Mittwoch, 20.02.2008

Eishockey

Krupp will bei Heim-WM Großes schaffen

Berlin - Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp will Deutschland bei der Heim-Weltmeisterschaft 2010 zu einem außergewöhnlichen Ergebnis führen - anders als Jürgen Klinsmann vor der Fußball-WM 2006 aber wollte der einstige Stanley-Cup-Sieger nicht vom Titel sprechen.

Uwe Krupp, WM
© Getty

"Wir wollen was reißen und auf jeden Fall ein besseres Ergebnis holen als das, was wir gewohnt sind", sagte Krupp in Berlin nach einem Gespräch bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.

"Fußballer und Handballer haben uns gezeigt, wie eine WM im eigenen Land Kräfte freisetzen kann", betonte Krupp. Der WM-Titel als Ziel sei aber vermessen, anders als die Eishockey-Auswahl seien diese beide Mannschaften schon Weltmeister gewesen.

Lokomotive Krupp 

Dennoch hoffen alle Verantwortlichen auf einen Klinsmann-Effekt. "Die WM wird dem deutschen Eishockey einen Riesenschub bringen, die Lokomotive für das Turnier ist Krupp", erklärte DEB-Sportdirektor Franz Reindl.

Er zählte 1976 zu jener Mannschaft, die mit Bronze bei Olympia in Innsbruck für den bisher größten internationalen Erfolg einer deutschen Auswahl gesorgt hatte. "Uwe Krupp soll dafür sorgen, dass dies nicht das herausragende Ergebnis bleibt, sondern dass man sagt: Diesmal hat es nur zu Bronze gereicht", sagte Schäuble augenzwinkernd.

Welle der Begeisterung

Das WM-Budget liegt laut Reindl bei 17 Millionen Euro, das Geld soll vor allem durch den Verkauf von Eintrittskarten eingenommen werden. Ziel sei eine halbe Million Besucher bei den 56 Spielen. Bei der vergangenen WM in Deutschland 2001 waren es 400.000 Fans. Diese Marke sei nötig, um den Aufwand zu decken, erklärte Reindl.

Nach dem Wiederaufstieg hatten die deutschen Puckjäger im Vorjahr in Moskau den guten neunten Platz belegt. Mit einem starken Auftritt in der Heimat soll eine Welle der Begeisterung ausgelöst werden.

Einmalige Chance 

Krupp sieht das Turnier vom 7. bis 23. Mai 2010 in Köln und Mannheim daher jetzt schon positiv: "Wer hat schon die einmalige Chance, vor heimischem Publikum um den WM-Titel zu spielen?", fragte der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger, der in diesem Mai mit seinem Team bei der WM in Kanada antreten muss.

Neben Krupp unterrichteten der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Hans-Ulrich Esken, und Reindl Minister Schäuble über den Stand der WM-Vorbereitungen.

Der CDU-Politiker sagte seine Unterstützung zu und erklärte, das Turnier werde unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehen. Schäubles Vorgänger Otto Schily hatte 2005 bei der WM in Wien entscheidenden Anteil daran, dass der Weltverband IIHF Deutschland den Zuschlag gegeben hatte.


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