Andreas Renz im Interview

"Ciernik ist bei uns ein Unwort!"

Von Torsten Adams
Freitag, 19.09.2008 | 10:54 Uhr
Eishockey, DEL, Kölner Haie, Andreas Renz, Krise
© Getty
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Sechs Spiele, sechs Niederlagen, null Punkte, dafür 24 Gegentore - schlechter hätte der Saisonauftakt für die Kölner Haie nicht verlaufen können.

Doch noch hat Köln 46 Vorrundenspiele Zeit, um sich zu fangen und das Minimalziel Playoff-Runde zu erreichen. Bei SPOX äußert sich mit Verteidiger Andreas Renz einer der Führungsspieler bei den Haien zu den aktuellen Brennpunkten.

Das Straftraining

"Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Verbesserung des Defensivverhaltens. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Konterchancen geben. Wir haben viel am Zweikampfverhalten gearbeitet, die Einheiten waren sehr hart. Am Dienstag gab es ein Straftraining, bei dem wir fast nur gelaufen sind. Aber es war auch wichtig, nochmal ein bisschen auf dem Eis zu leiden."

Trainer Doug Mason

"Die Mannschaft steht absolut hinter dem Coach. Wir haben ein gutes Verhältnis und werden gemeinsam aus der Krise herauskommen."

Die Psyche

"So einen Start habe ich noch nie erlebt. Das ist schon der absolute Horror. Wichtig ist, dass wir im Kopf frei sind. Wir sind alle topfit. Wir müssen cool bleiben und an unsere Stärken glauben. Der erste Sieg in der Saison ist immer der wichtigste, weil man als Mannschaft dann Selbstvertrauen bekommt, und das haben wir zurzeit eben nicht."

Der Verlust von Topscorer Ivan Ciernik / die Neuzugänge

"Ciernik ist bei uns mittlerweile fast schon ein Unwort. Natürlich ist mit ihm ein Topspieler gegangen, aber wir haben auch Topleute eingekauft. Mike Johnson ist ein starker Spieler und Christoph Ullmann ist auch ein guter Mann, der dafür sorgt, dass es in die richtige Richtung geht. Aber durch den Druck ist es für die neuen Spieler nicht ganz einfach, sich zu integrieren. Sie brauchen noch eine gewisse Zeit."

Der Zustand der Mannschaft

"Wir haben eine intakte Mannschaft und standen in der vergangenen Saison im Playoff-Finale. In der kurzen Zeit haben wir das Eishockeyspielen nicht verlernt. Aber wir müssen uns als Spieler an die eigene Nase packen, da wir das Konzept des Trainers momentan nicht umsetzen. Außerdem befinden sich einige Leistungsträger in einem Tief."

Die Fans

"Unsere Leistung gegen Kassel war bodenlos. Berechtigte Pfiffe kann jeder Spieler verkraften, damit muss man als Profi leben. Aber es kam auch viel Hohn und Spott dazu, das hat weh getan. Wichtig ist, dass wir das aus dem Kopf kriegen."

Der Ausblick

"Wir hatten einen Grottenstart und müssen das Feld von hinten aufrollen. Jedes Team hat mal eine Krise, wir haben sie eben gleich zu Beginn. Es wird auf jeden Fall ein langer Weg. Wir müssen den Turbo zünden, um die Playoffs zu erreichen. Aber am Ende wird abgerechnet."

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