Donnerstag, 01.05.2008

Vor der WM in Kanada

Große Vorfreude im Eishockey-Mutterland

Halifax - Kanada zittert mit den Montreal Canadiens in den NHL-Playoffs, doch mit der ersten Weltmeisterschaft im Mutterland des Pucksports bekommt der Stanley Cup nie da gewesene Konkurrenz.

Eishockey, Ovechkin
© Getty

Rekordweltmeister Kanada verteidigt daheim seinen Titel und darf zunächst in Halifax auf riesige Begeisterung hoffen. Der mit prominenten NHL-Profis gespickte 24-malige Titelträger startet gegen Aufsteiger Slowenien in die Vorrunde, am Samstag greift die deutsche Mannschaft gegen Vizeweltmeister Finnland erstmals ein

Halbfinale, Finale und das Spiel um Platz drei finden im frankophonen Quebec statt, wo auch das Eröffnungsspiel zwischen Dänemark und Tschechien steigt. Am 15. Mai wird der Eishockey-Weltverband IIHF in der Stadt am Sankt-Lorenz- Strom sein 100-jähriges Jubiläum begehen, aus dessen Anlass die WM bei ihrer 72. Auflage erstmals in Kanada stattfindet.

Russland näher als Riga 

Quebec feiert 2008 zudem seinen 400. Geburtstag, ist aber seit dem Verkauf der traditionsreichen Nordiques Mitte der 90er Jahre ebenso wenig mit einer Mannschaft in der Top-Liga NHL vertreten wie Halifax.

Zumindest Bundestrainer Uwe Krupp, der selbst noch in Quebec spielte, hegt angesichts des Austragungsortes keine Sentimentalitäten. "Bei mir kommt es immer darauf an, was passiert, wenn wir auf das Eis gehen. Ob Englisch oder Russisch um uns herum gesprochen wird, ist mir eigentlich gleich", sagte der Stanley-Cup-Sieger, dessen Schützlinge sich nach Platz neun im Vorjahr in Moskau auch diesmal mit der Slowakei und Norwegen in der Vorrunde messen.

"Natürlich hat es für die Spieler schon ein besonderes Flair", fügt Krupp hinzu. "Kulturell ist es uns näher als Russland oder Riga."

Ein absolutes Highlight 

Kölns Verteidiger-Haudegen Andreas Renz ist dagegen voller Vorfreude. "Ein absolutes Highlight", meinte der 30-Jährige. "Ich habe schon Junioren-Weltmeisterschaften in Kanada gespielt, und selbst da war jedes Spiel ausverkauft."

Tristesse auf den Rängen dürfte es also weder im 10.595 Zuschauer fassenden Halifax Metro Centre noch im Colisee Pepsi von Quebec geben, das sogar 15.750 Fans Platz bietet. Dank der Erfolge vor allem der kanadischen Mannschaft habe die WM in den vergangenen Jahren in Nordamerika enorm an Stellenwert gewonnen, sagte Krupp, schränkte aber auch ein: "Ich glaube nicht, dass es den Stanley Cup überschatten wird."

Ovechkin hat das Zeug zum WM-Star 

Da den nicht mehr in den Playoffs vertretenen Nordamerika-Legionären aus Europa diesmal eine weite Anreise erspart bleibt, dürfte es eines der am besten besetzten Turniere sein.

Ähnlich gut wie bei Olympia 2006, als die NHL für die Winterspiele von Turin pausiert hatte. Auch bei der WM 2005 in Österreich, die für Deutschland mit dem Abstieg katastrophal endete, waren wegen des NHL-Arbeitskampfes fast alle großen Namen dabei.

Das Zeug zum WM-Star hat einmal mehr der Russe Alexander Ovechkin von den Washington Capitals, der als Torschützenkönig und Topscorer der NHL-Vorrunde endgültig zum Star in Nordamerika aufgestiegen ist. Nationalmannschaft-Kollege Jewgeni Malkin und der aus Halifax stammender kanadische Jungstar Sidney Crosby fehlen jedoch, weil sie mit den Pittsburgh Penguins noch um den Stanley Cup spielen.

Kein Gegenkandidat für Fasel 

Der nächste Eishockey-Höhepunkt in Kanada folgt schon in zwei Jahren mit dem Olympia-Turnier in Vancouver, für das die ersten Neun der neuen Weltrangliste direkt qualifiziert sind. Die deutsche Mannschaft ist derzeit Elfter und hat allenfalls eine kleine Chance, Weißrussland und Lettland noch zu überholen.

Dagegen hat Amtsinhaber Rene Fasel aus Freiburg nach einer Mitteilung des Weltverbandes IIHF bei der Präsidentenwahl keinen Gegenkandidaten, nachdem der Finne Kalervo Kummola seine Kandidatur zurückgezogen hat.


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