Bundestrainer Uwe Krupp trifft mit dem DEB-Team auf Japan, Österreich und Slowenien
Bundestrainer Uwe Krupp trifft mit dem DEB-Team auf Japan, Österreich und Slowenien
© Getty

Olympia-Qualifikation

Mittwoch, 04.02.2009

Krupp: "Natürlich sind wir Favorit"

Olympia im Eishockey-Mutterland lockt, eine beeindruckende Serie steht auf dem Spiel, doch es geht um weit mehr. Bei der Olympia-Qualifikation in Hannover kämpft die deutsche Nationalmannschaft nicht nur um ihr Vancouver-Ticket, sondern auch um die Zukunft ihrer Sportart.

"Es geht ums Überleben", sagt Abwehr-Routinier Andreas Renz vor dem Auftaktspiel am Donnerstag (19:30 Uhr) gegen Japan. Sollte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) die 16. Olympia-Teilnahme in Folge verpassen, drohen die Puckjäger in der Versenkung zu verschwinden.

Reindl: "Wir müssen ins Konzert der Großen"

"Man ist nur eine richtige Sportart, wenn man bei Olympia vertreten ist", betont DEB-Generalsekretär Franz Reindl und fordert unmissverständlich.

"Wir müssen einfach dabei sein im Konzert der Großen." Die mediale Aufmerksamkeit bei Olympia würde auch mit Blick auf die Heim-WM 2010 helfen, bei der der DEB einen Zuschauer-Weltrekord aufstellen will.

"Mehr Werbung könnten wir uns nicht wünschen", sagt Reindl, "der öffentliche Auftritt bei Olympia hat eine ganz andere Dimension als bei einer WM." Die Spieler wissen, um was es geht.

"Wir tragen eine große Verantwortung für das deutsche Eishockey", sagt Renz und fordert: "Wir müssen kratzen und beißen."

Japan, Österreich und Slowenien als Gegner

Um sich zum 16. Mal in Serie seit 1952 für die Winterspiele zu qualifizieren, muss die DEB-Auswahl neben Japan auch den Nachbarn Österreich am Samstag (15:30 Uhr) und Slowenien am Sonntag (17:00 Uhr/beide live im DSF) ausschalten, denn nur der Turniersieger darf nach Vancouver.

"Die Chancen stehen 50:50", meint Bundestrainer Uwe Krupp: "Natürlich sind wir Favorit, aber man braucht auch ein bisschen Glück."

So wie vor neun Jahren, als Mirko Lüdemann mit seinem goldenen Schuss acht Sekunden vor der Schlusssirene den Sieg bei der Vor-Qualifikation in Ljubljana sicherte und damit die Voraussetzung für die Teilnahme an den Spielen 2002 in Salt Lake City schuf.

Auf dem Weg nach Kanada setzt Krupp vor allem auf Deutsch-Kanadier. Nach dem Hamburger John Tripp und dem Iserlohner Chris Schmidt holte der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger bereits im vergangenen November beim Deutschland-Cup den Mannheimer Sven Butenschön und den Hamburger Richard Mueller ins Team, die besonders motiviert sind.

Kreutzer muss zuschauen

Sie wohnen im Sommer in Vancouver, Olympia findet vor ihrer Haustür statt. Nun überraschte Krupp mit der Nominierung des Zweitliga-Spielers Travis James Mulock von den Tölzer Löwen. Der 23-Jährige ist in Langley, einem Vorort von Vancouver, geboren und hat als Topscorer des Zweitliga-Spitzenreiters fast alle DEL-Spitzenklubs auf sich aufmerksam gemacht.

"Er ist vielseitig und läuferisch stark", begründet Krupp seine Entscheidung. Durchs Rost fiel der Düsseldorfer Daniel Kreutzer, der nach zuletzt starken Leistungen in der DEL fest mit seiner Nominierung gerechnet hatte.

"Ich bin total schockiert", gibt der 29-Jährige, mit 174 Länderspielen aktuell der erfahrenste Nationalspieler, zu. "Das war ein absoluter Härtefall für mich", sagt Krupp, der Kreutzer erst am Sonntagabend informierte, als der DEG-Stürmer bereits seinen Koffer gepackt hatte.


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