Playoff-Aus für Mannheim und Nürnberg

Große Veränderungen deuten sich an

SID
Donnerstag, 27.03.2008 | 13:04 Uhr
Mannheim, Adler, Köln, Haie
© Getty
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Berlin - Hoch geflogen, tief gefallen: Adler Mannheim ist ein Jahr nach seiner erfolgreichsten Saison abgestürzt. Doch nicht nur der Doublegewinner der Vorsaison muss nach seiner Viertelfinal-Bruchlandung gegen die Kölner Haie die Scherben zusammenkehren.

Auch beim letztjährigen Vizemeister und Vorrundenchampion Nürnberg Ice Tigers deuten sich nach dem Aus gegen die DEG Metro Stars große Veränderungen an. Trainer Benoit Laporte und Sportdirektor Otto Sykora ließen ihre Zukunft offen.

Dagegen wird Mannheim zumindest Coach Dave King erhalten bleiben. Nach der Entlassung von Greg Poss und dem schlechtesten Saisonstart eines Meisters hatte der Kanadier die Adler ab Weihnachten auf einen besseren Kurs gebracht und zwischenzeitlich bis 2009 verlängert.

"Er ist auf jeden Fall der richtige Mann", betonte Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp nach dem 1:4 in Köln. Dagegen dürfen sich die bisherigen Leistungsträger im Team nicht sicher fühlen. "Wir müssen frische Energie in die Mannschaft bringen", sagte Hopp.

Müllers späte Genugtuung

Als größter Fehler noch unter der Regie von Poss erwies sich der Abschied von Nationaltorhüter Robert Müller, der von Mannheim über Duisburg in Köln landete und in den fünf Partien herausragte.

"Der Trainer ist nicht wirklich auf mich gestanden. Es ist schon eine kleine Genugtuung", gestand der von einem Hirntumor genesene Schlussmann. Christoph Ullmann folgt Müller im Sommer nach Köln. Der Nationalstürmer meinte nach Meisterschaft und Pokalsieg vor einem Jahr: "Wenn man wahnsinnig hoch fliegt, kann man ziemlich tief fallen." Nach dem Marathon-Match am 22. März hatte die folgende Heimniederlage dem Titelverteidiger wohl die letzte Kraft geraubt.

Laporte zieht Auszeit in Erwägung

Sichtlich angegriffen wirkte auch Nürnbergs Trainer Benoit Laporte nach dem 2:3 gegen Düsseldorf und dem erstmaligen Aus eines Vorrundenmeisters in der ersten Playoff-Runde.

"Es tut mir sehr leid, vor allem für die Fans", sagte der Kanadier, über dessen Abschied in die Schweiz spekuliert wird. Laporte überlegt aber auch, sich daheim eine einjährige Auszeit zu gönnen. Der Trainer hatte vor kurzem durchblicken lassen, dass sein Verhältnis zu Alleingesellschafter Günther Hertel gespannt ist. Hertel weilt derzeit im Urlaub.

Sportdirektor Sykora will zunächst mit seiner Frau beraten. "Die sportlichen Erfolge während der Saison haben vieles überdeckt. Wir haben viele Baustellen im Verein", sagte Sykora. Am Jahresanfang hatte es Aufregung um angebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten bei den Ice Tigers gegeben.

Eisbären schalten Hamburg aus

Die ersten drei Halbfinalisten, zu denen auch Pokalsieger Eisbären Berlin nach dem 4:3 nach Verlängerung über die Hamburg Freezers zählt, dürfen dagegen frohlocken.

"Für uns gibt es nur ein Ziel: die Meisterschaft", sagte Kölns Routinier Andreas Renz. Die nach einer verkorksten Vorrunde erst über die Vor-Playoffs ins Viertelfinale gekommenen DEG Metro Stars sind urplötzlich wieder ein Titelanwärter und spielen im Halbfinale gegen die Berliner mit Don Jackson, der im Vorjahr noch Trainer in Düsseldorf war.

Köln könnte auf die Iserlohn Roosters treffen, die nach dem 2:4 bei den Frankfurt Lions auf eigenem Eis das Weiterkommen schaffen wollen.

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