishockey, verbinden sie Kampfkraft und Defensivkunst mit ihren individuellen Fähigkeiten (Vikingstad, Schneider, Dolak, Herperger) auf starke Art und Weise.

Die Grizzly Adams setzten sich in den Pre-Playoffs gegen Augsburg durch und haben damit schon jetzt eine positive Saison zu Buche stehen. Alles, was noch kommt, ist Zugabe. Wolfsburgs Offensiv-Power bilden Jason Ulmer, Ken Magowan und Justin Papineau, die in der DEL-Scorerliste alle unter den Top 7 landeten. Ein brandgefährliches Trio, das jede Abwehr schwindlig spielen kann. 

Players to watch: Dimitri Pätzold vs. Oliver Jonas. Das Goalie-Duell. Und was für ein interessantes! Auf der einen Seite steht mit Pätzold Deutschlands Nationalkeeper, Krupps klare Nummer 1 im Moment. Auf der anderen Seite vertraut Wolfsburgs Trainer Anton Krinner nicht auf den talentierten Daniar Dshunussow, sondern auf Veteran Jonas. Der Meister-Keeper der Eisbären aus dem Jahr 2005 beendet nach der Saison im Alter von 29 Jahren seine Karriere. Nach beendetem Studium der Bio-Physik will sich Jonas ins "wahre" Berufsleben stürzen.

Prognose: Das Niedersachsen-Derby könnte eine ganz enge Kiste werden. Vorteil Hannover: Mit Sascha Goc (24 Saisontore) hat man den besten Offensiv-Verteidiger der DEL in seinen Reihen, der gerade in Überzahl den Unterschied ausmachen könnte. Scorpions in 6.

DEG Metro Stars (3) vs. Krefeld Pinguine (6)

Saisonbilanz: 3:1 (5:4 SO, 2:1 OT, 0:1 OT, 7:3)

Ausgangslage: Das Straßenbahn-Derby (Linie U76) elektrisiert die Fans im Rheinland. Düsseldorf hat bekanntlich große Probleme, den ISS Dome voll zu kriegen, gegen Krefeld sollte das kein Problem sein. Die Metro Stars haben eine konstant starke Saison hinter sich. Das Erfolgsgeheimnis: Ein tief besetzter Kader. Ob Reid, Collins, Kreutzer, Reimer, Joseph oder Courchaine, irgendeiner trifft immer. Selbst die Verletzung von Goalie Jamie Storr wurde locker kompensiert, weil Backup Jochen Reimer ihn teilweise überragend vertrat.

Bei den Pinguinen liegt die Hauptlast auf fünf Spielern. Auf dem slowakischen Verteidigungsduo Richard Pavlikovsky und Dusan Milo und der Super-Linie um Herberts Vasiljevs, Boris Blank und Charlie Stephens. Dahinter verfügt Krefeld über viele junge hungrige und schnelle Spieler. Elf Spieler sind 23 Jahre oder jünger - die Playoff-Erfahrung fehlt also. Nicht aber das Selbstvertrauen. Ersatztorwart Danijel Kovacic prognostizierte mal locker einen Sweep der Pinguine. "Ich will so schnell wie möglich Meister mit der DEG werden, da kommt Krefeld gerade recht", antwortete DEG-Kapitän Daniel Kreutzer. Es ist angerichtet...

Players to watch: Patrick Reimer vs. Patrick Hager. Das Patrick-Duell. Reimer gehört mit seinen Qualitäten eigentlich unbedingt in die Nationalmannschaft, aber bei Uwe Krupp wird ihm seine Eindimensionalität zum Problem. Reimer ist ein reiner Sniper, der in den ersten beiden Reihen spielen muss. Das schafft er in der DEB-Auswahl nicht ganz, also ist er gar nicht dabei. Hager ist der bessere Zwei-Wege-Spieler, früher oder später wird der 20-Jährige im Deutschland-Trikot auflaufen. Reimer und Hager erzielten in der Vorrunde beide 15 Tore, wer netzt öfter in der Postseason?

Prognose: Eine enge Serie, die am Ende von den Keepern entschieden wird. Jamie Storr hat bewiesen, dass er Serien alleine entscheiden kann. Aber Scott Langkow ist vielleicht der unterschätzteste Keeper der DEL. Langkow gewinnt das Duell mit Storr. Pinguine in 7.

Adler Mannheim (4) vs. Nürnberg Ice Tigers (5)

Saisonbilanz: 0:4 (3:4, 2:3 OT, 2:3, 1:4)

Ausgangslage: Das Duell der Chaos-Klubs. Bei den Adlern war man in dieser Saison weit weg von den eigenen Ansprüchen. Vom "FC Bayern" der DEL war nichts zu sehen. Die verwöhnten Mannheimer Fans wollen in der schmucken SAP Arena High-Speed-Eishockey mit bestem Unterhaltungswert sehen. Stattdessen setzte ihnen Ex-Coach Dave King defensives Schach-Eishockey vor. Dazu ließ er deutsche Talente wie Christopher Fischer auf der Tribüne versauern. Nur Duisburgs Angriff war torungefährlicher als die eigentlich von den Namen potente Adler-Offense. Bis auf Francois Methot enttäuschten eigentlich alle. Als dann zum Schluss der Vorrunde der Erfolg total ausblieb, zog Manager Marcus Kuhl die Reißleine und feuerte King. Nun hat der bisherige Assistent Teal Fowler das Sagen. Ob er frischen Wind reinbringen konnte, wird sich zeigen.

In Nürnberg war die Trainer-Position mit Andreas Brockmann die ganze Saison gut besetzt, aber dafür bekam man fast täglich Schreckensmeldungen der existenziellen Art. Die Pleite stand kurz bevor. Nun sieht es so aus, als ob der Fortbestand der Ice Tigers gesichert ist. Größtes Problem vor den Playoffs: Mit Scott King fehlt der mit Abstand gefährlichste Angreifer wegen eines Handbruchs. Sein Ausfall ist nicht im Ansatz zu kompensieren. 

Players to watch: Michael Hackert vs. Petr Fical. Beide zählen seit Jahren zu Deutschlands Top-Stürmern, beide zählen zu Deutschlands begabtesten Spielern. Mit der Scheibe können Hackert und Fical fast alles. In dieser Saison lief es aber nicht wie gewünscht. 27 (12+15), beziehungsweise 29 Scorerpunkte (13+16) sind eindeutig zu wenig. Wer von den beiden in den Playoffs besser in Fahrt kommt, könnte ein großer Faktor für den Erfolg seines Teams werden.

Prognose: Viele Tore werden in dieser Serie nicht fallen. Nürnberg hat in der Vorrunde zwar vier Mal gegen Mannheim gewonnen, aber in den Playoffs wird es nicht reichen. Die Adler haben so allerlei Probleme, aber sie haben Fred Brathwaite im Tor. Mit ihm kann man unmöglich im Viertelfinale ausscheiden. Adler in 5.

Die Playoffs im Überblick

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