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Im UEFA-Hauptquarter in Nyon hat man fleißig addiert und subtrahiert und jetzt den "European Club Footballing Report" für das Finanzjahr 2015 veröffentlicht. SPOX hat sich für euch durch PDFs voller Tabellen und Diagramme gewälzt
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Fangen wir mit den Gehältern an. Da wurden in der Premier League mit umgerechnet 2,69 Milliarden Euro erstmals doppelt so viele Scheinchen ausgeschüttet wie in der Serie A (Platz 2, 1,309 Milliarden) oder der Bundesliga (1,251 Milliarden, Rang 3)
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Die größten Gehälter zahlten im Finanzjahr 2015 aber immer noch der FC Barcelona (340 Mio.) und Real Madrid (289 Mio.). Danach folgte der FC Chelsea (284), Bayern lag mit 236 Mio. auf Rang acht. Obacht: Wolfsburg (120) überwies mehr als der BVB (118)
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Kann man sich aber auch leisten: Schließlich haben die europäischen Klubs ihre Einnahmen seit 1996 (2,8 Milliarden Euro) mal eben auf 16,9 Milliarden Euro gesteigert - und damit fast versechsfacht
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Und trotzdem haben manche Vereine hohe Schuldenberge abzutragen. Bei Manchester United betragen die Verbindlichkeiten 536 Millionen Euro, da liegt man weit vor Benfica (336) und Inter (306). Spitzenreiter aus deutscher Sicht: Der FC Schalke (136 Mio.)
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Wie kommt die Kohle rein? Unter anderem durch Trikotsponsoren. Da liegt die Emirates Airline zur Saison 2016/17 übrigens an der Spitze: Gleich sechs Klubs werden unterstützt. 9 Prozent aller Klubs standen dafür ganz ohne Sponsor da
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Auch die Ausrüster greifen tief in die Tasche. Auf Klubebene teilen sich Nike, Adidas und Puma fast 50 Prozent aller europäischen Klubs. Nimmt man die Nationalteams dazu, liegen die drei Streifen (41 Klubs, 24 Nationalteams) knapp vor dem Swoosh (43 +12)
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Den Stadionnamen kann man natürlich auch verkaufen. Diese (Un-)Sitte ist in der Bundesliga (13 Teams) allerdings sehr viel weiter verbreitet als noch in England (7), Frankreich (3) oder Italien (2). In der Primera Division sind noch alle Namen unberührt
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Am Ticketschalter lagen 2015 übrigens der FC Arsenal und die Königlichen jeweils mit 131 Millionen Euro Einnahmen vorn. Barca folgte mit 121 Mio., dann der FC Bayern (109). Interessant: Der HSV (41) machte einen größeren Reibach als der BVB (40) ...
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... obwohl niemand im Schnitt so viele Zuschauer ins Stadion lockte wie Schwarz-Gelb (81.178). Es folgten Barca (79.724), ManUnited (75.286), Bayern (75.000) und Real Madrid (71.280)
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Zählt man alle zahlenden Gäste zusammen, lag die Premier League (13.855.180 Zuschauer) wieder knapp vor der Bundesliga (13.249.800), aber daran sind die 20 Klubs Schuld. Im Schnitt besuchten 43.300 Menschen eine Bundesliga-Partie - Platz 1
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Da kann die Premier League mit durchschnittlich 36.461 Fans nicht mithalten. Spanien (28.568) schon gar nicht, und was ist in der Serie A los? Gerade mal 22.162 Fans pro Partie
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Was sagten wir eben? 13 Millionen und ein paar Zerquetschte in Deutschland und England? Da kann die Major League Baseball nur müde lächeln: Dank 162 Saisonspielen lockte man 2015 gigantische 73.760.000 Zuschauer in die Stadien
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Die UEFA hat auch die Wettbewerbe mit dem höchsten Zuschauerschnitt analysiert. Auf Platz eins - Überraschung! - das Rugby Six Nations 2015 mit 72.000 Zuschauern pro Spiel! Es folgt die NFL 2015 (68), die WM 2014 (53.592) und die Rugby-WM 2015 (51.621)
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Was ist eigentlich mit den großen Rennsport-Events auf dem Globus? Da seien genaue Zahlen einfach nicht zu bekommen, beklagt die UEFA. Aber ein paar Millionen Fans pro Jahr würden es schon sein. Aha
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Zurück zum Fußball. Da hatten wir die Premier League ja bereits als DIE große Cash Cow identifiziert. Das weckt Begehrlichkeiten: Schon 15 Klubs wurden ins Ausland verkauft. In der Championship sind es 13 Teams (Ligue 1: 5 - La Liga: 4 - Serie A: 3)
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Und auch Spieler aus aller Herren Länder werden so auf die Insel gelockt. 69,2 Prozent beträgt der Ausländeranteil in der Premier League. Zum Vergleich: In der Serie A sind es 55,5 Prozent, in der Bundesliga 49,2 Prozent
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Der Anteil der ausländischen Cheftrainer ist noch größer und beträgt in der EPL 75 Prozent (Deutschland: 50 Prozent). In alle Welt exportiert werden übrigens italienische Übungsleiter (15), dann Serben (14) und Engländer, Franzosen und Spanier (je 12)
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Sie müssen übrigens nicht nur importiert sein, sondern auch erfahren: In den großen fünf Ligen sind die Trainer nirgends so alt wie auf der Insel - im Schnitt genau 52 Jahre (Frankreich: 51,0 - Spanien: 49,9 - Italien: 49,1 - Deutschland: 46,7)
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Schaut man sich das Alter der Spieler an, stand die Bundesliga im Januar 2016 gut da: Im Schnitt waren die Akteure 25,4 Jahre alt. Es folgte die Ligue 1 (26,0), in Italien, Spanien und England zählte man jeweils 26,9 Jahresringe
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Die jüngsten Spieler waren übrigens beim traditionellen Talent-Exporteur Holland am Start (23,8 Jahre). Das Modell ist ja bekannt: junge Talente spielen lassen und dann teuer verkaufen. Zum Beispiel auf die Insel
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Ein Bonmot noch zum Schluss: Bei den Homepages haben sich mit Arsenal, Liverpool, United, Real und Barca fünf Klubs deutlich abgesetzt und kommen auf über sechs Millionen monatliche Aufrufe (zum Vergleich: Bayern knapp unter 3 Mio.). Aber der Hammer ...
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... sind die Fans von Eintracht Frankfurt. Die bringen zwar nur etwa eine Million Klicks pro Monat, bleiben dafür aber pro Besuch fünfeinhalb Minuten auf der Seite. Damit steckt man alle Topklubs (zwei bis drei Minuten) locker in die Tasche