Alle Augen auf die Goalies

Von Florian Regelmann
Montag, 31.03.2008 | 15:29 Uhr
Rob Zepp, Jamie Storr
© Imago
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München - Nur noch vier Teams müssen in der DEL noch auf ihren wohlverdienten Golfurlaub warten.

Bei den Eisbären, Metro Stars, Haien und Lions stehen die Golfschläger noch in der Ecke. Wenn es nach ihnen geht, dann noch mindestens bis zum Ende der Finalrunde.

Die besten Bilder der Playoffs 

Worauf man in den beiden Halbfinal-Serien achten sollte und eine Prognose darüber, wer es denn ins Endspiel schafft, steht im SPOX-Halbfinal-Check.

Eisbären Berlin (2.) vs. DEG Metro Stars (9.)

Saisonbilanz: 3:1 für die Eisbären (7:6, 4:3 OT, 2:3, 6:2).

Ausgangslage: Fast die gesamte Saison lief in Düsseldorf nichts zusammen. Zuerst trennte man sich nach 20 Spielen von Coach Slawomir Lener. Das Experiment mit dem tschechischen Coach war gescheitert. Einsatz und Leidenschaft: Fehlanzeige. Große Stars, die ihr hohes Gehalt wert sind: Schon wieder Fehlanzeige. Dazu unzufriedene Fans, die den Umzug von der Kultstätte Brehmstraße in den neuen ISS Dome nicht so recht mitmachen wollten. Es schien alles auf eine desaströse Saison hinzudeuten.

Selbst mit Lance Nethery an der Bande stellte sich der Erfolg nicht sofort ein. Doch kurz bevor es zu spät gewesen wäre, platzte der Knoten. Die Metro Stars liefen heiß. Die Topspieler (Brandon Reid, Rob Collins, Jamie Wright) spielten wie Topspieler und so rettete man sich in die Pre-Playoffs. Dort setzte sich die DEG zunächst im entscheidenden dritten Spiel in der zweiten Verlängerung bei den Hannover Scorpions durch und im Viertelfinale machte Düsseldorf mit dem Vorrundenchampion aus Nürnberg in fünf Spielen kurzen Prozess. Mittlerweile scheint alles möglich.

Im Halbfinale trifft die DEG auf die Eisbären und Ex-Coach Don Jackson. Die Saison der Berliner ist mit einem Wort zu beschreiben: konstant. Die Eisbären waren über die ganze Zeit der regulären Saison oben mit dabei und überzeugten auch in der Viertelfinal-Serie gegen die Hamburg Freezers. Nun sollen zudem die drei Stars Sven Felski, Denis Pederson und Kapitän Steve Walker trotz ihrer Knie-Blessuren wieder zum Einsatz kommen! Mit spezieller Knie-Schiene soll sogar Topscorer Walker keine vier Wochen nach seinem Kreuzband-Teilriss bereit sein.

Players to watch: Rob Zepp vs. Jamie Storr und Florian Busch vs. Patrick Reimer. Besonders zu beachten sind die beiden Goalies. Zepp spielte bislang solide Playoffs, mehr musste er auch nicht. Storr dagegen ist bis jetzt der MVP der Playoffs. Ohne ihn wäre die DEG gar nicht in die Playoffs gekommen, ohne ihn wären sie jetzt nicht mehr dabei. Aus deutscher Sicht auch interessant ist das Duell der beiden Nationalspieler Florian Busch (7 Scorerpunkte in den Playoffs) und Patrick Reimer (5 Tore in den Playoffs).

Prognose: Auf den ersten Blick spricht vieles für die Eisbären. Aber die DEG hat einen Lauf und den großen Pluspunkt im Tor. Storr kann Spiele alleine gewinnen. Das wird er im entscheidenden fünften Spiel auch tun. 3:2 DEG!

Kölner Haie (3.) vs. Frankfurt Lions (4.)

Saisonbilanz: 2:2 (4:3 SO, 0:2, 5:6 SO, 5:4).

Ausgangslage: Beide Teams haben in den Playoffs schon etwas erreicht, wonach man eigentlich den Titel holen muss. Die Haie gewannen in ihrer Viertelfinal-Serie gegen die Adler Mannheim das denkwürdige Marathonspiel in der sechsten Overtime. Wer so ein Spiel gewinnt, den kann nichts mehr aufhalten. Die Lions auf der anderen Seite lagen gegen die Iserlohn Roosters schon mit 1:3 im Rückstand, bevor sie die Serie mit drei Siegen am Stück noch umbiegen konnten. Wer so etwas schafft, den kann nichts mehr aufhalten.

Besondere Brisanz erhält die Paarung dadurch, dass man sich sehr gut kennt. Frankfurts sportliche Leitung bilden der ehemalige Haie-Stürmer Dwayne Norris als Manager und Trainer Rich Chernomaz, der als Kölner Coach die Haie 2002 zum Meister machte. Dazu spielen mit Jason Young, Jason Marshall und Lasse Kopitz weitere ehemalige Kölner bei den Lions. Ein Vorteil für Köln könnte sein, dass sie sechs Tage Pause hatten und ausgeruhter in die Serie gehen können.

Beide Teams mussten diese Saison wichtige Abgänge verkraften. Die Lions spielen ihre erste Saison ohne Star und Publikumsliebling Pat Lebeau. Der neue Nummer-1-Stürmer ist Neuzugang Chris Taylor (66 Scorerpunkte in der Hauptrunde). In Köln stand man während der Saison plötzlich ohne Torwart da. Travis Scott konnte dem Lockruf des Geldes nicht widerstehen und erzwang quasi seine Rückkehr nach Russland. Im Nachhinein hätte den Haien wohl kaum etwas Besseres passieren können. Denn so kam Robert Müller nach Köln und dieser hält seitdem überragend.

Players to watch: Robert Müller vs. Ian Gordon und Stephane Julien vs. Richie Regehr. Auch bei dieser Serie kommt es natürlich auf die Torhüter an. Müller hat in Köln inzwischen schon fast Heldenstatus erreicht und Gordon ist der typische Playoff-Goalie. Immer am besten, wenn es darauf ankommt. Außerdem könnten zwei Scharfschützen von der blauen Linie eine große Rolle spielen. Wenn Julien (12 Saisontore) oder Regehr (21 Saisontore) abziehen, wird es immer brandgefährlich.

Prognose: Auch diese Serie verspricht eine Menge Spannung. Die ersten drei Spiele werden jeweils die Heimteams gewinnen, dann macht Köln in der Overtime in Spiel 4 in Frankfurt das Finale klar. 3:1 Haie. 

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