Mittwoch, 09.01.2008

DEL

Ice Tigers: Fieberhafte Suche nach Geldgebern

Nürnberg - Die Nürnberg Ice Tigers haben ihre wirtschaftlichen Probleme noch lange nicht gelöst. Die Suche nach Geldgebern läuft auf Hochtouren.

Nürnbergs Boss Günther Hertel verliert langsam die Lust am Eishockey
© Getty
Nürnbergs Boss Günther Hertel verliert langsam die Lust am Eishockey

"Wir arbeiten fieberhaft daran, weitere Geldgeber zu gewinnen, aber es ist leider schwierig in unserer Region, selbst bei größeren Unternehmen, eine Unterstützung zu erhalten", schrieb der Alleingesellschafter des Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), Günther Hertel, in einem Offenen Brief an die Fans des DEL-Tabellenzweiten.

Mit dem 4:1-Derbysieg gegen die Augsburger Panther unterstrichen die Nürnberger ihre Titelambitionen, doch die Zukunft der Franken ist ungewiss. Nach dem Rückzug von zwei langjährigen Sponsoren (Textilunternehmen Wöhrl und Lebkuchen Schmidt) droht der Klub ab der kommenden Saison von der DEL-Landkarte zu verschwinden.

Hertel will kein Privatvermögen mehr investieren

Multi-Unternehmer Hertel, der schon im Sommer 2007 den Klub vor dem finanziellen Kollaps gerettet hatte, sicherte erst kürzlich mit einem hohen sechsstelligen Betrag den Etatausgleich, so dass der Spielbetrieb bis Ende dieser Saison gesichert ist.

Hertel, der dem Vernehmen nach bereits geschätzte drei Millionen Euro in den Verein investierte, hat nun keine Lust mehr, die Etatlücken weiterhin mit seinem Privatvermögen zu schließen.

"Mein Wunsch und Bestreben ist es, dass die Ice Tigers GmbH ohne den Einschuss von weiteren privaten Mitteln lebensfähig bleibt", schrieb der Eishockey-Chef und bestätigte die finanziellen Probleme: "Ein Tiefschlag waren die zurückgezogenen Zusagen von Schmidt und Wöhrl, die Ice Tigers noch eine Saison zu begleiten. Diese Mittel fehlen in dieser Saison natürlich schmerzhaft. Der Ausfall konnte in der Kürze der Zeit nicht durch neue Sponsoren ausgeglichen werden."

Patenschaft wird angeboten 

Abseits der sportlichen Erfolge tut sich der Verein aufgrund der finanziellen Schieflage bei der Zusammenstellung des Teams für die Saison 2008/2009 schwer. "Wenn wir eine schlagkräftige Mannschaft haben wollen, ist es unabdingbar, weitere Sponsoren zu gewinnen", betonte Hertel, "wir dürfen uns nicht zu Tode sparen müssen."

Auf der Suche nach neuen Geldquellen bietet der Klub eine Patenschaft für die Spieler an. Als Gegenleistung bekommt der "Pate" eine Firmen-Logo-Präsenz auf den Spielertrikots bei allen restlichen Heim- und Auswärtsspielen dieser Saison sowie Werbe- Präsenz im Klub-Magazin und auf dem Video-Würfel in der Arena Nürnberg. In den nächsten zwei Wochen soll laut Hertel die Existenz der Ice Tigers gesichert sein, "damit wir in Ruhe unser Ziel, bei der Vergabe des Meistertitels eine gewichtige Rolle zu spielen, verfolgen können."


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