Meister und Vize brauchen Siege

SID
Dienstag, 25.03.2008 | 10:15 Uhr
Kölner Haie, Mannheimer Adler, Eishockey, Playyoffs
© Imago
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Berlin - Alarmstufe eins beim Meister Adler Mannheim und Vizechampion Nürnberg Ice Tigers: Dem Titelverteidiger und dem besten Vorrundenteam helfen im Playoff-Viertelfinale nur noch drei Siege in Serie.

Der letztjährige Doublegewinner Mannheim muss zunächst sogar auswärts bei den Kölner Haien gewinnen, während Nürnberg gegen die DEG Metro Stars zumindest mit den eigenen Fans im Rücken versucht, eine sechste Partie am Freitag zu erzwingen.

Beide Vorjahresfinalisten glauben noch an den Halbfinal-Einzug. "Wir haben den längeren Atem", sagte der Mannheimer Ronny Arendt nach der zweiten Verlängerungs-Niederlage. "Köln war sehr passiv und kann nicht immer so viel Glück haben."

Die besten Bilder der Playoffs

Laporte verlangt Disziplin

Teamkollege Pascal Trepanier sieht ausgerechnet Haie-Torhüter Robert Müller als bisher entscheidenden Faktor.

Müller hatte Mannheim verlassen, weil er unter dem entlassenen Adler-Trainer Greg Poss nur noch zweite Wahl war.

Nürnbergs Trainer Benoit Laporte verwies darauf, dass seine Schützlinge in dieser Saison schon zweimal auf drei Niederlagen jeweils mit Erfolgsserien geantwortet hätten. "Warum nicht auch diesmal?" fragte Laporte, verlangte aber mehr Disziplin.

Barta fällt für WM aus

Das Aus droht auch den Frankfurt Lions gegen die Iserlohn Roosters und den Hamburg Freezers bei Pokalsieger Eisbären Berlin, die nun drei Chancen auf den entscheidenden vierten Sieg besitzen.

Hamburgs Kapitän Alexander Barta wurde noch am Montagabend operiert, nachdem er sich beim 1:6 in der vierten Partie den rechten Oberschenkel brach. Der Ex-Berliner fällt damit auch für die WM aus.

Diskussion über neuen Playoff-Modus

Derweil wird nach den Marathon-Spielen in Köln und Iserlohn kontrovers über den neuen Playoff-Modus ohne Penaltyschießen diskutiert.

Das Thema wird laut Ligachef Gernot Tripcke noch einmal auf den Tisch kommen, auch wenn Tripcke ebenso wie DEG-Trainer Nethery von einer Ausnahmesituation sprach und betonte: "Ich habe noch keine Beschwerden von Spielern oder Trainern bekommen."

Doch die Fürsorgepflicht gegenüber den Profis und die Planungssicherheit für die Medien könnten ein Umdenken bewirken.

Unterschiedliche Meinungen

"Aus Sicht der Spieler ist das sehr zermürbend", sagte der Hamburger Christoph Brandner zu sechs Verlängerungen in Köln und drei in Iserlohn. "Unter diesen Bedingungen leidet das Niveau der Spiele sehr."

DEG-Kapitän Daniel Kreutzer regte an, wie früher dann nur bis zum nächsten Tor zu verlängern, wenn die Serie in diesem Spiel entschieden werden kann.

Ansonsten sollte es nach einer Verlängerung Penaltyschießen geben. Seine nordamerikanischen Kollegen Brandon Reid und Jamie Storr widersprachen ihm jedoch.

Verlängerungen ohne Zeitbegrenzung sind unvertretbar

Auch Freezers-Sportdirektor Bob Leslie meinte: "Penaltyschießen in den Playoffs ist Quatsch, das ist wie eine Lotterie." Nürnbergs Coach Laporte erklärte: "Wir spielen nicht Fußball, sondern Eishockey. Ich möchte nicht mit einem Penalty in den Urlaub geschickt werden."

Allerdings könnten Verlängerungen wie in der Vorrunde mit jeweils vier statt mit fünf Feldspielern absolviert werden. Auch DEG-Kollege Nethery hält ein Tor weiter für die bestmögliche Entscheidung.

Dagegen meinte Mannheims Mannschaftsarzt Guido Volk: "Eine Verlängerung ohne Zeitbegrenzung, so wie sie am Ostersamstag lief, ist aus ärztlicher Sicht unvertretbar."

Die nächste Partie begann nur 38 Stunden später. Innerhalb einer solch kurzen Zeit könnten die Spieler ihren Akku vielleicht wieder bis zu 70 Prozent aufladen.

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