Fast ein neuer Weltrekord

SID
Sonntag, 23.03.2008 | 00:13 Uhr
© Imago
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München - Die DEL erlebt diese Saison in den Playoffs ein unglaubliches Spiel nach dem anderen. Die Kölner Haie und Meister Adler Mannheim haben nur zwei Tage nach dem bislang längsten deutschen Eishockey-Spiel für den nächsten Rekord gesorgt.

Der Siegtreffer zum 3:2 der Iserlohn Roosters über die Frankfurt Lions war nach 117:45 Minuten gefallen. In Köln dauerte bis zur sage und schreibe 169. Minute (168:16), bis Philipp Gogulla um 0:11 Uhr das 5:4 für die Haie erzielte.

"Es ist zwanzig Minuten nach Zwölf, es war ein gutes Spiel. Gute Nacht", grantelte Mannheims Trainer Dave King nach dem verlorenen Marathon-Match, dem schon am Ostermontag mit dem vierten Playoff-Viertelfinale die Fortsetzung folgt.

Es war weltweit das zweitlängste Spiel der Eishockey-Geschichte. Zum 72 Jahre alten Rekord aus der NHL fehlten nur 8:14 Minuten. 1936 gewann Detroit nach 176:30 Minuten 1:0 gegen Montreal.

Siegtreffer um 0.11 Uhr

Der Siegtreffer zum 3:2 der Iserlohn Roosters über die Frankfurt Lions war am 20. März nach 117:45 Minuten gefallen. In Köln erlöste Philip Gogulla um 0.11 Uhr die Fans und brachte die Haie mit 2:1-Siegen in Führung.

In einer furiosen Anfangsphase in Köln führte Mannheim nach 31 Sekunden durch Blake Sloan, doch Köln konterte schnell durch Sebastian Furchner (2.), Stephane Julien (7.) und Sean Tallaire (10.).

Furchner traf auch zum 4:2 (35.), nachdem Christoph Ullmann (23.) verkürzt hatte. Michael Hackert scheiterte kurz vor Ende des zweiten Drittels mit einem Penalty am Ex-Mannheimer Robert Müller.

Coach als Cheerleader

Dafür schafften der Ex-Kölner Eduard Lewandowski (44.) und Pascal Trepanier (57.) das 4:4, das Bestand hatte, bis Gogulla traf.

"Das war ein unglaubliches Spiel", sagte Haie-Coach Doug Mason. In den acht Drittel-Pausen habe er kaum noch gecoacht, sondern mehr den Muntermacher gespielt: "Ich war mehr Cheerleader."

Ein Sonderlob spendete er Torwart Robert Müller, der 96 Schüsse auf sein Gehäuse bekommen hatte. "Er hat den Sieg gerettet."

Den Hut zog Mason auch vor seinem Kapitän Dave McLlwain, mit 40 Jahren ältester DEL-Spieler. "Es ist sagenhaft, wie er das in seinem Alter durchgezogen hat", sagte der Trainer.

Nürnberg patzt

Vorrundenmeister Nürnberg Ice Tigers ist im Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga in Rückstand geraten. Der Vizemeister verlor daheim 1:2 gegen die DEG Metro Stars.

Die Highlights des DEG-Siegs bei SPOX.TV

Ihre zweiten Siege feierten die Iserlohn Roosters mit dem 4:3 nach neuerlicher Verlängerung bei den Frankfurt Lions und die Eisbären Berlin mit dem 6:1-Erfolg über die Hamburg Freezers. Die vierten Partien finden am Ostermontag statt, zum Weiterkommen sind vier Erfolge nötig.

Frankfurt und Iserlohn mussten auch im dritten Viertelfinale eine Extraschicht einlegen. Sie dauerte diesmal jedoch nur 42 Sekunden, dann traf Ryan Ready für die Sauerländer in Überzahl

Wolf gesperrt 

Iserlohn führte nach dem längsten deutschen Eishockey-Spiel schon 2:0 durch Jimmy Roy (14.) und Pat Kavanagh (25.). Doch statt eines dritten Treffers fiel der Ausgleich durch Überzahl-Tore von Richie Regehr (28.) und Jason Young (31.).

Nach dem 2:3 durch Kavanagh (43.) retteten sich die Lions erst 25 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit durch Chris Armstrong in die Verlängerung, wo erneut Iserlohn jubelte. Top-Torjäger Michael Wolf ist wegen einer Spieldauerdisziplinarstrafe allerdings im vierten Spiel gesperrt.

Vorrundenmeister Nürnberg erwischte einen idealen Start dank eines Eigentores von Düsseldorfs Torhüter Jamie Storr (2.), der den Puck im Liegen über die Linie drückte.

Eisbären starten furios

Im zweiten Drittel genügte den Gästen auch ohne Kapitän Daniel Kreutzer und Marian Bazany eine kurze Drangphase, um binnen 74 Sekunden in Führung zu gehen. Patrick Reimer (31.) und Peter Boon (32.) waren erfolgreich.

Danach brachten die Rheinländer um den sicher haltenden Storr den Vorsprung trotz Nürnberger Drucks über die Zeit. "Wir geben zu leichte Tore weg", sagte Trainer Benoit Laporte bei Premiere und kritisierte zudem seine sonstigen Leistungsträger wie Torjäger Ahren Spylo.

Die Eisbären legten wie schon beim zweiten Spiel in Hamburg ein furioses erstes Drittel hin. Brandon Smith (2.), Florian Busch (8.), Denis Pederson (11.), Deron Quint (15.) und Richard Mueller (17.) in Unterzahl schossen bis zur ersten Pause ein 5:0 gegen die müden Hanseaten heraus, die damit noch gut bedient waren.

 Allerdings kehrte der zuvor drei Monate am Knie verletzte Pederson zum zweiten Drittel nicht mehr auf das Eis zurück. Mark Beaufait (28.) und der Hamburger Peter Sarno (51.) erzielten die übrigen Tore.

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