Robert Müller, Haie
© Getty

Robert Müller wieder auf dem Eis

Dienstag, 07.10.2008

Ein Held und sein großer Kampf

Er ist ein überragender Eishockey-Goalie. Er ist ein menschlicher Held. Und er könnte eine große Inspiration für seine Teamkollegen bei den Kölner Haien sein. Er - das ist Robert Müller.

Keine zwei Monate nach seiner schweren Schädel-Operation steht der 28-Jährige schon wieder auf dem Eis. "Mir geht es sehr gut, ich fühle mich wohl und werde wieder mit der Mannschaft trainieren", so Müller im Interview mit der "Eishockey News".

Müller hatte sich nach dem ersten Eingriff im November 2006 einer erneuten OP unterziehen müssen, nachdem der Tumor wieder gewachsen war. Wann Müller, der für immer mit dem Tumor wird leben müssen, wieder im Tor stehen kann, ist aber noch völlig offen.

"Ich will überall dahin, wo ich war. Nur ich setzte mir kein Zeit-Limit, wann es zum Comeback kommen soll. Mein größtes Ziel ist meinen Kindern beim gesunden Wachsen zuzusehen", macht er seine Prioritäten klar.

Allein Müller jeden Tag im Training zu sehen - es sollte für die Kölner Haie keine bessere Inspiration geben, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien.

Zwei Siege in Folge hatten gereicht, da wähnten sich die Kölner nach ihrem katastrophalen Saisonstart auf bestem Wege, eine Siegesserie zu starten und die Tabelle von hinten aufzurollen.

Eichin kündigt Konsequenzen an

Dann kam die Partie gegen die Krefeld Pinguine. Statt den positiven Trend fortzusetzen verloren die Haie nicht nur, sie ließen sich vom Überraschungsteam der Liga aus der Kölnarena fegen.

Die Krise war mit einem Schlag wieder zurück. "So eine Leistung wie beim 1:6 gegen Krefeld lassen wir uns nicht noch mal bieten. Ansonsten schrecken wir auch nicht davor zurück, Spieler rauszuschmeißen", meinte ein wütender Geschäftsführer Thomas Eichin gegenüber dem "Express".

Wen es treffen könnte? Es gibt zahlreiche Kandidaten. Bezeichnenderweise findet man in der DEL-Scorerliste keinen Kölner unter den Top 50.

Mit sieben Scorerpunkten (1 Tor+6 Assists) ist Verteidiger Mats Trygg nach zehn Spielen teamintern noch der beste Punktesammler.

Johnson unter Druck

Besonders unter Druck steht Mike Johnson. Nach zehn Spielen sollte sich der Kanadier mittlerweile an die DEL gewöhnt haben.

Und nach zehn Spielen sollte ein ehemaliger NHL-Spieler, der in der besten Liga der Welt einmal in einer Saison 63 Scorerpunkte machte, bessere Zahlen vorweisen können als ein einziges Tor und eine Plus-Minus-Bilanz von minus 10.

Leichter wird es für die Haie in den nächsten Wochen nicht. Am Dienstag geht es zu den Hamburg Freezers, die nach fünf Siegen in Serie voller Selbstvertrauen in die Partie gehen.

Das Kölner Tor wird dabei entweder der junge Stefan Horneber oder der Kanadier Frank Doyle hüten.

Aus Haie-Sicht leider (noch) nicht Robert Müller.

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